Wieder Journalist in Mexiko erschossen

  • Mexiko gilt als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten.
  • Nun ist erneut ein Medienvertreter erschossen worden.
  • Gustavo Sánchez hatte für Online-Medien über Lokalnachrichten berichtet.
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Tehuantepec. Erneut ist in Mexiko ein Journalist getötet worden. Der Lokalreporter Gustavo Sánchez wurde am Donnerstagmorgen (Ortszeit) in der Nähe der Pazifikküste im Süden des Landes von Unbekannten erschossen, wie die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Oaxaca mitteilte. Er war demnach mit einer anderen Person per Motorrad auf einem Weg zwischen zwei kleinen Orten unterwegs, als auf sie das Feuer eröffnet wurde. Zum Zustand und der Identität der zweiten Person gab es zunächst keine Angaben.

2020 wurden acht Journalisten getötet

Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder für Journalisten. Im vergangenen Jahr wurden dort nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen acht Medienschaffende wegen oder bei ihrer Arbeit getötet - mehr als in jedem anderen Staat. Insgesamt gibt es in dem nordamerikanischen Land mit rund 126 Millionen Einwohnern im Schnitt fast 100 Morde am Tag - in Deutschland waren es im gesamten vergangenen Jahr 245. Aufgeklärt werden die allermeisten Taten nie.

Sánchez hatte für Online-Medien in der Isthmus-Region von Oaxaca über Lokalnachrichten berichtet. Nach Angaben mehrerer Organisationen zum Schutz von Journalisten hatte er vergangenen Juli bereits ein Attentat überlebt. Auch danach erhielt er demnach Drohungen und bat den Staat um Schutz. „Wir bedauern, dass die Schutzmaßnahmen des [mexikanischen Innenministeriums] zu spät kamen“, twitterte Reporter ohne Grenzen.

RND/dpa

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