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„Weil du mir gehörst“: Lukrativer Scheidungskrieg mit Julia Koschitz und Felix Klare

  • In dem ARD-Drama „Weil du mir gehörst“ sind die Rollen klar verteilt.
  • Die Mutter, gespielt von Julia Koschitz, ist die böse Rächerin, der Vater (Felix Klare) das verzweifelte Opfer.
  • Eine viel zu eindeutige Rollenverteilung zwischen Gut und Böse.
Ernst Corinth
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Es ist nicht so leicht zu ertragen, wovon diese Beziehungsgeschichte erzählt – obwohl sich so ein Drama wohl öfter abspielt, als man denkt. Zwischendurch packt den Zuschauer die große Wut auf die Hauptfigur Julia, die alles versucht, um ihre siebenjährige Tochter gegen ihren Vater Tom aufzubringen. Mit Erfolg, wie man gleich zu Anfang in Alexander Dierbachs Fernsehfilm „Weil du mir gehörst“ sieht.

Das Drehbuch – und das ist in diesem Zusammenhang wichtig – stammt von einer Frau, von Katrin Bühlig. Zwei Jahre hat sie daran gearbeitet. Die Hauptrollen spielen Julia Koschitz und Felix Klare sowie die kleine, aber sehr überzeugende Lisa Marie Trense.

Beide haben sich scheinbar mit der Trennung arrangiert

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Zunächst herrscht noch eitel Sonnenschein. Julia und Tom haben sich zwar scheiden lassen, weil er eine andere Frau liebt. Dennoch haben sich beide mit der Trennung scheinbar arrangiert. Jedes zweite Wochenende hat Tom seine Tochter Anni und kümmert sich liebevoll um sie. Sie tollen zusammen herum, besuchen den Zoo, und auch mit der Tochter von Toms neuer Lebensgefährtin (Merle Collet) versteht sich die Kleine gut.

Dann sieht man – ein gutes Jahr später – das Mädchen vor Gericht. Die Mutter hat das alleinige Sorgerecht beantragt, und vor dem Richter erzählt Anni plötzlich Unglaubliches. Sie habe, sagt sie, Angst vor ihrem Vater. Er würde sie und ihre Mutter schlagen. Und bevor sie zu ihm müsste, würde sie sich lieber umbringen.

Als Zeuge des vorher so innigen Verhältnisses zwischen Anni und ihrem Vater kann man diese Aussagen nicht verstehen. Schließlich lief doch alles recht geordnet in dieser Scheidungsfamilie.

Vater Tom wird von Filmsoftie Felix Klare gespielt

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Zudem ist dieser Tom, wie ihn der Filmsoftie Felix Klare spielt, wirklich nicht der Typ, der seine Frau und sein Kind schlägt oder auch nur Angst einflößt – ganz im Gegenteil. Auch Julia scheint eine Frau zu sein, die ihr Leben und ihre Beziehung zu Tochter und Ex-Mann im Griff hat. Doch der Schein trügt offenbar.

Leider jedoch erfährt man nur wenig über Julia und ihr Innenleben und kann daher nur ihr Verhalten studieren und darüber spekulieren. Ihr Vorgehen hat es wirklich in sich, sie verhält sich eiskalt kalkulierend und perfide. Genau das beschreibt der Film. Der Regisseur erzählt recht ausführlich in Rückblenden, wie es zur Entfremdung zwischen Anni und ihrem Vater gekommen ist.

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Die Mutter geht wirklich mit allen Mitteln der psychologischen Kriegsführung vor. Als ihr Ex-Mann Tom sie beispielsweise einmal anruft und sagt, dass er Anni etwas später abhole, verschweigt sie ihrer Tochter das Telefonat, behauptet stattdessen, dass er den Termin vergessen habe, weil ihm seine Arbeit eben wichtiger sei – und fährt dann mit der Kleinen zu ihren Eltern.

Mutter verhindert Kontakt zwischen Vater und Tochter

Ähnliches wiederholt sie mehrfach, ja sie zieht später sogar mit Anni in eine andere Stadt, ohne Tom davon zu unterrichten. Dann schenkt sie der Kleinen ein neues Handy mit einer neuen Telefonnummer und behauptet, auch Tom habe eine neue Nummer. Die gehört allerdings zu ihrem Zweithandy, und durch diesen cleveren Trick verhindert sie den Kontakt zwischen Vater und Tochter.

So entwickelt sich langsam die anfangs so sanft und liebevoll wirkende Julia zu einer intriganten Rächerin. Sie rächt sich an Tom, weil dieser sie wegen einer anderen verlassen hat.

Julia ist viel zu eindeutig die Böse in diesem Film, während Tom bloß den Verzweifelten gibt, der erst die Welt nicht mehr versteht und sich recht spät juristisch wehrt. Die folgende Auseinandersetzung vor Gericht steht im Mittelpunkt der zweiten Hälfte des Dramas.

Scheidungskriege für Anwälte ein lukratives Geschäft

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Zwar wird dann wunderbar deutlich, dass Scheidungskriege für Anwälte und Gutachter ein lukratives Geschäft sind – und das ist auch ein durchaus interessanter Aspekt. Dennoch hätte man lieber mehr über die Befindlichkeiten der Akteure und die Hintergründe ihres Tuns gewusst.

So bleibt es bei einer viel zu eindeutigen Rollenverteilung zwischen Gut und Böse. Vermutlich wäre es sogar besser gewesen, die Geschichte auch aus der Perspektive des Vaters zu erzählen, der bestimmt mehr ist als nur passives Opfer des Phänomens einer vorsätzlich herbeigeführten Eltern-Kind-Entfremdung („Parental Alienation Syndrome“), die von einigen Kinderpsychiatern sogar als Form der Kindesmisshandlung bezeichnet wird.

„Weil du mir gehörst“ läuft am Mittwoch, 12. Februar, um 20.15 Uhr im Ersten.

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