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Wissenschaftsexperte Harald Lesch: “Das Verhalten der Menschen ist für mich das größte Rätsel“

  • In “Die große ‚Terra X'-Show” an diesem Mittwoch (8.Juli) mit Harald Lesch geht es um die Rätsel der Welt.
  • Im RND-Interview spricht der Wissenschaftsexperte über Rätsel rund um Klimawandel, Corona und Asteroiden.
  • Und erklärt, warum er auf der Rückseite des Mondes eine große Radaranlage hinstellen möchte.
Martin Weber
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Rätsel der Welt stehen im Mittelpunkt von “Die große ‘Terra X’-Show”, mit der das ZDF an diesem Mittwoch, 8. Juli, um 20.15 Uhr den Zuschauern Wissenschaft unterhaltsam nahebringen will. Johannes B. Kerner moderiert, zwei Prominententeams spielen um 20.000 Euro für einen guten Zweck. Als Experte mit dabei ist der Astrophysiker Harald Lesch, den viele Zuschauer aus der ZDF-Wissensreihe “Terra X” kennen. Lesch ist Professor für Astrophysik an der Universität München.

Herr Lesch, in “Die große ‘Terra X’-Show” geht es diesmal um Rätsel der Welt. Welche Rätsel sind das?

Wir beschäftigen uns mit Asteroiden, der Tiefsee oder auch Stonehenge. Beim Rätsel um den Steinkreis von Stonehenge in England gibt es spannende neue Theorien darüber, wie genau diese riesigen Steine in der Jungsteinzeit auf Holzrollen, Holzkugeln oder aber auf Weidengeflechten dorthin transportiert worden sind.

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Weiß man mittlerweile mehr darüber, welche Funktion dieser imposante Steinkreis hatte?

Es war ganz offensichtlich eine Machtdemonstration, mit der viele Steinzeitmenschen, die auf den britischen Inseln gelebt haben, beeindruckt werden sollten. Das Bauwerk hat aber sicher auch eine astronomische Bedeutung für die Menschen gehabt. Es ist kein Zufall, dass sich bestimmte astronomische Gegebenheiten in der Konstruktion wiederfinden lassen. Leider gibt es nichts Geschriebenes aus dieser Zeit darüber, sonst hätten wir es leichter.

Was ist denn Ihr liebstes Welträtsel?

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Sehr fasziniert bin ich von dem Asteroideneinschlag, der vor 15 Millionen Jahren bei Nördlingen stattgefunden hat und um den es in der Sendung auch gehen wird. Man muss sich mal vorstellen: Der Einschlag dieses Gesteinsbrockens von mehreren Hundert Metern Durchmesser hat innerhalb von Sekunden alles Leben im Umkreis von 100 Kilometern zerstört.

Kann so etwas wieder passieren?

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Im Mai erst sind fünf oder sechs Asteroiden in einem Abstand von mehreren Millionen Kilometern an uns vorbeigerauscht, die haben wir mitbekommen. Daran sieht man zwar, dass wir in der Überwachung mittlerweile ganz gut geworden sind, aber es kommen auch immer mal wieder Brocken aus dem Weltall auf die Erde zu, die wir überhaupt nicht oder erst sehr spät sehen. Das ist etwas, das mich wirklich umtreibt: Wir dürfen den Himmel nicht nur passiv beobachten, sondern müssen auch aktiv mit Radar nach Asteroiden suchen. Deshalb bin ich auch dafür, auf der Rückseite des Mondes eine große Radaranlage hinzustellen.

Was wäre das schlimmste Szenario?

Wenn wie vor 65 Millionen Jahren ein 20-Kilometer-Brecher auf der Erde einschlägt, wäre es das Ende der Menschheit. Je nachdem, wo es einschlägt, kann aber auch schon ein Himmelskörper von nur einem Kilometer Größe ziemlich dramatische Auswirkungen haben.

Wie haben wir uns Ihrer Ansicht nach in der Corona-Krise bislang geschlagen?

Was Deutschland betrifft recht gut, finde ich. Ich bin ziemlich begeistert davon, dass an den entscheidenden Stellen auch viele richtige Entscheidungen getroffen wurden. Ich finde es toll, mit welcher Disziplin die Bevölkerung auf die Pandemie reagiert hat. Wir haben uns mit dem Lockdown dafür entschieden, eine bestimmte Gruppe zu schützen, wir haben uns als Stamm um unsere Schwächsten gestellt, das ist doch großartig.

Haben Sie schon vor einem Rätsel kapitulieren müssen?

Durchaus, und zwar vor dem Verhalten des Menschen – das ist für mich das allergrößte Rätsel überhaupt. Warum tun wir nicht das, was wir tun müssten, obwohl wir ganz genau wissen, dass es getan werden muss? Stichwort Klimawandel: Warum lassen wir die Karre wider besseres Wissen komplett gegen die Wand fahren? Völlig rätselhaft.

Und was ist das albernste Rätsel, das Sie kennen?

Ziemlich weit vorn ist bei mir die Verschwörungstheorie von der Erde als Scheibe. Es gibt tatsächlich immer noch viele Leute, die glauben, dass unser Planet flach und nicht rund ist. Die sogenannten Flat Earther treffen sich sogar zu Konferenzen – das ist doch nicht zu fassen, oder?

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