Verstorbener Karl Dall: Werden seine Szenen aus „Rote Rosen“ nie gezeigt?

  • In der ARD-Telenovela „Rote Rosen“ hatte Komiker Karl Dall die letzte Rolle vor seinem Tod.
  • Ob das abgedrehte Material mit dem Komiker allerdings je gezeigt wird, ist noch unklar.
  • Wie eine düstere Prophezeiung wirkt ein Vorstellungsvideo, das Dalls Auftritt in „Rote Rosen“ ankündigt.
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„Wir haben bereits einiges Material“, antwortet Daniela Behns, Pressesprecherin der Telenovela-Produktion „Rote Rosen“, auf die Frage, ob es bereits fertige Szenen mit dem am Montag verstorbenen Karl Dall gebe. Die Rolle des Rockstars Richie Sky war die letzte Rolle des norddeutschen Comedians, der am Montag (23. November) an den Folgen einen Schlaganfalls gestorben war. Doch ob trauernde Fans den letzten Auftritt ihres Lieblings überhaupt zu sehen bekommen, ist unklar. Ob das Material Verwendung finde, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, sagte Behns dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Dall hatte die Rolle des Richie Sky selbst entworfen

Eindruck hat Karl Dall in jedem Fall am Set von „Rote Rosen“ hinterlassen: „Es war uns eine Ehre, ihn kennengelernt und mit ihm gearbeitet zu haben“, teilten die Produzenten Jan Diepers und Emmo Lempert von Studio Hamburg Serienwerft in einem Statement zum Tod ihres Stars mit. Sie hätten sich sehr auf Dalls Mitwirkung bei den „Roten Rosen“ gefreut. „In all unseren Gesprächen haben wir ihn als warmherzigen und kreativen, zugewandten Menschen kennengelernt“, heißt es. „Zu jeder Idee, die wir hatten, hatte er drei, die humorvoller und besser waren.“ Dall habe selbst die Rolle des Richie Sky entworfen.

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Richie Sky war ein Rock-’n’-Roller, und um dessen späten Glamour im trauten Lüneburg sollte es in den 15 Dall-Folgen der neuen „Rote Rosen“-Staffel gehen: Der international erfolgreiche Altrocker Richie (Karl Dall) besucht die alte Heimat. Vor Ewigkeiten hatte er – damals noch als Rüdiger Sikorsky – mit seinem Kumpel Hannes (Claus Dieter Clausnitzer) mit den lokalen Rainy Birds gerockt. Dann wurde Richie ein Star und Hannes nicht. Und jetzt kommt er mit Starallüren nach Hause und geht allen gehörig auf die Nerven. Eigentlich eine perfekte Rolle für Karl Dall. Am Ende hätte sich natürlich herausgestellt, dass er das Herz am rechten Fleck hat.

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Kurzfristige Drehbuchänderungen sind eine Herausforderung

„Es ist immer eine Herausforderung, so kurzfristig Änderungen in den Drehbüchern vorzunehmen“, sagte Daniela Behns dem RND. „Die Geschichten sind in der Regel sieben Wochen vor dem Dreh fertig entwickelt. Aktuell wird noch an der Geschichte von Hannes Lüder und Vivien Palowski gearbeitet.“

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Anna Mennicken (27) rückt nun offenbar als Vivien Palowski an Dalls Stelle in den Fokus der betreffenden „Rote Rosen“-Folgen. Das kleine Zimmermädchen mit den großen Träumen – ein Publikumsliebling – hat sich auf einer Reise mit Hannes Hals über Kopf in den Sohn von Richie Sky verliebt und kehrt für einen Junggesellinnenabschied nach Lüneburg zurück. Mennicken lernt gerade Text, will die Szenen für den Verstorbenen mit Herzblut spielen.

Ankündigungsvideo mit Karl Dall kurz vor seinem Tod veröffentlicht

Den Zuschlag für „Rote Rosen“ hatte Dall Anfang November bekommen. Einen Tag vor seinem Schlaganfall hatte das „Rote Rosen“-Team noch Dalls Ankündigungsvideo veröffentlicht. Dall saß in einem Sessel und frotzelte: Ewig schon habe er auf einen Anruf aus Hollywood gewartet. Und dann? „Lüneburg hat angerufen.“

Damals hatte Dall noch keine Details über seine Figur verraten dürfen. Es sei eine schwere Rolle, so viel sagte er dann doch, denn der Richie Sky sei „ein bisschen Arschloch“. Er dagegen sei stark harmoniesüchtig, und es sei „sehr schwer für mich, einen miesen Charakter zu spielen oder Leute zu beleidigen oder dumme Witze gegen Frauen und andere Randgruppen zu machen“. Im offiziellen Trailer der neuen Staffel taucht er noch nicht auf.

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Diepers und Lempert brachten in ihrer Stellungnahme von Dienstag noch eine Pointe à la Dall unter: Wenn man ihn in der Vorbereitung um 14 Uhr angerufen habe, so die Produzenten, habe er empört gesagt: „Weißt du, wie viel Uhr es ist? Du kannst doch nicht jetzt anrufen. Ich sitze hier mit meiner Frau und Kaffee. Alles ist bereit …“ Das konnte Karl Dall, und er konnte das Mienenspiel oder den Tonfall der Entrüstung lange, verunsichernde Sekunden aufrechterhalten, bevor er es dann mit einem Schmunzeln auflöste.

Für Anfang 2021 hatte Dall im Video seinen Auftritt in der 18. Staffel der „Roten Rosen“ angekündigt. Und das Video endet mit dem im Nachhinein beinahe ahnungsvoll klingenden Satz: „Ich freue mich selbst darauf, wenn ich das noch miterleben darf.“

RND/big

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