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  • Vox-Doku „GewissensBISSE“: Joey Kelly und Familie im TV-Experiment - Schlachtung oder Gnadenhof?

Extremerlebnis im Schlachthaus: Joey Kelly sieht „die Angst in den Augen der Kuh“

  • Die fünfköpfige Familie von Musiker und Extremsportler Joey Kelly wagt ein TV-Experiment.
  • In „GewissensBISSE“ pflegen die Kellys die beiden Kälber Holly und Molly, dann kommt die Entscheidung: Schlachtung oder Gnadenhof?
  • In Folge eins wird ein Besuch im Schlachthaus für Joey Kelly zur Belastungsprobe.
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Fleisch ist überall verfügbar, ob abgepackt im Supermarkt oder beim Metzger des Vertrauens. Doch was, wenn Steak, Hähnchen-Nuggets und Co. nicht aus dem Kühlregal entnommen werden, sondern aus dem heimischen Garten kommen?

Am dreiteiligen Dokutainment-Format „GewissensBISSE? Das Fleischexperiment“ auf Vox nimmt neben den Familien von Schauspieler Hardy Krüger Jr. und Fußballer Dennis Diekmeier auch Musiker Joey Kelly samt Anhang Teil. Fünf Fleischesser-Familien wagen das TV-Experiment: Vier Wochen lang pflegen sie jeweils zwei Nutztiere einer Art, lernen viel über die Tiere - und möglicherweise wachsen sie ihnen ans Herz. Dann steht die Entscheidung an: Schlachtung oder Gnadenhof - und fortan vegetarisch leben?

„Ich hab‘ mein ganzes Leben Fleisch gegessen und auch gerne gegessen“, erklärt Musiker und Ausdauersportler Joey Kelly. Aus seiner Familie ist er mit Schlachtungen vertraut, bei den Kellys wurden in seiner Kindheit unter anderem Schweine geschlachtet.

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Wie der aktuelle Status quo in Sachen Speiseplan aussieht? Seine Frau Tanja Niethen-Kelly bekocht die Familie vielseitig. Denn drei Mitglieder der fünfköpfigen Familie ernähren sich bereits vegetarisch. Neben Tanja selbst sind das der älteste Sohn Luke (21) und Nesthäkchen Leni (15). Das mittlere Kind Leon (17), welches Joey Kelly als „Kopf-Mensch“ vorstellt, tickt hinsichtlich des Konsums von Fleisch ganz anders: „Ich bin überzeugter Fleischesser.“

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Beim Papa sieht das ähnlich aus. „Man fängt morgens vielleicht mit einem Brötchen an, und da kommt dann Salami drauf oder Fleischwurst. Dann mittags vielleicht auch noch etwas anderes“, berichtet Joey Kelly. „Und abends isst man vielleicht noch Pute oder so.“ Viel Fleisch habe er vor dem Projekt angeblich trotzdem nicht gegessen - aber mehr, als er selbst dachte.

Molly und Holly als neue „Familienmitglieder“

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Als die neuen „Familienmitglieder“ - O-Ton Mutter Tanja - begleitet von Kuhbauer Klaus eintreffen, herrscht helle Aufregung. Anfangs noch zögerlich, springen die braunen Kälber schon nach kurzer Zeit quietschvergnügt über das Grün. „Guck mal wie die sich freuen!“ Die Familie wirkt direkt begeistert, allen voran Tanja: „Ich bin schockverliebt. Toll. Die sind so hübsch.“ Begleitet von Klaviermusik verfolgt die Familie, wie die beiden wuscheligen Paarhufer aus dem Eimer fressen. „Tanja und Leni waren geflasht“, stellt Joey Kelly fest. Auch dem Kelly-Family-Mitglied haben es die Kälber bereits angetan: „Es war ein tolles Gefühl.“

Nichtsdestotrotz muss Familie Kelly bald feststellen: Die beiden Nutztiere machen auch einen Haufen Arbeit: Füttern - alleine vier Kilo Kraftfutter am Tag -, Stall ausmisten. Ein Full-Time-Job, für den die gesamte Familie mit Heugabel und Schubkarren mit anpacken muss. Wochenende gibt es da nicht. Joey Kelly ist trotzdem klar: „Ich wusste, wir kriegen das hin.“ Schnell offenbart sich dennoch der große Aufwand. Dieser sei „unvorstellbar“, wie selbst Tanja zugeben muss.

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Natürlich brauchen die Rinder auch einen Namen. Tanja und Leni haben sich bereits auf einen geeinigt: Molly soll die große Kuh heißen. Für die andere werden zunächst scherzhaft die Namen von Lukes Ex-Freundinnen in den Raum geworfen. Am Ende entscheiden sich die Kellys für einen Reim: Neben Molly grast fortan Holly in der Nähe des Hofes. Selbstredend wäre es nicht zu vergleichen, wenn statt einer anonymen Kuh plötzlich Holly und Molly zur Schlachtbank geführt werden. Nur Leon bleibt distanziert: „Ich werde die Tiere schon auch mögen, nur nicht so eine krasse Bindung zu ihnen aufbauen.“

Tränen bei Ehefrau Tanja: „Das ging wirklich bis ins tiefste Mark“

Wie es aussieht, wenn ein Rind geschlachtet wird, erleben drei Kellys dann hautnah. Schlachtermeister Schulz holt Joey, Tanja und Leon ab und bringt sie in sein betont „humanes“ Schlachthaus. Sie sollen mal „mitzelebrieren, wie das Ganze vonstattengeht“. Die Spannung erreicht ihren Höhepunkt, als die drei den gekachelten Schlachtraum erreichen. „Die Atmosphäre war heftig“, stöhnt Joey Kelly. Besonders nahe geht die Situation sichtlich Tanja. „Ich habe wirklich am ganzen Körper gezittert“, berichtet Joey Kellys Ehefrau. „Also das ging wirklich bis ins tiefste Mark.“

Doch auch Joey wirkt sichtlich mitgenommen. Bereits bevor die Kuh hereingeführt wird, erklärt ihm der Schlachtermeister, dass das Tier durch den Bolzenschuss ins Gehirn nicht stirbt, sondern nur betäubt wird. „Es hat mich, sagen wir mal schockiert, dass das Töten nicht sofort funktioniert.“ Als dann die Klappe fällt, kommen Tanja die Tränen: „Ich kann das richtig gut nachvollziehen, dass das Tier in Panik war.“ Weinend verlässt sie die tierliebe Vegetarierin den Raum. „Ich spüre richtig die Angst.“

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Auch Joey Kelly ist die Anspannung anzumerken. Jedoch ist sich der Extremsportler sicher: „Es ist auf jeden Fall etwas, das man sehen soll, wenn man dazu steht, dass man Fleisch isst.“ Der 17-jährige Realist Leon betrachtet die Sache erstaunlich nüchtern und reflektiert.

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Aus drei mach fünf Vegetarierinnen und Vegetarier?

Beim Abendessen mit der ganzen Familie zeigt sich Joey immer noch schwer beeindruckt. Über die respektvolle Landmetzgerei sagt er in Bezug auf die Tötung: „Es ist ein schöner Betrieb, aber human ist es nicht.“ Er habe bei der Kuh „die Angst in den Augen gesehen“. Vor dem Rest der Familie äußert er die Situation drastisch. Über den Blutverlust des Rindes sagt Kelly: „Das fließt dann halt so wie ein Hydrant.“ Er würde auch nicht glauben, wenn ihm jemand sage, dass das Tier keinen Schmerz empfinde.

Ob es wirklich das große Umdenken bei Joey Kelly und seiner Familie gibt? Werden aus drei Vegetarierinnen und Vegetariern vielleicht sogar fünf? Wohl erst in der dritten Episode fällt die Entscheidung, was schließlich mit Holly und Molly passiert. Egal, ob sich der Musiker und seine ganze Familie für eine vegetarische Lebensweise entscheiden, oder weiterhin ab und an Fleisch zu sich nehmen werden. Nach Folge eins entsteht jedenfalls der Eindruck: Ihr Verhältnis zum Fleischkonsum wird nicht mehr dasselbe sein.

RND/Teleschau

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