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„Rosenheim Cops“: ein Weihnachtsspecial mit „Simsalabim“ und „Es war einmal ...“

Pathologin Mai (Sina Wilke, links) erläutert den Kommissaren Stadler (Dieter Fischer, Mitte) und Hansen (Igor Jeftic, 2. v. rechts) sowie Polizeihauptmeister Mohr (Max Müller, rechts) ihre ersten Untersuchungsergebnisse in einer Szene der Serie „Die Rosenheim Cops 
 –Mörderische Gesellschaft“.

Pathologin Mai (Sina Wilke, links) erläutert den Kommissaren Stadler (Dieter Fischer, Mitte) und Hansen (Igor Jeftic, 2. v. rechts) sowie Polizeihauptmeister Mohr (Max Müller, rechts) ihre ersten Untersuchungsergebnisse in einer Szene der Serie „Die Rosenheim Cops –Mörderische Gesellschaft“.

Für Fans der Serie dürfte das einem verspäteten Weihnachtsgeschenk gleichkommen: Auch in diesem Jahr verschenkt das ZDF nach lieb gewonnener Tradition wieder ein Winterspecial von „Die Rosenheim-Cops“, eine von der aktuellen Staffel unabhängige Episode in Spielfilmlänge.

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Eine Unabhängigkeit, die zudem für eine echte Überraschung gut ist: Weil „Mörderische Gesellschaft“ (29. Dezember, 20.15 Uhr im ZDF) bereits vor einiger Zeit gedreht wurde, ist Sina Wilke noch mit von der Partie, während ihre Figur, die Rechtsmedizinerin Sandra Mai, in der fortlaufenden Staffel längst ausgetauscht wurde.

Fast wie immer

Das war es dann allerdings auch in Sachen Überraschung. Alles andere ist (fast) wie immer. Zunächst verkündet Miriam Stöckl (Marisa Burger), seit fast 20 Jahren die „Frau für alle Fälle“ im Polizeipräsidium, wie gehabt: „Es gabat a Leich“. So weit, so schlecht – wenigstens für die Leiche. Die taucht buchstäblich und, wie sich zeigen wird, gänzlich unerwartet in einem der schönen Seen rund um Rosenheim auf und ist, pardon, war einer der Sprösslinge der millionenschweren Unternehmerfamilie Herrling.

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Schnell demontieren die Kommissare Anton Stadler und Sven Hansen (Dieter Fischer, Igor Jeftić) das Bild einer Vorzeigefamilie, das Mutter Margarethe (prominent besetzt mit Michaela May) ihnen vorzuzeichnen versucht. Dahinter nichts als Lug und Trug, als Neid und Habgier. Und weil man auf einem Bein schlecht steht, haben die Autoren dem Publikum gleich noch einen zweiten Mord/eine zweite Leiche spendiert, sodass Miriam „der gute, vielleicht manchmal auch ein wenig anstrengende Geist“ Stöckl ein weiteres Mal ihr Sprüchlein aufsagen darf: „Es gabat a Leich“.

„Es gabat a Leich“

Worte, die stets eine Art „Simsalabim“ sind, öffnet sich mit ihnen doch der Vorhang, und die Geschichte von Mord und Totschlag im eigentlich so idyllisch am Rand der Alpen gelegenen Rosenheim beginnt ein weiteres Mal. Genauso gut könnte „Es gabat a Leich“ auch für „Es war einmal ...“ stehen, wie Marisa Burger gerade erst in einem Interview gesagt hat. Für die Schauspielerin jedenfalls ist „ganz klar: ‚Die Rosenheim-Cops‘ sind ein modernes Märchen.“

Recht hat sie. Wie im Märchen üblich, ist dann, wenn sich der Vorhang schließlich senkt, die Welt im bayerischen Alpenvorland wieder in Ordnung. Jegliche Unordnung ist beseitigt, und die Dinge nehmen wieder ihren Lauf. Dafür steht nicht zuletzt die für jede Episode typische Parallelhandlung, die mit ihren Running Gags – diesmal dreht es sich um einen Tisch –, immer wieder für Leichtigkeit sorgt.

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„Und wenn sie nicht gestorben sind ...“

Wahrscheinlich erklärt das den mittlerweile fast auf den Tag genau zwei Jahrzehnte andauernden Erfolg der Serie. Während es in vielen jüngeren, großartigen US-Serien wie „True Detective“ oder „Criminal Intent“ am Ende keine „Heilung“, sondern nur Verlierer gibt, ist Mord und Totschlag für „Die Rosenheim-Cops“ nichts, was in gewisser Weise nicht wieder repariert werden könnte. Alles kein Drama also, sodass es am Ende statt „Wenn Sie bitte mitkommen würden“ ebenso gut „Und wenn sie nicht gestorben sind ...“ heißen könnte, so noch einmal Burger.

Eher schon dramatisch ist, für wie einfältig man beim ZDF das Publikum halten muss. Denn die, so wohl die Annahme, unauffällig platzierte Produktwerbung in Sachen Audi ist tatsächlich alles andere als unauffällig, sondern nahezu penetrant. Mal weht es den Mantelsaum des Kommissars so zur Seite, dass der Kühlergrill und damit das Audi-Logo, die „Fünf Ringe“, für einen Moment im Mittelpunkt steht, mal streift die Kamera vermeintlich ebenso zufällig über das sportliche Audi-Modelle kennzeichnende „S line“-Emblem hinweg. Ganz ohne Tricksereien geht es also offensichtlich selbst im bayerischen Paradies nicht.

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