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  • US-Kapitol: Gewalttätige Demonstranten greifen Presse an, drohen und zerstören Equipment - auch ZDF betroffen

Unruhen in Washington: Demonstranten greifen Journalisten an und zerstören Equipment

  • Bei den Ausschreitungen am Kapitol in Washington sind am Mittwoch auch Journalisten attackiert worden.
  • Sie wurden bedroht und ihre Ausrüstung zerstört.
  • Betroffen war auch ein Korrespondent des ZDF, der von seinen Erlebnissen berichtet.
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Washington. Bei dem Protest vor und im Kapitol in der US-Hauptstadt Washington haben gewalttätige Demonstranten auch die Presse angegriffen. Auf Fotos ist zu sehen, wie mehrere Menschen um zerstörtes Equipment von Medienvertretern stehen, das sie zuvor an sich genommen hatten. Von den Angriffen betroffen waren unter anderem Vertreter der amerikanischen Nachrichtenagentur AP und des ZDF.

Korrespondent Elmar Theveßen, der für das ZDF live in Washington vor dem Kapitol berichtete und von dem Angriff betroffen war, teilte via Twitter ein Foto und schrieb dazu: „Trumps Mob hat sich ausgetobt. Dem Kameramann, den Kolleg/-innen von Associated Press, ARD, RTL und auch mir geht’s gut.“ Auf dem Bild hält ein Demonstrant ein ZDF-Mikrofon in der Hand. Der amerikanische Journalist Paul McLeod berichtete von „Wir sind jetzt die Presse“-Rufen der Demonstranten.

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Am Donnerstagmorgen äußerte sich der Redaktionsleiter des ZDF-„heute-journal“ Wulf Schmiese zu den Angriffen auf die Medienvertreter. „Unser Korrespondent Elmar Theveßen stand mit seinem Team inmitten der Gewalt. Wir haben ihn live geschaltet und sind dankbar für seine unbestechlichen und präzisen Schilderungen der Vorgänge hinter ihm, die viele Millionen Menschen in Deutschland so mitverfolgen konnten. Hinterher wurde Elmar Opfer des wütenden Mobs in Washington.“

In einem Video, das das ZDF nach den Angriffen auf die Journalisten zeigte, ist das Ausmaß der Gewalt zu sehen. Einer der Protestler schlägt auf den Berg von Medienequipment ein. Theveßen erklärte die Situation vor Ort. „Man hat uns bedroht. Man hat angefangen, unsere Ausrüstung umzuwerfen.“ Daraufhin hätten sich der Korrespondent und die anderen Medienvertreter entfernt. Von der ZDF-Ausrüstung sei nur die Kamera übrig geblieben. Verletzt wurde seinen Angaben nach keiner der Journalisten.

Redaktionsleiter Schmiese findet eindrückliche Worte für die Angriffe auf die Medienvertreter: „Es war ein Angriff auf uns – auf all meine Kolleginnen und Kollegen, die das machen, was wir den USA verdanken: freie Berichterstattung. Und damit war es auch ein vom Medienhasser Trump lancierter Angriff auf Sie, auf alle Menschen in Deutschland, für die wir berichten und die uns ermöglichen, dass wir – wortwörtlich: brandaktuell – berichten können.“

Die Angreifer hätten Übertragungsmaterial zerstört, sodass weitere Schalten für das ZDF zunächst unmöglich geworden seien. Auch Videotelefone hätten die gewalttätigen Demonstranten gestohlen. Später sei es auch zu Drohanrufen gekommen.

RND/nis

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