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Tokio-Hotel-Zwillinge Tom und Bill Kaulitz: „Spüren auf die Entfernung, wie es dem anderen geht”

  • Mit ihrer Band Tokio Hotel wurden Tom und Bill Kaulitz international berühmt.
  • Das ist mittlerweile mehr als 15 Jahre her – seitdem ist viel passiert. Nun starten die Brüder einen gemeinsamen Podcast.
  • Im RND-Interview sprechen die Zwillinge über ihre besondere Beziehung, die „Ehe zu dritt” mit Heidi Klum und Privatsphäre in L.A.
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Mit der Band Tokio Hotel, dem Song „Durch den Monsun” und dem Album „Schrei” wurden Tokio Hotel, die Band von Bill (Gesang) und Tom Kaulitz (Gitarre), 2005 international berühmt. Die 1989 geborenen Zwillingsbrüder, Söhne der Malerin Charlotte Kaulitz, schrieben schon mit sieben Jahren Songs und gründeten die zunächst Devilish genannte Band im Jahr 2001. Seit August 2019 ist Tom Kaulitz mit Model und Showmasterin Heidi Klum verheiratet. Die erste Staffel des Brüder-Podcasts „Kaulitz Hills” erscheint an diesem Mittwoch (1. September), dem 32. Geburtstag der Zwillinge, exklusiv bei Spotify. Im RND-Interview reden sie unter anderem über das Projekt und ihr inniges Verhältnis.

Der Podcast lebt von Ihrer engen Geschwisterbeziehung. 29 Jahre lang haben Sie zusammengelebt, bis Tom Kaulitz mit Heidi Klum zusammengezogen ist. Was hat das für Sie verändert?

Bill Kaulitz: Eigentlich hat sich nicht wahnsinnig viel zwischen uns verändert. Der Draht ist noch genauso. Wir schlafen eben nicht mehr im selben Haus. Und weil zwischen uns eine Autofahrt liegt und es Zeiten gibt, in denen wir nicht zusammen sind, haben wir viel aufzuarbeiten. Wir haben früher quasi nonstop, 24/7, miteinander gesprochen und kennen das nicht anders. Darum haben wir jetzt gedacht, bauen wir uns eine Extrastunde in der Woche ein, wo wir die Mikrofone mitlaufen lassen und uns updaten.

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In der Pilotfolge sagen Sie, dass Sie fast alles gleich empfinden. Worüber streiten Sie sich denn mal?

Tom Kaulitz: Wir streiten uns relativ selten. Das hat sich auch verändert durch die räumliche Trennung. Man geht sich noch weniger auf die Nerven und weiß die gemeinsame Zeit mehr zu schätzen. Wenn wir uns mal streiten, dann immer über den Job. Vor allem wenn wir bei der Band etwas anders sehen, aber ich mische mich auch in Bills persönliche Karriere ein. (lacht) Das ist nicht oft, aber wenn es passiert, dann ist es sehr intensiv.

Bill: Dann ist es hässlich. (lacht) Meist können wir uns aber nicht lange böse sein. Wenn mal Leute mit im Raum sind und Tom und ich eine Meinungsverschiedenheit haben, wird es extrem laut und eklig, und andere denken, dass wir nie wieder miteinander reden werden. Aber fünf Minuten später ist wieder alles in Ordnung. Wir haben so eine krass tiefe Verbindung, die man schwer nachvollziehen kann, wenn man nicht einen eineiigen Zwilling hat.

Tom Kaulitz, Sie sagen in der Pilotfolge gleich zweimal (wenn auch eher scherzhaft) zu Bill Kaulitz, dass er arrogant wirkt. Können Sie gegenseitig mit so ehrlicher Kritik voneinander gut umgehen?

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Beide gleichzeitig: Ja.

Bill: Wir nehmen Kritik schon an, aber Tom und ich wissen auch immer alles besser. Wenn der andere was sagt, entgegnen wir oft: Das habe ich schon längst bedacht, wie ich es mache, ist es am besten. Aber natürlich nimmt man Kritik am meisten ernst, wenn sie von Menschen kommt, die einem etwas bedeuten. Wenn irgendein Kommentar bei Instagram steht, fliegt das an mir vorbei.

Tom: Er ist schon wieder so arrogant (lacht).

Sie bezeichnen sich in der Hörprobe auch selbst als lustig. Was finden Sie an sich gegenseitig witzig?

Bill: Wir haben einen sehr schwarzen Humor, wenn wir zusammen sind. Jeder setzt immer noch einen drauf, bis es unterstes Niveau ist. Das kennen sicher viele von ihren Geschwistern, man kann einfach ehrlich sein und ist dann auch ein bisschen drüber und kaputt. Darum ist der Podcast wahnsinnig ehrlich und frei heraus. Wir wollen die Leute sozusagen einladen, unser dritter Zwilling zu werden.

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Sie erzählen auch, dass Sie oft das Gleiche träumen. Gibt es noch andere „Zwillingssachen” bei Ihnen, die so ungewöhnlich sind?

Bill: Wir spüren auf die Entfernung, wie es dem anderen geht. Ich hatte zum Beispiel mal einen Autounfall, das hat Tom gespürt. Das klingt total abgefahren, alle denken jetzt wahrscheinlich, wir sind total spirituell. Aber wir haben einfach eine Verbindung, die man schwer beschreiben kann.

Tom: Diese Floskeln wie „Pass auf dich auf” oder „Fahr vorsichtig” zum Beispiel würde Bill nie ernst nehmen, wenn ihm das irgendwer sagt. Wenn ich das zu ihm sage, nimmt er es aber mittlerweile ernst. Ich habe Bill damals, als er diesen Unfall hatte, vorher angerufen, weil ich ein ungutes Gefühl hatte. Damals hat er das nicht ernst genommen. Seit dem Unfall nimmt er es ernst.

Bill: Auch wenn wir uns mal länger nicht sprechen können, spüren wir trotzdem die Energie und merken, wenn etwas nicht stimmt.

Manche scherzen wegen dieser engen Verbindung auch darüber, dass Sie eine Ehe zu dritt mit Heidi Klum führen. Was sagen Sie dazu?

Tom: Ich glaube, das mit der Ehe zu dritt haben wir sogar mal selbst gesagt, weil es ein bisschen stimmt. Für Leute, die eine Zwillingsverbindung nicht kennen, ist das schon was Neues. Wir kommen schon im Doppelpack. Es würde zum Beispiel nie gehen, dass Bill einen Partner hat, der mich nicht mag oder den ich nicht mag.

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Bill: Man führt automatisch eine Beziehung mit uns beiden auf eine Art. Der eine kommt nicht ohne den anderen.

Tom Kaulitz, geben Sie Bill jetzt eigentlich Beziehungs- oder Datingtipps?

Tom: Ja, das mache ich auf jeden Fall. Ich habe zuletzt sogar ein Date für Bill vereinbart. Aber das hat nicht geklappt. Es ist nicht einfach.

Wo lernt man denn als Promi eigentlich Frauen oder Männer kennen?

Bill: Ich kann natürlich nicht auf Tinder unterwegs sein. Das ist aber auch schwierig, weil ich mich nicht so einfach verliebe. Anhand eines Fotos nach links und rechts zu swipen, ist schwer für mich. Bei mir ist schon irgendwas gestört, ich verliebe mich immer in komplizierte, traurige Menschen. Darum klappt es auch immer nicht. Ich glaube total an die wahre Liebe, aber ich glaube auch, dass das nicht jedem passiert.

Sie reden im Podcast sehr offen, gleichzeitig leben Sie in L.A., weil Sie da unerkannter bleiben. Wie wichtig ist Ihnen Privatsphäre?

Bill: Sehr wichtig. Wir teilen gern Sachen, aber im Gegenzug erwarten wir, dass die Momente, die für uns privat sind, auch privat bleiben. Tom zum Beispiel hat immer ein großes Problem mit Fotografen. (lacht)

Tom: Ja klar. In unserem Podcast oder auch auf Social Media hat man die Möglichkeit, das Private zu teilen, was man teilen möchte. Es geht nach deinen Regeln. Es gibt aber Momente, wo man niemanden dabeihaben möchte. Wenn man in einer privaten Situation einen Fotografen vor der Nase hat, hat man da natürlich keine Lust drauf.

Haben Sie Angst, ständig erkannt zu werden? Setzt Sie das unter Druck?

Bill: Total. Deswegen sind wir weggegangen aus Deutschland. Wir wollten ein Leben leben, das anonymer ist, und Menschen begegnen, die nicht wissen, was wir machen. Wir sind in Deutschland Big-Brother-mäßig aufgewachsen, haben mit 15 angefangen, sind jetzt 32, und es gibt nichts, was noch nicht über uns in der Zeitung stand. Natürlich hat da jeder ein Bild von uns, das geht auch nicht anders.

War Ihnen bewusst, dass Sie durch Tom Kaulitz’ Beziehung mit Heidi Klum noch mal stärker in den Medienfokus rücken?

Bill: Darüber denkt man nicht nach. Letztendlich leben wir auch unser Leben. Wir googeln uns auch nicht jeden Tag. Das ist auch ein Grund, warum wir in Amerika wohnen. Du sitzt da nicht jeden Tag und guckst dir diese ganzen Zeitungen an, wir können uns ein bisschen zurückziehen und einen gesunden Abstand dazu kriegen. Man lebt ja sein Leben nicht für die Fans oder die Presse.

Tom: Man versucht schon, sich da frei zu machen.

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