TV-Branche will Ausfallfonds für Fernsehproduktionen

  • Deutsche TV-Produzenten machen sich für Ausfallfonds für Fernsehproduktionen stark.
  • Für einen Produktionsausfall in Corona-Zeiten seien viele Unternehmen nicht gewappnet, heißt es in einem FAZ-Gastbeitrag.
  • Geschrieben wurde er von den Chefs der Produktionsfirma Ufa und der RTL-Streamingplattform TVNOW.
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Köln/Frankfurt. In der TV-Branche wird die Forderung nach einem Ausfallfonds für Fernsehproduktionen in der Corona-Pandemie lauter. Der Geschäftsführer der Produktionsfirma Ufa, Nico Hofmann, und der Co-Geschäftsleiter der Streamingplattform TVNOW, Henning Tewes, schrieben in einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe): "Wir brauchen einen von den Ländern gestützten Ausfallfonds für die deutsche Fernsehproduktion – unter Eigenbeteiligung von Sendern und Produzenten."

Für einen möglichen Produktionsausfall in Corona-Zeiten sei die Vielzahl der Produktionsunternehmen in Deutschland nicht gewappnet, heißt es weiter. Solche Risiken könnten insbesondere private TV-Sender nicht länger auffangen. In den vergangenen Wochen liefen langsam wieder Dreharbeiten in Deutschland an, nachdem viele Projekte wegen des Lockdowns gestoppt oder verschoben worden waren. An den Sets gelten zahlreiche Regeln.

50 Millionen Euro gefordert

Hofmann und Tewes, der auch Chief Operating Officer (COO) Programme Affairs und Multichannel bei der Mediengruppe RTL Deutschland ist, warben für einen Fonds in Höhe von 50 Millionen Euro. Das Ganze sollte bis zum nächsten Sommer befristet sein. Produzent und Sender sollten sich mit je zehn Prozent an den Kosten beteiligen. "Wie bei einer Kaskoversicherung würde so jeder Geschädigte einen Teil desSchadens selbst finanzieren." Die Ufa und die Mediengruppe RTL sind Teil des Bertelsmann-Konzerns.

Bislang gibt es eine Zusage für die Branche vom Bund - allerdings bezieht sich dieser geplante Ausfallfonds in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro auf Kinoproduktionen und hochwertige Serien. Er würde in diesem und dem nächsten Jahr bei pandemiebedingten Ausfallkosten zum Tragen kommen. Der Bund warb zugleich dafür, dass auch die Länder - Rundfunk ist in Deutschland weitgehend Ländersache - solidarische Lösungen anbieten.

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Hilfe kommt Fernsehwirtschaft nicht zugute

In dem Gastbeitrag hieß es speziell dazu, dass die Hilfe zwar ein solides Signal sei, dem Kern der deutschen Fernsehwirtschaft aber nicht zugutekomme. Die für das deutsche Fernsehen bestimmten Auftragsproduktionen bezifferten Hofmann und Tewes auf jährlich rund 12 500 Programmstunden und fast 80 Prozent des Produktionsvolumens.

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Unlängst hatten die öffentlich-rechtlichen Anstalten ZDF und ARD ihre Zusagen für Produzenten verlängert, einen Teil von Ausfallkosten zu übernehmen. Auch dort wurde immer wieder für einen staatlichen Ausfallfonds geworben.

RND/dpa

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