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Tränen bei „Höhle der Löwen“: Carsten Maschmeyer tröstet weinende Gründerin

  • Von edlen Tropfen versteht der Winemaster-Erfinder Hubert Koch eine ganze Menge, doch fürs solide Rechnen brauchte er unbedingt Hilfe.
  • Trost wiederum brauchte ein anderer „Höhle der Löwen“-Gast aus Österreich.
  • Carsten Maschmeyer drückte eine bitter Weinende an seine Brust.
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Ein Montagabend ganz nach dem Geschmack von Investor Georg Kofler: Der gebürtige Südtiroler, erfolgreicher Geschäftsmann und Genussmensch, ist nämlich ein profunder Weinkenner und Fan edler Tropfen. Und so musste er seine „Löwen“-Lippen lecken, als mit dem Weinkenner, Elektrotechniker und Erfinder Hubert Koch aus Mönchengladbach ein Unternehmer mit ausgeprägtem Geschmack auf die Vox-Bühne trat.

Die Laune im „Die Höhle der Löwen“-Studio stieg schlagartig an bei den Ausführungen des sympathisch spät berufenen Start-up-Unternehmers, der mit seinen 63 Jahren und viel Lebenserfahrung sich selbst und seine Herausforderungen nicht immer ganz bierernst nimmt.

„Ich bin ein grottenschlechter Verkäufer“, sagte Koch, der seine Erfindung „Winemaster Bottle“ vorstellen wollte, über sich selbst. Und damit war er zumindest eines: sehr ehrlich. Was aber auch stimmt: „Ich bin nicht nur ein leidenschaftlicher Weintrinker“, sagte er. „Ich bin auch ein leidenschaftlicher Erfinder.“

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Ehrlicher Gründer: „Ich bin völlig talentfrei im Vertrieb“

„Man kann nicht jedes Mal einen Wein an einem Abend trinken“, schilderte Hubert Koch ein bekanntes Weinliebhaberdilemma: Weinreste in der geöffneten Flasche verderben sehr schnell, weil durch den Kontakt mit Sauerstoff chemische Veränderungsprozesse einsetzen.

Seine Lösung: Die Winemaster-Flasche, in die künftig solche angebrochenen Weinflaschen umgefüllt werden können, hat einen verschiebbaren Flaschenboden, mit deren Hilfe auch bei kleinen Restweinmengen die zuvor in der Flasche verbliebene Luft durch ein Ventil hinausgepresst wird. Der so konservierte Rest lässt sich länger aufbewahren. Die Alternative wäre altbekannt: Unmengen an Wein landen hierzulande im Ausguss, weil er zunächst nicht vollständig getrunken und dann ungenießbar wurde.

Zugegeben: Möglicherweise ist das kein ganz alltägliches Thema für die meisten Haushalte. Und vermutlich auch eher ein Luxusproblem: Wohin mit dem edlen teuren Restwein? Allerdings erwärmten sich die „Löwen“, die anfänglich eher kopfschüttelnd auf die offensichtlich reichlich chaotischen Geschäftspraktiken von Hubert Koch blickten, für den kuriosen Gründer. Der kokettierte nicht nur mit seiner Unfähigkeit in zentralen Bereichen seines Unternehmensplans: „Ich bin völlig talentfrei beim Vertrieb“, sagte er offen.

Chaotischer 200.000-Flaschen-Auftrag in China

Der Selfmade-Weinunternehmer hat sich auch in einen abenteuerlichen Deal gestürzt: Bevor er wissen konnte, ob ihm überhaupt jemand den Winemaster abkaufen würde, bestellte er bei einem Produzenten in China auf einen Schlag 200.000 Exemplare seiner zum Patent angemeldeten Erfindung. Eine kleinere Stückzahl war angeblich nicht möglich. Nun musste Koch rasch handeln – und endlich Flaschen verkaufen.

Wie gut, dass zumindest Nils Glagau, der zuvor stark die Stirn gerunzelt hatte, plötzlich verkündete: „Die Lösung ist unglaublich hochwertig. Das Produkt hat eine Chance da draußen.“ Schon sprang ihm Dagmar Wöhrl zur Seite. „Sie sind ein toller Mann“, lobte sie Erfinder Koch. Flugs schlossen Glagau und Wöhrl ein Zweierbündnis: Sie boten gemeinsam 100.000 Euro für 30 Prozent am Winemaster – genau so, wie das der Gründer ursprünglich haben wollte.

Lieber nicht die Ehefrau anrufen

„Sie sind der absolute Hammer als Typ“, posaunte dann auch Handelsexperte Ralf Dümmel los. Er interessierte sich brennend für die clevere Verschlussflasche, mahnte aber auch: „Das ist ein sehr erklärungsbedürftiges Produkt.“ Den Gründer Koch sieht Dümmel allerdings schon jetzt im Shopping-TV – als Verkäufer in eigener Sache. Auch er ging auf die gewünschte Forderung ein.

Als dritter „Löwe“ biss dann auch noch Georg Kofler an – nach anfänglicher Skepsis. „Sie haben sich wie guter Wein über die Zeit gut entwickelt“, lobte er Weinfreund Hubert Koch. Und auch Kofler stieg auf die Forderung ein, 100.000 Euro für 30 Prozent an der Firma zu zahlen.

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Die Qual der Wahl hatte nun der komplett verblüffte Unternehmer, der mit so viel Zuspruch erkennbar nicht gerechnet hatte. Er ging im Bühnenhintergrund in sich und vermied es tunlichst, seine Frau anzurufen, die ihn offenbar trotz seiner Schrullen liebt, aber schon oft den Kopf über die Weinideen geschüttelt hatte.

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Dann kehrte der „Winemaster“ aus Mönchengladbach zurück – und entschied sich für Ralf Dümmel. Der rannte wie ein freudiger Stier auf Koch zu und umarmte ihn besonders herzlich. Und das, obwohl Ralf Dümmel bekanntlich privat gar keinen Alkohol trinkt. „Ich muss einen klaren Kopf bewahren“, sagte er zu dem Deal, der aussah wie der Beginn einer Männerfreundschaft.

Blasmusik-Start-up fällt komplett durch

Zum Schluss floss dann tatsächlich sogar Alkohol – Koch hatte zwar viel über Wein gesprochen, aber keine Flasche geöffnet. Dafür versuchte die stilecht in Tracht und mit viel Trara im Studio eingelaufene niederösterreichische Blasmusikkapelle ihre Chancen auf einen Deal zu verbessern, indem sie durch eine „Marketenderin“ im Dirndl Schnaps ausschenken ließ. „Das gefällt mir“, schwärmte auch gleich Nils Glagau.

Das Produkt, das das Gründertrio von Marschpat mitgebracht hatte – eine Digitallösung zum Verwalten und Organisieren von Musiknoten, die über ein leichtes Digitallesegerät direkt an den Marschmusikinstrumenten befestig werden kann –, fiel aber komplett durch. Und auch die Zahlen, die die erkennbar aufgeregten Österreicher mit der 28-jährigen Carina Eigner als Sprecherin präsentierten, schienen hinten und vorne nicht zu stimmen. Immerhin rief Marschpat auch eine happige Bewertung auf. Carina Eigner wollte für 20 Prozent an der Firma 300.000 Euro haben – und das, obwohl noch kein einziger Euro verdient worden war.

„Bei jeder Antwort kommen mir zwei neue Fragen“

„Bei jeder Antwort kommen mir zwei neue Fragen“, schimpfte Carsten Maschmeyer zunehmend genervt. Und Georg Kofler polterte: „Eure unternehmerische Gesamtkompetenz erscheint mir nicht überzeugend.“ Immer wässriger wurde da der Blick von Volksmusikerin Carina, die ins Stammeln geriet und deren Musiklaune von Dur in Moll gewechselt war. Immerhin blieben die Co-Gründer neben ihr merkwürdig stumm und brachten sie so immer stärker in Verlegenheit. Dass es keinen Deal für sie geben konnte, war schnell klar.

Nicht aber, dass ausgerechnet der sonst so kühle Norddeutsche Maschmeyer etwas Ungewöhnliches, auch etwas Stürmisches, aber das menschlich Richtige tat: Er sprang auf, schloss die bitter weinende Carina in seine Arme, drückte sie an die „Löwen“-Brust und fauchte deren Mitgründer an. Die dürften „das Mädchen“ nicht so hängen lassen, schimpfte Maschmeyer. „So geht das nicht.“ Gut gebrüllt, Löwe!

RND/Teleschau

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