Unruhen in den USA: Polizei greift deutsches Kamerateam an

  • In den USA halten die Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd weiter an.
  • Inzwischen berichten verschiedene Medienvertreter von gezielten Angriffen auf sich – so auch ein deutsche.
  • Eine Journalistin wurde von einem Gummigeschoss getroffen und hat dabei ihr Auge verloren.
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Es sind erschreckende Bilder aus den USA, die derzeit um die Welt gehen: Ausgebrannte Autowracks, Tränengas, zerstörte Gebäude zeichnen in vielen US-amerikanischen Städten ein Bild der Zerstörung. Menschen gehen vermehrt auf die Straßen, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren – dabei richtet sich die durch die Tötung George Floyds ausgelöste Gewalt zunehmend auch gegen Journalisten. Offenbar wurden einige von ihnen von der Polizei angegriffen, doch auch Demonstrierende scheinen Pressevertreter ins Visier genommen zu haben.

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Nach dem Tod von George Floyd: Unruhen in den USA nehmen kein Ende
2:21 min
In den USA ist es den fünften Tag in Folge in mehreren Städten zu Unruhen gekommen. Die Wut über den Tod von George Floyd treibt die Proteste an.  © Reuters

Via Twitter kommt es vermehrt zu Berichten über gezielte Attacken auf Pressevertreter aus der ganzen Welt. In Minneapolis wurde das Deutsche-Welle-Team um den Korrespondenten Stefan Simons von der Polizei beschossen. Die Szene des Angriffs ist in einem Video zu sehen, das auf Twitter veröffentlicht wurde. Ein anderer Journalist hingegen wurde mit einem Gummigeschoss am Oberschenkel getroffen und verletzt.

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In South Carolina traf ein Stein eine Fernsehreporterin, ebenso in Minneapolis, wo die freie Fotografin Linda Tirano von einem Geschoss der Polizei am linken Auge getroffen wurde. Bei Twitter postet sie ein Bild ihrer Verletzung und berichtet, dass noch nicht sicher sei, ob ihr linkes Auge gerettet werden könne. In einem späteren Tweet berichtet sie, dass die Ärzte trotz Not-OP ihr Auge nicht retten konnten.

Am Samstagabend sind zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters durch Gummigeschosse der Polizei verletzt worden. Ein Foto des Kameramannes Julio-Cesar Chavez zeigt, wie ein Polizeibeamter mit einer Waffe direkt auf ihn zielt. Bei Twitter kommentiert Chavez die Aufnahme wie folgt: “Ein Polizist, den ich gerade filme, zielt mit seinem Gummigeschoss-Gewehr direkt auf mich.”

Nur wenige Augenblicke später wurden Chavez und ein Sicherheitsberater des Nachrichtendienstes, die kugelsichere Westen mit der Aufschrift “Presse” trugen, von den Geschossen getroffen und verletzt.

Floyd war am Montagabend nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota gestorben. Einer von vier beteiligten Beamten saß dem 46-Jährigen minutenlang mit dem Knie im Nacken. Die Bitten des Afroamerikaners, ihn atmen zu lassen, ignorierte er. Eine Frau nahm die Situation per Video auf. Der Mann wurde inzwischen aus dem Polizeidienst entlassen und wegen Mordes angeklagt. In Amerika führte der Vorfall zu massiven Unruhen und Protestbewegungen, bei denen bereits Menschen ihr Leben verloren haben.

RND/liz

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