US-Sender setzt Werbespot mit Lesben ab – und erntet Kritik

  • Der US-Sender Hallmark streicht nach einer Beschwerde einen Spot mit zwei sich küssenden Bräuten aus seinem Programm.
  • Daraufhin wird zum Boykott des Senders aufgerufen.
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Der US-Fernsehsender Hallmark will nach heftiger Kritik an der Absetzung eines Werbespots mit lesbischen Frauen diese wieder ausstrahlen. Der Mutterkonzern Crown Media habe sich mit der Absetzung des Werbespots gequält und sei zu dem Schluss gelangt, dass es die falsche Entscheidung gewesen sei, teilte der Hauptgeschäftsführer des Fernsehkanals Hallmark, Mike Perry, mit. „Die Schmerzen und die Enttäuschung, die das ausgelöst hat, tun uns wirklich leid.“

Hallmark hatte Werbespots mit zwei sich küssenden Bräuten am Altar gesendet, eine Werbung für eine Hochzeitsplanungswebsite. Die konservative Organisation One Million Moms hatte sich zuvor über die Werbefilme beschwert. Die Absetzung wurde jedoch vielfach kritisiert, auch von Prominenten. Komikerin Ellen DeGeneres schrieb auf Twitter: „Ist nicht fast 2020?“ Der Schauspieler William Shatner forderte: „Bringt die Werbefilme zurück!“ Auf Twitter wurde zum Boykott des Senders aufgerufen. Die Organisation GLAAD, die sich für Lesben und Schwule einsetzt, bezeichnete die Entscheidung gegen die Clips als „diskriminierend“.

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Sender zieht Werbung mit küssenden Bräuten zurück

Hallmark hatte die Absetzung damit begründet, dass die Kontroverse um die Werbung vom Zweck des Kanals abgelenkt habe, nämlich, Unterhaltung zu bieten. „Wir hatten einfach das Gefühl, es sei im besten Interesse der Marke, sie zurückzuziehen und nicht weiter Kontroversen hervorzurufen“, sagte die Sprecherin Molly Biwer.

Die Seite Zola hatte die Werbung geschaltet. Ihr Marketingchef Mike Chi kommentierte: „Alle Küsse, Paare und Hochzeiten sind gleiche Feiern der Liebe, und wir werden nicht weiter bei Hallmark werben.“

One Million Moms schrieb auf ihrer Internetseite, der Chef des Hallmark-Mutterkonzerns Crown Media Family Networks, Bill Abbott, habe gesagt, die Werbung sei versehentlich ausgestrahlt worden.

RND/AP

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