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Weniger Kampfszenen dank Corona: So entsteht die ZDF-Polizeiserie “Notruf Hafenkante”

  • Seit 2007 ziehen die “Notruf Hafenkante”-Geschichten um die Polizisten des Hamburger PK 21 und die Ärzte des Elbkrankenhauses Zuschauer in ihren Bann.
  • Ein Blick hinter die Kulissen der ZDF-Produktion, die durch die Pandemie mit Veränderungen leben muss.
  • An diesem Donnerstag (24. September) startet die neue Staffel der Serie.
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Hamburg. Mal knallhart, mal emotional geht es bei den Ermittlungen in “Notruf Hafenkante” zu – aber im Moment vor allem mit weniger Kampfszenen als sonst. Denn die Corona-Pandemie beeinflusst auch die ZDF-Polizeiserie um die Kommissare des Hamburger PK 21 und die Ärzte des Elbkrankenhauses. Am Donnerstag, 24. September, geht “Notruf Hafenkante” schon in die 15. Staffel, inspiriert wurde die Serie durch die berühmte Hamburger Davidwache.

Doch was ist nun genau wegen Corona anders? “Wir können im “Notruf Hafenkante”-Format körperliche Nähe in den Szenen ganz gut vermeiden. Und unsere Kampfszenen werden weggelassen oder auf Abstand inszeniert”, erklärt Schauspielerin Sanna Englund (45), die in der Serie Hauptkommissarin Melanie Hansen verkörpert und schon seit der ersten Folge im Jahr 2007 dabei ist, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Bei uns gibt es ja nicht so viele Umarmungen oder sogar Kuss-Szenen.” Und wenn doch, würden die Schauspieler getestet oder es werde mit den Kameraeinstellungen getrickst, sodass die Schauspieler sich in Wirklichkeit nicht so nahe kommen, wie es später im Fernsehen aussehe.

Pärchen werden für Liebesszenen gecastet

Eine andere Möglichkeit: “Tatsächlich gab es aktuell eine Liebesszene, in der die Schauspielerin von der Lebensgefährtin des Schauspielers gedoubelt wurde”, erzählt Englund. “Es wird jetzt öfter versucht, Schauspieler für Liebesfilme zu casten, die im echten Leben Paare sind.” So könne man eine Quarantäne vor solchen Szenen umgehen. Letzteres sei bei so einer lange laufenden Serie wie “Notruf Hafenkante” sowieso schwierig aufgrund des hohen Drehpensums. Außerdem lebten nicht alle Schauspieler in der Hansestadt und müssten nach dem Dreh auch wieder zurück zu ihren Familien. Auch Englund, die nach eigenen Angaben rund 50 bis 60 Prozent des Jahres mit Drehs für die Hamburger Krimiserie beschäftigt ist, lebt mit ihrem Ehemann in Bayern und pendelt also.

13 Schauspieler gehören aktuell zum Hauptcast von “Notruf Hafenkante”. Doch dabei bleibt es nicht – das ganze Team besteht aus etwa 40 Personen. Dazu kommen noch Episodendarsteller und Statisten. Die übrigens nicht immer durchgewechselt werden: “In den Hauptmotiven Polizeirevier und Krankenhaus gibt es einen festen Stamm an Komparsen, die diese Motive mit beleben”, erklärt ZDF-Pressesprecherin Susanne Priebe.

“Notruf Hafenkante”-Dreh musste wegen Corona pausieren

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Und die Darsteller und das Team hatten dieses Jahr einiges aufzuholen – denn wegen der Corona-Krise mussten die Dreharbeiten, die dieses Jahr von Februar bis Dezember laufen, zwei Monate lang pausieren. Trotz dieses Rückschlags konnten die Macher aber kürzlich auch einen bekannten Neuzugang vermelden: Der Ex-“GZSZ”-Darsteller und Dschungelcamp-Teilnehmer Raúl Richter wird künftig als Polizeiobermeister Nick Brandt das Team des PK 21 verstärken.

Auch das ist ein die Serie belebender Faktor, wie Schauspielerin Englund findet. Sie hat in den vergangenen mehr als zehn Jahren schon so einige Kollegen kommen und wieder gehen sehen. Langweilig wird ihr selbst ihre Rolle der Hauptkommissarin Melanie Hansen aber nicht: “Ich hatte mir tatsächlich immer gewünscht, für eine langlaufende Serie zu arbeiten”, erzählt die Frau, die sich selbst als lustiger und weniger ernsthaft als ihre Rolle bezeichnet. Warum sie das Langfristige so mag? “Ich fühle mich nicht belastet durch die Serienroutine – oder sogar in meiner Kreativität. Ganz im Gegenteil: Für mich ist die Sicherheit der kontinuierlichen Arbeit in einem festem Team eher belebend. Ich fühle mich freier und traue mich, mehr auszuprobieren. Das macht mich eigentlich perfekt für die Serienarbeit.”

Schauspieler können Ideen für Drehbücher einbringen

Außerdem könne sie im Kontakt mit den Autoren und Dramaturgen von “Hafenkante” auch selbst Ideen für die Drehbücher einbringen und ihre Rolle so mit beeinflussen, so Englund. Neben ihr sind auch Rhea Harder-Vennewald, die Polizeiobermeisterin Franzi Jung verkörpert, und Fabian Harloff als Notarzt Dr. Philipp Haase schon seit den Anfängen der Serie mit dabei.

Gedreht wird immer in Blöcken, die aus zwei bis fünf Folgen bestehen – wobei pro Tag knapp vier bis neun Minuten TV-Material entstehen, wie ZDF-Pressesprecherin Priebe erklärt. Hochgerechnet auf die 43 Minuten langen “Hafenkante”-Folgen benötigt der Dreh einer Episode also rund fünf bis elf Tage.

Actionszenen werden von Stuntleuten gedoubelt

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Für die Actionszenen werden neben den Schauspielern hauptsächlich Stuntleute eingesetzt. Und die doubeln auch Englund häufiger mal, auch wenn über die 45-Jährige oft erzählt wird, sie würde die meisten Stunts selbst drehen. “Mittlerweile bereue ich es fast schon, dass ich das irgendwann mal großmäulig behauptet habe”, sagt sie lachend. “Es war eher so, dass ich den Ehrgeiz hatte, so viel wie möglich selbst zu machen und dafür auch gern Kampf- und Schießtraining genommen sowie spezielle Fahrtechniken erlernt habe. Schon lange bin ich da ruhiger geworden und überlasse meine kleinen Stunts lieber unseren Profis.” Das sei besser so – allein aus Versicherungsgründen und wegen der Verletzungsgefahr. “Bei Stunfrauen und -männern sieht es nicht nur besser aus, sie sind natürlich auch viel sicherer”, so Englund. Und Kampfszenen sind ja aktuell sowieso rar.

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