TV-Komödie „Weihnachtstöchter“: Die Gans ist an allem schuld

  • Ein Vater hat drei Töchter von drei Frauen.
  • Als er stirbt, treffen sich in „Weihnachtstöchter“ (14. Dezember) die völlig ungleichen Halbschwestern, um über das Erbe zu streiten.
  • Ein ungewöhnlicher Weihnachtsfilm im Zweiten.
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Berlin. Die Gans steht mitten auf der Landstraße und Johann König (Peter Lerchbaumer) bremst auch für Tiere. Das hat Folgen: Der Vogel überlebt, Herr König leider nicht. Der Besitzer einer Frankfurter Großbäckerei hinterlässt drei Töchter, die von drei verschiedenen Müttern stammen und auf diese Nachricht so kurz vor dem Fest sehr unterschiedlich reagieren. Diana (Felicitas Woll), Katarina (Elena Uhlig) und Regina (Gesine Cukrowski) treffen sich nach der Beerdigung beim Notar zur Testamentseröffnung. Doch in dem Papier steht nur ein Satz: „Streitet Euch nicht“ - woraufhin der bisherige Dauerstreit natürlich sofort wieder losgeht. Wohin das führt, zeigt die Komödie „Weihnachtstöchter“ am Montag um 20.15 Uhr im ZDF.

Die Erstgeborene Regina beansprucht alles - also Haus und Firma - für sich und ihren Pralinenladen. Ohne ein Testament greift jedoch die gesetzliche Erbfolge, nach der alle drei zu gleichen Teilen erben. Da alle drei Damen Geld brauchen, scheint das eine gute Lösung zu sein. Aber Neid und Eifersucht sind einfach zu groß, außerdem sollen irgendwo in Vaters Villa wertvolle Gemälde und Schmuck versteckt sein. In der Garage steht ein wunderschönes altes Mercedes Coupé.

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Wer bekommt die persönlichen Dinge des Vaters?

Wer also bekommt die persönlichen Dinge, an die jede der drei dann doch hängt? Irgendwann kleben bunte Zettel überall, nur von Diana nicht. Sie hält alle Dinge von Verstorbenen für Krempel. Als Festessen gibt es ausgerechnet einen Gänsebraten - das Mahl artet jedoch in eine verbale Schlacht aus.

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So entstehen allerlei burleske wie ironische Situationen. Weihnachten droht katastrophal zu scheitern, wären da nicht ein nahezu stummes Waisenmädchen namens Amanda (Yuna) aus dem Heim, das Katarina leitet, und ein unglücklicher Weihnachtsmann (Antonio Putignano), der des Öfteren durchs Bild läuft und angesichts eines grünen Sportwagens irgendetwas von „schöne Farbe“ murmelt. Geschenke scheinen in seinem Sack auch keine zu stecken, dafür gibt es viel Weihnachtsschmuck und leise rieselnden Schnee.

Durchaus unterhaltsame Komödie

Autor und Regisseur Rolf Silber (67, „Alles Verbrecher - Leiche im Keller“) hat diese durchaus unterhaltsame - und nur stellenweise etwas langatmige - Komödie mit guten Schauspielerinnen und ernsten Untertönen nahezu kitschfrei inszeniert. In einem Statement für das ZDF erklärt er: „Ich schreibe gerne Frauenfiguren, weil die oft ein tiefergehendes emotionales Universum und den Hang zu komplexen Reaktionen miteinander verbinden können. Das erzeugt Reibung, und die erzeugt Hitze, mitten im Winter. Perfekt.“

Perfekt ist diese Komödie beileibe nicht, und warum der tote Vater ständig geisterhaft auftaucht, bleibt so rätselhaft wie die angeblichen Streitigkeiten - dafür haben sich natürlich alle in dieser leicht bekloppten Familie viel zu lieb. Das soll ja auch im wahren Leben vorkommen - nicht nur zu Weihnachten.

RND/dpa

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