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TV-Koch Steffen Henssler: „Würde mir Udo Lindenberg in der Sendung wünschen“

  • An diesem Sonntag (2. Mai) läuft die 100. Folge von „Grill den Henssler“.
  • Im Interview mit dem RND spricht der TV-Koch über das Jubiläum und immer besser vorbereitete Promigäste.
  • Außerdem geht er auf die aktuelle Situation der Gastrobranche in Deutschland ein.
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Am 2. Mai läuft die 100. Folge von „Grill den Henssler“ auf Vox. Was machen Sie, damit das Format nach so langer Zeit spannend bleibt?

Die Sendung hat ein ganz klares Gerüst: Ich trete in der Regel gegen drei Prominente an, es gibt einen Kochcoach, es gibt vier Gerichte und drei Küchen-Competitions. Aber innerhalb dieses Gerüstes kann unheimlich viel passieren. Es sind immer wieder Wetten entstanden, Detlef Steves wurde zum Beispiel mal live in der Sendung tätowiert. Ich habe auch mal auf Stöckelschuhen gekocht und musste mal im pinken Tutu antreten. Das hat etwas von diesen alten Samstagabendshows wie „Einer wird gewinnen“ oder „Auf Los geht’s los“, bei denen auch immer etwas Unvorhergesehenes passieren konnte.

Wie hat sich die Sendung seit der ersten Folge 2013 bis heute entwickelt?

Es gab verschiedene Moderatoren und Juroren, irgendwann haben wir außerdem angefangen, die Küchen-Competitions einzuführen. Die Promis kommen mittlerweile viel motivierter in die Sendung, das hat sich sehr gesteigert. Früher war es für mich viel einfacher, zu gewinnen. Jetzt muss ich richtig kochen und mich anstrengen, und wenn ich gewinne, fühlt sich das auch gut an.

Also ist es auch für Sie anspruchsvoller geworden?

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Es ist vom Kochen her auf jeden Fall schwieriger geworden. Früher konnte ich mehr Schabernack treiben, mittlerweile muss ich schon so 70 Prozent meiner Zeit dem Kochen widmen. (lacht)

Kochen die Promis heute demnach besser als früher?

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Die Gäste sind auf jeden Fall besser vorbereitet, weil sie die Sendung ernster nehmen. Und sie nehmen den Titel auch ernster: „Grill den Henssler“. Das kann dann schon auch mal passieren.

Gibt es irgendeinen Promi, den Sie sich noch für Ihre Sendung wünschen?

Wir haben echt schon viele gehabt. Mittlerweile haben wir es auch hinbekommen – gerade auch in der letzten Staffel mit Dieter Nuhr oder Sonja Zietlow –, Leute zu uns zu bekommen, die das früher vielleicht nicht gemacht hätten. Ich würde mir noch Udo Lindenberg, von dem ich großer Fan bin, oder einen von den Rammstein-Jungs in der Sendung wünschen. Aber die haben immer keine Lust auf so was.

Die Gastronomie ist schon seit mehreren Monaten im Lockdown. Wie schauen Sie auf die Branche? Glauben Sie, die kann sich davon wieder erholen?

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Es wird mit Hilfsgeldern gearbeitet, um für etwas Ruhe zu sorgen innerhalb der Branche. Die entscheidende Frage ist aber, wann es wieder losgeht, und wie. Es wird organisatorisch schwierig, wenn man verlangt, dass die Leute vor Ort Tests machen – also dass man die Gäste dann erst mal eine Viertelstunde warten lassen muss. Oder ob man einfach sagt, man legt jetzt wieder richtig los: Dann werden viele es sicherlich schaffen. Aber es muss zeitnah passieren, weil viele Gastronomen sich auch irgendwann umorientieren. Die Zäsur wird man außerdem erst merken, wenn es wieder losgeht. Läden wieder in Betrieb zu nehmen kostet auch eine Menge Geld. Es bringt nichts, wenn wir im Oktober wieder zumachen müssen, das wäre fatal. Man wird sich mit dem Virus arrangieren müssen: Ich glaube nicht, dass Corona nächstes Jahr weg ist.

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RND-Redakteurin Hannah Scheiwe spricht mit dem TV-Koch Christian Rach über die Krise der Gastronomie in Zeiten der Corona-Pandemie.  © RND

Wie geht es Ihren eigenen Restaurants? Sie haben ja auch einen Lieferservice gestartet …

Der Lieferservice ist natürlich kein Problem. Bei meinen anderen Restaurants ist das Gute, dass ich schon länger dabei bin und Rücklagen bilden konnte. Die waren eigentlich für Renovierungen eingeplant und gehen jetzt natürlich drauf. Aber wir sind erfahren genug, um das auszuhalten. Wenn es jetzt aber noch länger geht, wird man in Versuchung kommen, eins der Restaurants geschlossen zu lassen. Irgendwann muss man abwägen.

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Ihr Kochbuch „Hensslers schnelle Nummer“ ist aktuell sehr erfolgreich, offenbar besteht da gerade ein großer Bedarf. Ist die Pandemie die perfekte Zeit, um endlich richtig kochen zu lernen?

Ich glaube auf jeden Fall, dass das Kochen wieder mehr in den Vordergrund getreten ist, weil man nicht essen gehen kann. Da passt das Kochbuch gut in die Zeit, weil wir den Leuten ein Angebot machen, um schnell und einfach zu kochen.

Mit welchem Essen kann man Sie privat noch überraschen?

Ich werde nicht so oft zum Essen eingeladen, aber für mich ist Sushi nach wie vor Thema Nummer eins.

Wie finden Sie das Sushiangebot in Deutschland?

Sushi ist auf jeden Fall ein Thema und es gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen. Gekühlt aus dem Supermarkt ist es natürlich etwas anderes als wenn du ins Restaurant gehst. Es gibt mittlerweile ein sehr großes Angebot, was manchmal etwas ausartet in der Kreativität. Aber das bestimmt der Konsument ja am Ende selbst, was er zu sich nimmt und was nicht.

Kann es also auch zu viel Kreativität geben?

Es gibt einfach Leute, die machen Wiener Schnitzel in die Sushirolle und Johannisbeergelee obendrauf. Kreativität nur um ihres eigenen Willens ist immer problematisch. Es muss Sinn und Verstand haben. Man kann auch Sachen ausprobieren und mal übers Ziel hinausschießen, aber wenn ein Chinaimbiss auch Schnitzel und Sushi und vietnamesische Küche anbietet – wie soll die Qualität dann schon sein?

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