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„Train Your Baby Like a Dog“: Mehr als 100 Beschwerden über umstrittene RTL-Sendung

  • In der neuen RTL-Sendung „Train Your Baby Like a Dog“ erzieht eine Hundetrainerin Problemkinder.
  • Bereits im Vorfeld hatte es Kritik gegeben, und die reißt auch nach der Ausstrahlung nicht ab.
  • Bei der niedersächsischen Landesmedienanstalt sind mehr als 100 Beschwerden eingegangen.
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Hannover. Der Niedersächsischen Landesmedienanstalt liegen aktuell mehr als 100 Beschwerden über die am Sonntag ausgestrahlte RTL-Sendung „Train Your Baby Like a Dog - Die Hund-Kind-Methode“ vor. Sie prüfe die Sendung momentan, teilte die für den Privatsender zuständige Landesmedienanstalt am Dienstag auf epd-Anfrage in Hannover mit. Bereits vor der Ausstrahlung wurde kritisiert, dass das Format gegen die Menschenwürde von Kindern verstoße, weil die Sendung bei der Kindererziehung auf Erkenntnisse der Konditionierung von Hunden setze. Mit einer Petition im Internet sollte die Ausstrahlung verhindert werden; bis zum Dienstagnachmittag haben sie über 31.000 Menschen unterzeichnet.

Nach Angaben von RTL besucht die Hundetrainerin Aurea Verebes in der Sendung zwei Familien, die mit ihren Kindern vor Problemen stehen. Mit ihrer tiergestützten Methode will sie ihnen helfen, einen Weg aus der Negativ-Spirale zu finden, hin zu positiver Verstärkung. Dazu ist sie im ständigen Austausch mit dem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten Niko Hüllemann, der das Geschehen professionell einordnet.

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„Haben für die Sendung bewusst eine provokante These aufgestellt“

Man habe die fertig geschnittene Folge zuerst einer medienpädagogischen Fachkraft und danach dem Bezirksjugendamt Köln vorgelegt, erklärte RTL. Die Sendung sei vom Jugendschutz der FSF für das Tagesprogramm ab zwölf Jahren freigegeben worden. Das Thema Erziehung stelle viele Eltern, durch alle sozialen Schichten, vor große Herausforderungen. „Wir möchten uns damit beschäftigen und haben für die Sendung bewusst eine provokante These aufgestellt“, teilte RTL mit.

Auch die Pädagogin und Familienberaterin Katia Saalfrank übte vorab Kritik an der Sendung: „Kinder mit Belohnungen und Strafen trainieren zu wollen ist absolut überflüssig. Strafen sind absolut überflüssig, davon bin ich überzeugt und auch die Wissenschaft belegt das in zahlreichen Studien und den Forschungsergebnissen“, hatte sie am Samstag auf Ihrer Facebook-Seite geschrieben. „So bitte ich euch alle von Herzen: Schaltet nicht ein!“

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Saalfrank war von 2004 bis 2011 in der RTL-Sendung „Die Super Nanny“ als Pädagogin engagiert. Auch dieses Format hatte immer wieder für Diskussion und Kritik gesorgt, unter anderem auch vom Deutschen Kinderschutzbund.

RND/epd

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