Tom Wlaschiha: „,Game of Thrones‘ war ein Glücksgriff für mich“

  • In „Game of Thrones“ spielt Tom Wlaschiha die Rolle des Jaqen H'ghar.
  • Im Interview spricht der Schauspieler darüber, wie die Serie sein Leben verändert hat.
  • Außerdem erzählt er, warum er beim Dreh der letzten Staffel dabei war, obwohl er schon seit der sechsten Staffel raus ist.
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Hannover. In „Game of Thrones“ stellte der deutsche Schauspieler Tom Wlaschiha Jaqen H´ghar dar – den Mann, der die Gesichter wechseln kann. Seine Figur gibt an, ein Krimineller aus der Freien Stadt Lorath zu sein. In der finalen Staffel, die ab dem 12. Oktober bei RTL II läuft, ist Wlaschiha in dieser Rolle nicht mehr zu sehen. Bei den Dreharbeiten war er aber trotzdem dabei. Warum, erklärt er im RND-Interview. Der Schauspieler hatte gemeinsam mit anderen „Game of Thrones“-Darstellern seinen Fans auf der Throne Con Autogramme und Selfies gegeben.

Tom Wlaschiha, bei „Game of Thrones“ sind Sie ja auch schon eine Weile raus. War es mit Ende der achten und letzten Staffel denn trotzdem noch mal eine Art Abschied für Sie?

Ich bin ja im Prinzip schon seit drei Jahren raus, ich war das letzte Mal in der sechsten Staffel dabei. Ich war dann beim Dreh der achten Staffel noch mal in Sevilla. Da wollten die Produzenten eine falsche Fährte legen für die Fans, haben mich und ein paar andere Leute noch mal eingeflogen und wir sind dann einfach da so rumgelaufen, um so zu tun, als wären wir in der achten Staffel dabei und um das Geheimnis ein bisschen größer zu machen. Und da gab es dann noch eine Abschiedsparty. Aber im Prinzip ist es für mich schon länger zu Ende.

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Sie haben schon vor „Game of Thrones“ in deutschen Serien und Filmen mitgespielt, aber mit der Serie hatten Sie Ihren internationalen Durchbruch. Bekommen Sie seitdem mehr oder interessantere Rollenangebote?

Ja, auf jeden Fall. Es ist ja kein Geheimnis, dass man als Schauspieler auch vom Bekanntheitsgrad lebt. Deswegen war „Game of Thrones“ in der Beziehung natürlich ein absoluter Glücksgriff für mich. Ich merke schon, dass ich jetzt sehr viel mehr Rollenangebote bekomme als vorher.

Zuletzt haben Sie unter anderem für die zweite Staffel von „Das Boot“ gedreht. Können Sie dazu schon etwas verraten?

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Es gibt natürlich wieder eine U-Boot-Geschichte und die Geschichte an Land geht auch weiter. Es gibt sogar noch eine zweite U-Boot-Besatzung. Und meine Rolle, also Hagen Forster, hat ja am Ende der ersten Staffel den großen Showdown mit Simon, wo sie in den Kampf verwickelt sind und Hagen verletzt wird. Das ist natürlich unschwer zu erraten, dass er jetzt in der zweiten Staffel auf Rache sinnt.

Die erste „Das Boot“-Staffel war ja bereits sehr erfolgreich, die zweite Staffel soll 2020 gezeigt werden. Glauben Sie, es wird auch noch eine dritte Staffel geben?

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Es kann durchaus sein, dass es noch eine dritte Staffel gibt. Die Geschichte ist ja so angelegt, dass sie noch nicht auserzählt ist. Aber genau wie bei „Game of Thrones“ kommt das darauf an, wie erfolgreich die zweite Staffel ist, und danach wird das entschieden.

Haben Sie denn noch Kontakt zu anderen „Game of Thrones“-Schauspielern?

Nicht regelmäßigen Kontakt, aber mit Iwan Rheon (der Ramsay Bolton in „GoT“ spielt, Anm. der Red.) bin ich ein bisschen befreundet, weil wir vorher schon mal einen Film zusammen gedreht hatten. Beim Dreh selbst habe ich ja eigentlich nur mit Maisie Williams (die Arya Stark spielt, Anm. d. Red.) zu tun gehabt und mit Faye Marsay, die die Heimatlose gespielt hat. Sonst bin ich mit den anderen gar nicht in Kontakt gekommen. Man ist sich mal im Hotel begegnet und ich hab auch Sibel Kekilli vor Jahren mal bei der zweiten Staffel im Vorbeigehen getroffen und wir haben dann hinterher einen „Tatort“ zusammen gedreht, das war sehr schön. Aber sonst habe ich die anderen nur bei großen Premieren getroffen und am Anfang jeder Staffel. Da gab es immer eine Leseprobe, bei der alle zusammensaßen und das aktuelle Drehbuch durchgelesen haben.

Haben Sie denn den Buchautor George R. R. Martin mal getroffen?

Den habe ich mal kennengelernt bei einer Premiere der fünften Staffel in San Francisco. Da habe ich mal zehn Minuten mit ihm gequatscht, das war sehr lustig. Aber das war das einzige Mal.

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Haben Sie denn seine Bücher gelesen?

Ich habe nur die ersten beiden Bücher gelesen und bin jetzt auch im Streik. Ich lese erst weiter, wenn die restlichen Bücher raus sind. Keine Ahnung, ob die Bücher eher rauskommen oder der Berliner Flughafen eher fertig ist … das ist ein enges Rennen.

Merkt man denn als Schauspieler, dass nicht nur ein Drehbuch, sondern auch eine Buchvorlage hinter der Serie steckt?

Die Bücher sind extrem gut geschrieben, und das hat man natürlich auch den Drehbüchern angemerkt. Und bis zur vierten, fünften Staffel haben sich die Drehbücher ja schon sehr eng an den Originalbüchern orientiert. Danach wurde es ein bisschen freier, weil das Originalmaterial fehlte. Dann haben es eben die Produzenten zu Ende geschrieben.

Hatten Sie denn damit gerechnet, dass aus Ihrer anfänglichen Gastrolle später eine Hauptbesetzung wird?

Nein, das wussten selbst die Produzenten nicht. Das ist ja bei so einer großen Serie so, dass der Sender von Jahr zu Jahr eine neue Staffel in Auftrag gibt und sich immer anguckt, wie der Erfolg ist. Es hätte auch sein können, dass nach der dritten Staffel Schluss gewesen wäre, wenn der Erfolg nicht so groß gewesen wäre.

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