Wegen Trump-Lügen: US-Sender brechen Übertragung von Pressekonferenz ab

  • US-Präsident Donald Trump behauptet, die Demokraten um Herausforderer Joe Biden wollten ihm durch Betrug den Wahlsieg wegnehmen.
  • Etliche US-Sender haben schließlich genug gehört.
  • ABC, CBS und NBC brechen die Übertragung der Pressekonferenz aus dem Weißen Haus ab.
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New York. Die Sender ABC, CBS und NBC haben die Übertragung einer Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus vorzeitig abgebrochen. Nachdem Trump mehrere Minuten lang, ohne Beweise zu liefern, von Manipulationen bei der Wahl und der Auszählung gesprochen hatte, gingen die Sender wieder zu ihrem regulären Programm über - mit scharfer Kritik an Trumps Äußerungen.

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Trump spricht von "illegalen Stimmen"
2:12 min
Der US-Präsident sprach am Donnerstagabend zu den Medien. Auch sein demokratischer Herausforderer Joe Biden ging vor die Kameras.  © Reuters
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CNN und Fox News zeigten die gesamte Pressekonferenz. CNN-Moderator Anderson Cooper sagte danach aber, Trump verhalte sich wie eine „fette Schildkröte, die in der heißen Sonne auf dem Rücken liegt und mit den Beinen rudert, weil sie realisiert, dass ihre Zeit vorbei ist“.

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„Wir müssen jetzt unterbrechen, weil der Präsident eine Reihe falscher Behauptungen gemacht hat“, sagte Lester Holt von NBC. Es gebe keine Beweise für Wahlbetrug. Brian Williams von MSNBC sagte: „Jetzt sind wir wieder einmal in der ungewöhnlichen Position, den Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht nur zu unterbrechen, sondern den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu korrigieren. Es gab keine illegalen Stimmen, von denen wir wissen. Es gab keinen Trump-Sieg, von dem wir wissen.“ Jonathan Karl von ABC sagte, Trump sei offenbar frustriert über den langwierigen Auszählungsprozess.

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Fox News steht Trump weiter zur Seite

Nur Trumps Haussender Fox News stand ihm zur Seite. Die Kommentatoren Bill Bennett und Byron York sagten, die Tatsache, dass Trump keine konkreten Betrugsfälle aufgezeigt habe, bedeute nicht, dass es diese nicht gegeben habe. Der Moderator und Trump-Vertraute Sean Hannity stärkte dem Präsidenten in seiner Sendung ebenfalls den Rücken und stellte in Frage, warum Trumps Vorsprung in umkämpften Staaten wie Georgia und Pennsylvania seit dem Wahltag so geschrumpft sei. Das lag Beobachtern zufolge vor allem daran, dass Briefwahlstimmen später ausgezählt wurden, die eher zu den Demokraten tendierten.

RND/AP

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