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Warum Männer auch Hebammen sein können

Die neue ARD-Serie „Toni, männlich, Hebamme – Allein unter Frauen“ durchbricht eine Frauendomäne. Und ist überraschend unterhaltsam.

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Berlin. Bislang waren die Hauptfiguren der diversen Helferreihen bei ARD und ZDF ausnahmslos weiblich. „Eifelpraxis“, „Inselärztin“, „Praxis mit Meerblick“ (ARD), „Lena Lorenz“, „Frühling“ (ZDF): eine Versorgungsassistentin, zwei Ärztinnen, eine Hebamme, eine Dorfhelferin. Angesichts dieser geschlechtlichen Eintönigkeit hatte die ARD-Tochter Degeto eine revolutionäre Idee: Nachdem das konservative Publikum Frauen auch im Fernsehen in typischen Männerberufen akzeptiert hat, ist es an der Zeit, Männer in typischen Frauenberufen zu emanzipieren.

Den Auftakt macht Toni, Entbindungspfleger aus München; ein Hebammerich also. Der Titel des ersten Films ist von feiner Ironie: „Allein unter Frauen“. Die Frage ist bloß: Hat die neue Reihe mehr zu bieten als bloß die Umkehrung des Gender-Vorzeichens?

Ein Film wie aus einem Guss

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Titelheld Toni Hasler (Leo Reisinger), um die vierzig, ist ebenso wie seine Mitstreiterinnen aus den anderen TV-Reihen ein Helfer mit Herz, der seinen Schutzbefohlenen nicht nur mit Tat, sondern auch mit Rat zur Seite steht; wenn es sein muss, als schlechtes Gewissen.

„Allein unter Frauen“ wirkt auch trotz der ständig wechselnden Ebenen wie aus einem Guss. Die Figuren sind mit viel Sympathie entworfen; einzig Juliane Köhler fällt in ihren wenigen Szenen als überzeichneter Klinikdrachen aus dem Rahmen.

"Toni, männlich, Hebamme – Allein unter Frauen" | ARD Mit Wolke Hegenbarth und Leo Reisinger, heute, Freitag (8. Februar), 20.15 Uhr

Von Tilmann P. Gangloff

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