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Warum das “heute-journal” über die Bundesliga berichtete, aber kaum über Beirut

  • Fernsehzuschauer kritisieren die Berichterstattung im ZDF-“heute-journal”.
  • Dort war am Abend zunächst die mögliche Rückkehr von Fans in Bundesligastadien Thema – und erst viel später die verheerende Explosion in Beirut.
  • Wie kam es dazu?
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Mainz. In den sozialen Netzwerken haben viele Fernsehzuschauer auf die Berichterstattung im ZDF-“heute-journal” vom Dienstagabend mit Unverständnis reagiert. Zunächst wurde die mögliche Rückkehr von Fans in Bundesliga-Stadien sehr ausführlich thematisiert – nicht aber die schwere Explosion mit vielen Toten in Beirut. Diese wurde erst später in der Sendung in einem sehr viel kürzeren Beitrag gezeigt. Wie kam es dazu?

ZDF-Sprecher Thomas Hagedorn erklärte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass “noch aktuelle Bilder von den verheerenden Folgen des Ereignisses vom frühen Abend in den Beitrag einfließen sollten”. Wegen der aktuellen Bilder sei der Korrespondenten-Bericht über die Explosion auch erst nach 22 Uhr zu sehen gewesen, und nicht früher.

Die Bilder hätten laut Hagedorn zu Beginn der Sendung “heute-journal” noch nicht zur Verfügung gestanden. “Den gesamten Abend über war online auf ZDFheute der jeweils aktuelle Erkenntnisstand über die Explosion in Beirut zu verfolgen”, so der Sprecher weiter.

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“Das war ein Fehler”

Der Redaktionsleiter des “heute-journals”, Wulf Schmiese, erklärt über Twitter: “Das war ein Fehler, über den wir uns selbst ärgern. Im Bericht aus Beirut sollten die allerneuesten Bilder sein, daher kam er spät.”

Empörung auf Twitter

Mit Unverständnis reagierten jedoch Fernsehzuschauer am Dienstagabend auf die Berichterstattung. Ein Zuschauer kritisierte die Entscheidung mit den Worten: “Ihr macht nicht ernsthaft mit der Bundesliga auf, wo in Beirut Tausende Menschen verletzt oder getötet wurden?”

“Sehe ich das gerade richtig und das @heutejournal eröffnet mit der Bundesliga? Kein Wort in der Anmoderation zu #beirut”, schrieb ein weiterer Zuschauer bei Twitter. “Mich irritiert sehr, dass das @heutejournal so priorisiert.”

Bei der Explosion am Hafen von Beirut waren am Dienstag mindestens 100 Menschen getötet und 4000 weitere verletzt worden. Die Schäden ziehen sich kilometerweit, viele Straßen der Küstenstadt sind mit Trümmern und Scherben übersät.

RND/ros

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