• Startseite
  • Medien & TV
  • „Viel Schaden verursacht“: Weitere Vorwürfe gegen „Buffy“-Schöpfer Joss Whedon

„Viel Schaden verursacht“: Weitere Vorwürfe gegen „Buffy“-Schöpfer Joss Whedon

  • Schauspielerin Charisma Carpenter hat dem Erfinder der Kultserie „Buffy“ vorgeworfen, am Set eine toxische Umgebung geschaffen zu haben.
  • Andere Darsteller äußern jetzt ähnliche Vorwürfe gegen TV-Produzent Joss Whedon.
  • Whedon selbst hat sich bislang nicht zu den Anschuldigungen geäußert.
Anzeige
Anzeige

„Buffy“ war Ende der Neunziger vor allem damit beschäftigt, den ganzen Dämonen und Vampiren dieser Welt ordentlich einen Pflock ins Herzen zu jagen oder sie wahlweise zu Staub verfallen zu lassen. Sie war die Heldin, die ständig die Welt retten musste und ganz nebenbei ein Mädchen war. Es war die glorreiche Zeit des Fernsehens, bevor sich die ganze Streamingkonkurrenz breitmachte. Erfinder dieser feministischen Vorreiterserie im Mainstream-TV war der Produzent Joss Whedon.

Die Darstellerin Charisma Carpenter, die die Highschool-Gegenspielerin Cordelia spielte, veröffentlichte in der vergangenen Woche Missbrauchsvorwürfe gegen Whedon: „Joss Whedon missbrauchte seine Macht bei mehreren Gelegenheiten, als wir zusammen am Set von „Buffy the Vampire Slayer“ und „Angel“ gearbeitet haben.“ Diese verstörenden Ereignisse hätten bei ihr ein chronisches Leiden ausgelöst. Als sie schwanger gewesen sei, habe der Produzent sie vor der gesamten Crew „fett“ genannt. Er sei gemein gewesen, bissig, anderen gegenüber offen abwertend. Als Whedon herausgefunden habe, dass sie schwanger sei, habe er die Schauspielerin gefragt, ob sie „es behalten“ würde.

„Buffy“-Schauspieler bestätigen Vorwürfe gegen Whedon

Anzeige

Nun haben sich andere Schauspieler gemeldet, die das toxische Verhalten von Whedon an verschiedenen Produktionen bestätigen. Amber Benson, die bei „Buffy“ einstieg, als Carpenter bereits nicht mehr dabei war, äußerte ähnliche Vorwürfe. „‚Buffy‘ war eine toxische Umgebung, die von oben kam. Carpenter spricht die Wahrheit, und ich unterstütze sie zu 100 Prozent. In dieser Zeit wurde viel Schaden verursacht, und manche von uns verarbeiten dies mehr als 20 Jahre später noch.“

Anzeige

Michelle Trachtenberg, neben ihrer Rolle als die jüngere Schwester von Buffy auch durch die Serie „Gossip Girl“ bekannt, habe vertraglich während der Dreharbeiten nicht mit Joss Whedon allein in einem Raum sein dürfen. Das schrieb die 35-Jährige bei Instagram. Trachtenberg war ein Teenager, als die Serie gedreht wurde. Sie beschreibt das Verhalten Whedons als „nicht angemessen. Überhaupt nicht angemessen.“

Anzeige

„Buffy“-Schauspielerin Sarah Michelle Gellar: Ich stehe allen Überlebenden von Missbrauch zur Seite

„Buffy“-Hauptdarstellerin Sarah Michelle Gellar schrieb in einem Statement bei Instagram. „Während ich stolz darauf bin, dass mein Name mit Buffy Summers assoziiert wird, möchte ich nicht für immer mit dem Namen Joss Whedon in Verbindung stehen. Ich bin zurzeit mehr darauf fokussiert, meine Kinder großzuziehen und in dieser Pandemie zu überleben. Deshalb werde ich zurzeit keine weiteren Statements machen. Aber ich stehe allen Überlebenden von Missbrauch zur Seite und bin stolz auf sie, wenn sie darüber sprechen.“ Nicht geäußert haben sich bisher Alyson Hannigan, die Willow Rosenberg spielte, und Xander Harris, der als Nicholas Brendon auftrat.

Joss Whedon hat sich mehrfach öffentlich als Feminist bezeichnet – Frauencharaktere wurden in seinen Produktionen ernst genommen, doch die Darstellerinnen derer wohl nicht. Im Juli 2020 wurde Joss Whedon vom Schauspieler Ray Fisher bereits „missbräuchliches, unprofessionelles und inakzeptables“ Verhalten gegenüber Schauspielern und Crew am Set von „Justics League“ vorgeworfen.

Das Stream-Team Was läuft bei den Streamingdiensten? Was lohnt sich wirklich? Die besten Serien- und Filmtipps für Netflix & Co. gibt‘s jetzt im RND-Newsletter „Stream-Team“ – jeden Monat neu.

Nach den Vorwürfen leitete Warner Media eine Untersuchung ein, in deren Zuge auch die Schauspielerin Charisma Carpenter laut Berichten befragt worden sei. Schon 2017 machte die Ex-Frau des TV-Produzenten auf die zwei Gesichter von Whedon aufmerksam: „Jeder glaubt, dass er der Gute war, der sich für die Rechte von Frauen einsetzte. Im Privaten jedoch passierte genau das Gegenteil.“ Der Gastbeitrag wurde im Branchenblatt „The Wrap“ veröffentlicht.

Anzeige

Joss Whedons Management oder er selbst haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

RND/goe

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen