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  • Weihnachten 2020 auf Netflix, Amazon, Disney plus und Sky: Das sind die Film- & Serien Highlights

Streaming-Highlights für die Weihnachtszeit: Das läuft bei Netflix, Amazon und Co.

  • Weihnachten naht – und dank der Streaminganbieter wird die Vorweihnachtszeit ganz besonders besinnlich.
  • Netflix, Amazon, Sky und Co. haben wieder viele Weihnachtsfilme im Programm.
  • Mit dabei sind Klassiker wie „Kevin – Allein in New York“ oder „Aschenbrödel“, aber auch viele neue Produktionen und Erstausstrahlungen.
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Hannover. Dieses Jahr ist alles anders. Angeblich scharrt in den Ställen des Nordpols Santas Rentiergespann nervös mit den Hufen, denn die Elfen in den Spielzeugfabriken arbeiten alle mit Mundschutz und auf „social distance“, und so wird es diesmal noch schwieriger als sonst, den großen Weltgeschenkesack für den großen Schlitten rechtzeitig fertig zu befüllen.

Die Weihnachtslichter in den Innenstädten glitzern zwar, aber dort wo sonst glühweinseliges Weihnachtsmarktgewimmel herrscht, sind alle Plätze leer. „Stille Nacht, heilige Nacht“ gibt es diesmal nur in kleinster Runde. Bleibt, um eine tiefe Adventstrübsal zu vermeiden, als Fluchtort vor Corona die Sitzgruppe vorm Fernsehapparat. Die Streaminganbieter machen es Weihnachtsfans dabei ziemlich einfach. Sie haben dicke Jahresendzeitfilmpakete geschnürt.

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Disney Plus trumpft zu Weihnachten auf

Unzweifelhafter Vorteil 2020: Disney Plus ist im Frühjahr gestartet. Geriet der Streamingdienst aus dem Haus der Micky Maus zwischenzeitlich schon mal in den Verruf, außer der „Star Wars“-Serie „The Mandalorian“ nichts Rechtes im Portfolio zu haben, trumpft er zu Weihnachten richtig auf: Hier sind all die großen Zeichentrickklassiker und ihre Real-Life-Neuverfilmungen, die das Warten aufs Christkind schon seit Menschengedenken (vielleicht etwas übertrieben) verkürzt haben: von „Schneewittchen“ bis „Zoomania“. Von den computergenerierten Filmhits des Hauses Pixar ganz zu schweigen. Auch wenn es darin selten konkret um Weihnachten geht - weihnachtlicher geht‘s eigentlich nicht. Und auch neue Hits wirft Disney Plus ins Rennen um die adventliche Gunst des Publikums.

Aber auch Fans anderer Jahresendzeitklassiker kommen nicht zu kurz. Unter anderem sind die Kultfilme „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, „Ist das Leben nicht schön?“ und „Der Polarexpress“ bei den Streamingdiensten zu sehen. Düsteres bieten der „Bad Santa“ und der „Krampus“. Wo genau, erfahren Sie schnell und übersichtlich in der Liste. Zudem stellen wir Ihnen jeden Titel kurz vor.

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Weihnachten auf Netflix und Co. – wer zeigt was? (Auswahl)

Netflix

  • „ÜberWeihnachten“
  • „Bridgerton“
  • „Dash & Lily“
  • „Tatsächlich... Liebe“ (auch auf iTunes)

Amazon Prime Video

  • „Last Christmas“
  • „Bo und der Weihnachtsstern“
  • „Der Grinch“
  • „Tatsächlich... Liebe“ (auch auf iTunes)
  • „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“
  • „Der Polarexpress“
  • „Krampus“
  • „Die Eiskönigin I & II“

Disney Plus

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  • „Noelle“
  • „Die gute Fee“
  • „Soul“
  • „Kevin – Allein zu Haus“

Sky

  • „Weihnachten bei den Moodys“
  • „His Dark Materials“
  • „Last Christmas“
  • „Tatsächlich... Liebe“ (auch auf iTunes)
  • „Der Polarexpress“
  • „Bad Santa“
  • „Die Eiskönigin I & II“
  • „Schöne Bescherung“

Chili

  • „Ist das Leben nicht schön?“

„Noelle“ auf Disney Plus

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Ihr Vater war Santa, erzählt uns Noelle, die immerhin in einem Land lebt, wo Rentiere fliegen können. Jetzt ist ihr Bruder Nick an Daddys Stelle getreten. Der hat aber kein Herz für (Ren-)Tiere und kein Händchen für Schlitten. Kinder und Gabenverteilung in winterlicher Kälte. Und erst recht will er sich nicht in enge Schornsteine zwängen. Kurz vorm Frohen Fest verschwindet Jung Santa entsprechend und die Schwester macht sich auf die Suche – im Grunde nach sich selbst. Denn schon nach 25 Sekunden Trailersichtung weiß der Zuschauer, worauf der Weihnachtsfilm „Noelle“ hinausläuft (der es im Vorjahr in die amerikanischen Kinos geschafft hatte und sich nun zur Weihnacht 2020 beim Streamingdienst verschenkt). Fröhliches Gendern, überall – der wahre Weihnachtsmann ist weiblich. Und mit Mrs. Claus (Julie Hagerty) und Elf Polly (die 86-jährige Hollywood-Legende Shirley Mac Laine) gleich dreifach! „Pitch Perfect“-Star Anna Kendrick spielt Noelle für Disney Plus.

„Die gute Fee“ auf Disney Plus

Feen kennen wir als leicht eifersüchtige Biester (Tinker Bell in „Peter Pan“) oder auch als ziemlich bedrohlich wirkende Damen (Angelina Jolie in „Maleficent“). Jillian Bell („22 Jump Street“) spielt eher eine von den klassischen, harmlosen Zauberfrauen. „Die gute Fee“ Eleanor will verhindern, dass ihr Arbeitsbereich im märchenhaften Motherland abgewickelt wird und alle „guten Feen“ zu Zahnfeen umgeschult werden. Es läuft wie in derlei Geschichten immer: Eleanor muss den einen Menschen finden, der noch an Feen glaubt – nur so kann sie den Betrieb retten. Problem: Der Brief der zehnjährigen Mackenzie liegt schon ein paar Jahrzehnte im Feenpostkasten. Und so trifft die Gutmütigste der Gutmütigen zur Adventszeit auf Erden eine erwachsene, reichlich desillusionierte Frau (Isla Fisher, „Arrested Deveopment“), der sich alle Zauberstabschwingerinnen mal gehackt legen können. „Bridget Jones“-Regisseurin Sharon Maguire parkt ihren Weihnachtsfilm bei Disney Plus.

„Soul“ auf Disney Plus

In Komödien über den Tod wollen die Toten ja meist wieder zurück ins Leben. Und manchmal gelingt ihnen das sogar. In der Pixar-Komödie „Soul“ bekommt der Musiklehrer Joe Gardner die berufliche Chance seines Lebens: Klavier zu spielen an der Seite des Jazzstars Dorothea Williams. Minuten später fällt er vor lauter Glück und Unvorsicht in einen Kanalschacht. Ins Licht gehen will er nach seinem Ableben nicht, springt vom Förderband zum Jenseits und landet versehentlich in der Sphäre, in der neue Seelen auf ihr Erdendasein vorbereitet werden. All die kleinen blauen Wesen im „Großen Zuvor“ freuen sich auf den Job ihres Lebens, nur Nummer 22 kann sich unter irdischen Freuden nichts vorstellen und weigert sich schon seit Ewigkeiten hartnäckig. Um der Sitzenbleiberin zu beweisen, wie schön das Leben sein kann, und um auf jeden Fall doch noch sein Konzert zu spielen, wird Joe ihr Mentor und geht auf eine Reise zur Erde mit ihr. Diese Odyssee zur Menschenliebe der kleinen Möchtenichtgernseele und des ersten schwarzen Pixar-Helden ist nicht lametta-umflort und passt doch perfekt zur Weihnacht. Sollte im Kino laufen, startet aber am 25. Dezember bei Disney Plus.

„ÜberWeihnachten“ (Miniserie) auf Netflix

Callcenter-Mitarbeiter statt Songwriter-Superstar - Das raue Leben als erfolgloser Straßenmusiker, dem in den Unterführungen und U-Bahn-Stationen Berlins ein paar Cents und Hosenknöpfe in den Gitarrenkoffer geworfen werden, weckt in Basti den Wunsch nach etwas Weihnachtsseligkeit. So kehrt er einen Tag vor Heiligabend aus der Hauptstadt in seinen schneeüberzuckerten Heimatort zurück. Doch außer frischer Eifelluft und frischem Dorfklatsch von Mama Brigitte gibt es auf dem Land jede Menge Festtagsstress für den Stadtmusikanten. TV-Allzweckwaffe Luke Mockridge ist hier in seiner ersten Hauptrolle als Schauspieler zu sehen. Für seine Fans ist das, als würden bei Netflix Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen.

„Weihnachten bei den Moodys“ (Serie) auf Sky

Heiligabend ist heutzutage längst nicht mehr das Jahresendzeitfest der Dreifach-Besinnlichkeit – Liedersingen, Christmette, stille Nacht. Ist man erstmal vom „War das Christkind schon da?“-Alter ins Party-Age gerutscht, kann man es kaum noch erwarten, bis man pflichtschuldigst „O du fröhliche“ geträllert und die Geschenke ausgepackt hat. Um sich dann ins Nachtleben zu stürzen, während die bedröppelten Eltern sich das alles viel idyllischer vorgestellt hatten mit dem frohen Familienfest und trübselig die letzten Kerzen ausblasen. In der Comedyserie „Weihnachten bei den Moodys“ bei Sky bringt Papa Moody (Denis Leary) seinen erwachsenen Nachwuchs (Francois Arnaud, Jay Baruchel und Chelsea Frei) allerdings in Stellung. Statt Chicago unsicher zu machen, sollen sie gefälligst Mama („Weeds“-Star Elizabeth Perkins) zuliebe zu Hause bleiben, die sich so auf das Miteinander unterm Mistelzweig gefreut hat. Zu Hause in Amerika wurde von Fox schon eine zweite Staffel in Auftrag gegeben, hierzulande läuft die Serie bei Sky.

„Bridgerton“ (Serie) auf Netflix

Rosa Brille aufsetzen – bei Netflix wird es zur Jahresendzeit romantisch. Wir tauchen mit der Serie „Bridgerton“ ein ins England der Regency-Zeit. Darunter versteht man die Zeitspanne im England des frühen 19. Jahrhunderts, in dem der Prince of Wales (Georg August Friedrich von Hannover) die Herrschaft als Prinzregent (Prince Regent) übernahm, bis sein kranker Vater 1820 starb und er selbst König werden konnte. In dieser Frühzeit der Moderne hat die amerikanische Schriftstellerin Julia Quinn ihre auch ins Deutsche übersetzten acht „Bridgerton“-Romane angesiedelt. Die älteste Tochter der vermögenden Bridgertons, Daphne, will darin unbedingt aus Liebe heiraten - wie einst ihre Eltern. Doch der Londoner Heiratsmarkt ist ein rutschiges Pflaster und die Braut in spe holt sich ebendort einige Blessuren, bis der Duke of Hastings, ein attraktiver, überzeugter Junggeselle auf den Plan tritt. Beide werden Freunde und naja, pst, den Rest erfahren Sie dann an Weihnachten. Die britische Hauptdarstellerin Phoebe Dynevor und ihr amouröses Gegenüber Regé-Jean Page sind gleich zwei Geschenke, die ab 25. Dezember bei Netflix streambar sind.

„His Dark Materials“ (Serie) auf Sky

Schon mal Menschen gesehen, die ihre Seele in Tiergestalt neben sich gehen haben? Oder von Staub gehört, der kein Staub im Hausputzsinne ist, sondern „His Dark Materials“, dunkle Materie, eine intelligente Substanz, von der nicht nur der Fortbestand einer, sondern zahlloser Welten abhängt? Der Schriftsteller Philip Pullman hat diese fantastische Saga ersonnen, die BBC und das „Game of Thrones“-Haus HBO haben daraus eine Serie gemacht, die sich mindestens so spannend anfühlt wie früher die ZDF-Weihnachtsvierteiler. In der nun schon zweiten Staffel bekommt es Lyra Listenreich (Dafne Keen) mit Geistern zu tun und schließt die Freundschaft ihres Lebens. Lin-Manuel Miranda („Hamilton“) und Ruth Wilson („Luther“) sind in dem aufwändigen Abenteuer ebenfalls mit von der Partie. Versprochen wird ab 21. Dezember bei Sky nicht weniger als die atemraubendste Fantasy seit „Game of Thrones“.

„Dash & Lily“ (Serie) auf Netflix

Kennt noch wer den uralten, wunderschönen New-Wave-Klassiker „I’d Go The Whole Wide World“? Wreckless Eric singt davon, dass es „das eine Mädchen“ für ihn gibt, von dem ihm seine Mutter gesagt hat, sie lebe möglicherweise in Tahiti. Und so sucht der Nerd jahrein, jahraus die Welt nach ihr ab, ohne sie je zu finden. Die ebenfalls nerdige Lily (trägt schräge, selbstgenähte Klamotten, ist immer gut drauf) beschränkt sich bei ihrer Suche auf New York. Um endlich „den einen Jungen“ kennenzulernen, der sie versteht und sie so akzeptiert, wie sie ist, versteckt sie in der charmanten Weihnachtsserie „Dash & Lily“ kurz vor Weihnachten ein selbstgemachtes Rätselbuch in ihrer Lieblingsbuchhandlung. Dort entdeckt es Dash, ein verzogener Sohn aus reichem Hause, dem Weihnachten so lieb ist wie ein Furunkel auf der Nase. Dennoch ist er fasziniert von dem Büchlein und so wird es zum Gegenstand einer romantischen und arg amüsanten Annäherung. Die Hauptdarsteller Midori Franci und Austin Abrams wird man bei Netflix schnell in sein Weihnachtsherz schließen und man drückt ihnen die Daumen, dass sie schneller zu Potte kommen als damals Wreckless Eric.

„Last Christmas“ auf Amazon Prime Video und Sky

Kate („Game of Thrones-Khaleesi Emilia Clarke) läuft in „Last Christmas“ ziellos durch London und denkt über all die nicht so zielführenden Entscheidungen nach, die sie in ihrem Leben so getroffen hat. Dass jeder ihre Schritte von einem Klingeln begleitet wird, hat mit einer dieser schlechten Entscheidungen zu tun: Sie hat zuletzt als Elf in einem rund ums Jahr geöffneten Weihnachtsladen gearbeitet und trägt noch die Glöckchenschuhe. Doch als sie mit Tom (Henry Golding) zusammenstößt, ändert sich vieles. Obwohl die so oft enttäuschte Kate sich einen Emotionspanzer zugelegt hat, sieht der nette Mann die Person dahinter. Und während das Weihnachtsfest näher rückt und sich London unter all der Deko und dem ersten Schnee verwandelt, entwickelt sich bei Amazon Prime Video und Sky eine Romanze.

„Bo und der Weihnachtsstern“ auf Amazon Prime Video

Blöd, dass die Drei Könige mit Gold, Myrrhe und Weihrauch erst mal bei König Herodes aufkreuzen, um ihm zu stecken, dass das Zeug nicht für ihn, sondern für den „neuen König“ bestimmt ist. Alte Könige halten wenig von neuen Königen. Es wächst in ihnen stets die Neigung, sie aus den Weg zu räumen. Eselchen Bo und die Taube Dave (typisch judäische Tiernamen!) können den Häschern entkommen und machen sich auf den Weg, die heilige Familie vor Herodes‘ Trachten zu warnen. „Bo und der Weihnachtsstern“ erklärt kleinen Zuschauern, worum es an Weihnachten wirklich geht – umgesetzt mit viel Liebe und wenig Budget. Also ganz nach Jesu‘ Geschmack. Und zu sehen bei Amazon Prime Video.

„Der Grinch“ auf Amazon Prime Video

Dass einem wie dem intellektuellen „Grinch“ die behauptete Jahreszeit von Stille und Besinnlichkeit auf die Nerven gehen kann, lässt sich nachvollziehen. Weil man vor lauter Stress eben oft erst am 24. Dezember reinplumpst ins Frohe-Fest-Getriebe und dann völlig überfordert ist von der abverlangten inneren Ruhe und äußeren Freundlichkeit. Dass das grüne Wesen, das in seiner Berghöhle herummiesepetert, von den sich alle Jahre in Sachen adventösem Glitzern übertreffenden Heileweltgrinsern im benachbarten Städtchen Whoville besonders befremdet ist, ist ebenfalls kein Wunder. Die dortige Buntheit tötet Augen. So beschließt der Kobold, den Whovillern Weihnachten zu stehlen, wovon ihn, das wird dem Zuschauer schnell klar, das gewitzte Töchterchen einer tapfer alleinerziehenden Mutter abbringen wird. Dass der Weihnachtssaboteur charakterlich kein völliger Ausfall ist, zeigt sich dabei schon an seinem netten, hilfsbereiten Dackel Max, den der Grinch fast so sehr mag wie Wallace seinen Gromit, und den er zuweilen gedankenverloren streichelt. Und es zeigt sich auch an der freundlichen Synchronstimme von Otto Waalkes. Das Happy-End ist ab der dritten von 82 Minuten absehbar. So verläuft die Spannungskurve der auf Dr.Seuss‘ zutiefst moralischer Geschichte basierenden Neuverfilmung um ein Waisenkind, Inklusion und Liebe eher flach, macht aber trotzdem jede Menge Spaß. Zugegeben - mit dem Entstehungsjahr 2018 ist er noch kein wirklicher Klassiker, aber – derzeit bei Amazon Prime Video – schwer auf dem Weg dorthin.

„Tatsächlich... Liebe“ („Love Actually“) auf Netflix und Co.

Der alternde Popstar Billy Mack kriegt es einfach nicht hin, den alten Troggs-Song „Love Is All around Me“ im Studio auf Weihnacht zu bürsten. Es hakt an der Extrasilbe. Bei jeder Promotionsendung bezeichnet er seine Coverversion später als Mist. Aber am Ende hat er die Nummer eins des Jahres und feiert das Fest nicht mit Elton John, sondern mit seinem netten alten Manager Joe. Richard Curtis hat „Tatsächlich… Liebe“ gedreht, den vielleicht muckeligsten (Kult-)Film über Weihnachten als Fest der Liebe. Und obwohl man ihn fast so oft gesehen hat wie „Dinner for One“, steht er doch alle Jahre wieder auf der Watchlist. „Tatsächlich ... Liebe“ gibt’s tatsächlich bei Amazon Prime Video, iTunes, Sky und Netflix.

„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ auf Amazon Prime Video

Ein winterliches Märchen, verfilmt im kommunistisch-atheistischen Osten von 1973 fürs Warten aufs Christkind. „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ war halbwegs systemgerecht, wird doch die Geschichte einer Unterprivilegierten erzählt, die am Ende Glück hat. Freilich: Klassenkampf findet nicht statt, das arme Puttel wird durch Magie erhöht und kriegt auch keinen Helden der Arbeiterklasse ab, sondern einen Prinzen. Zwischen charmant und (für die Kino- & Streaminggeneration von 2020) behäbig, nicht mehr so märchenfarben wie die Märchenfilme früherer Jahrzehnte. Rolf Hoppe wirkt als König – bei unter anderem Amazon Prime Video – allerdings, als sei er strafversetzt worden.

„Der Polarexpress“ auf Sky und Amazon Prime Video

So könnte der Weihnachtsmann Zweiflern den Zauber der Weihnacht bewahren: Er sammelt sie in einem Wunderzug ein und zeigt ihnen alles – von Elfen über Spielzeugfabriken bis zum Start des Geschenkeschlittens. Eine handverlesene Schar Kinder tritt die fantastische und Atem raubende Reise an, und der Fahrkartenkontrolleur sieht aus wie Tom Hanks. Robert Zemeckis hat mit „Der Polarexpress“ einen Computertrickfilm geschaffen, dessen Realismus fasziniert. Spannend, aber auch ein wenig düster. Könnte zarte Kindergemüter um den Schlaf bringen, aus Angst, diese gewaltige Lok könnte auch vor ihrer Tür anhalten. Bei Amazon Prime Video und Sky ist allerhöchste Eisenbahn.

„Krampus“ auf Amazon Prime Video

Naja, vor Knecht Ruprecht hatte man schon als Kind Respekt. Von draus vom Walde kam der schließlich her, und wer dort überleben kann, muss arg taff sein. Dabei war der Knecht eigentlich nett, die Stimme dunkler, der Mantel glanzloser als der vom Nikolaus. Der „Krampus“ weiter im Süden und Osten dagegen hatte Hörner und nahm Kinder mit. Ein Grobian par excellence – kein Wunder, dass ihm 2015 ein Weihnachtshorrorfilm gewidmet wurde. Ein Film, in dem erst einmal nichts passiert, dann immer noch nichts. Nach einer Stunde würde man sich gern selbst als Krampus verkleiden und einen Tanz vorm Fernseher aufführen, nur damit sich endlich was bewegt. Genau dann aber bricht die Hölle los, der wilde Weihnachtskerl und seine Gesellen führen sich im Haus von Toni Collette und Adam Scott auf wie ein Rudel Gremlins auf LSD. Belagerung, deftiger Schrecken, klassische Machart mit schnieken Puppen und Kulissen. Bei Amazon Prime Video brennt der Advent.

„Bad Santa“ auf Sky

Alle Jahre wieder. Der Kaufhaus-Weihnachtsmann säuft, flucht, beglückt dicke Damen in den Umkleidekabinen und räumt mit seinem zwergenhaften Elf am Ende der Bescherung den Tresor aus. Billy Bob Thornton und Tony Cox gehen in „Bad Santa“ ziemlich respektlos mit dem Genre Weihnachtsfilm um. Zwar wandelt „Santa Klau“ am Ende auch auf dem alten filmmoralischen Trampelpfad. Bevor alles gut wird, wird’s allerdings bei Sky erstmal zappentödlich.

„Die Eiskönigin I & II“ auf Amazon Prime Video und Sky

Nachdem der unendliche Winter im ersten „Eiskönigin“-Film abgewendet wird, führt das zweite CGI-Abenteuer Elsas zur Befreiung einer schuld- und unrechtsbeladenen Welt und zur Selbstfindung der Königin, die ihre wahre Bestimmung erkennt. Starker Tobak, mehr jedenfalls, als in Märchen für gewöhnlich geschultert wird, wo sonst Kinder böse, kannibalische Vetteln in Öfen schubsen oder verkniffene Rumpelstilzchen zum Sich-mitten-entzwei-Reißen bringen. Für Heiterkeit sorgt in beiden Filmen bei Amazon Prime Video und Sky Schneeman Olaf, den Otto Waalkes spricht.

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„Schöne Bescherung“ alias „Hilfe, es weihnachtet sehr“ auf Sky

Gäbe es die Griswolds nicht, wie viele Hektoliter Lachtränen wären weniger geweint worden in der Weihnachtszeit. Die Griswolds sind eine Familie, wie man sie sonst nur aus dem Krach- und Sozialfernsehen kennt. Familienvater Clark Griswold (Chevy Chase) möchte seinen Lieben in „Schöne Bescherung“ das tollste Weihnachten aller Zeiten schenken, mit tollem Baum und toller Glühbirnchen-Hausfassade. Wie bei den Griswolds üblich wird – bei Sky – aus dem Frohen Fest ein tolles Chaos.

„Ist das Leben nicht schön?“ auf Chili

„Ist das Leben nicht schön?“ war ein Film ziemlich knapp nach dem Weltkrieg, als alle Welt guten Mut gebrauchen konnte. George Bailey (James Stewart), der zum Wohle aller ein ganz anderes Leben geführt hat, als er wollte, wird pünktlich zum Weihnachtsfest vom reichen Mr. Potter über den Tisch in die Pleite gezogen. Vor dem Schlimmsten bewahrt ihn ein Engel, der ihm zeigt, wie die Welt ohne ihn wäre. Frank Capras dezent mit Fantasy-Flair ausgestattetes Melodram von 1946 propagiert Menschenliebe und Hilfsbereitschaft, war erkennbares Vorbild zum sarkastischeren Jahresendzeitfilm „Hudsucker“ von den Gebrüdern Coen. Der Streamingdienst Chili hat diesen Weihnachtsklassiker aller Weihnachtsklassiker im Programm.

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