Nach Kritik an Aussagen zu Corona-Impfung: NDR will weiter Schweiger-„Tatort“ drehen

  • Seit 2013 steht Til Schweiger für den NDR als „Tatort“-Kommissar Nick Tschiller vor der Kamera.
  • Nun fiel der Schauspieler mit umstrittenen Äußerungen zum Coronavirus und zu Impfungen für Kinder auf.
  • Konsequenzen für seine Rolle beim NDR hat dies aber zunächst nicht.
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Am Sonntag hatte Til Schweiger mit umstrittenen Aussagen über das Coronavirus für Aufsehen gesorgt. In dem Trailer eines öster­reichischen Dokumentar­films wird der Schauspieler unter anderem mit den Worten zitiert, dass das Virus für Kinder „absolut harmlos“ und eine Impfung mit ihren Langzeitfolgen „viel gefährlicher“ sei.

Aussagen, die der 57-Jährige in den kurzen Ausschnitten nicht mit Fakten belegt. Statistiken belegen zwar, dass Kinder infolge einer Coronavirus-Infektion deutlich seltener als Erwachsene schwer an Covid-19 erkranken, aber die Langzeitfolgen für Kinder sind noch lange nicht klar, wie auch Lungen­fach­ärztin Jördis Frommhold, die an der Median-Klinik in Heiligendamm bereits mehr als 2000 Long-Covid-Patientinnen und -Patienten betreut hat, in einem Interview mit dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND) sagte.

NDR sucht nach Möglichkeiten, wie es mit Schweiger-„Tatort“ weitergeht

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In sozialen Medien wurde daraufhin viel über Schweigers Aussagen diskutiert. Auch, weil seine Sätze mit beliebten Thesen der sogenannten „Querdenker“-Szene übereinstimmen. Doch was denkt der NDR darüber, für den Schweiger seit 2013 als „Tatort“-Kommissar vor der Kamera steht? Sechs Folgen hat Schweiger bislang als „Nick Tschiller“ gedreht, der letzte Krimi „Tschill Out“ lief im Januar 2020 in der ARD. Erst kürzlich hatte das RND vom NDR wissen wollen, ob es demnächst wieder einen neuen „Tatort“ mit Til Schweiger geben werde. Daraufhin hieß es: „Wir arbeiten dran und suchen nach Möglichkeiten, wie ein nächster ‚Tatort‘ mit Til Schweiger aussehen könnte. Noch haben wir jedoch nichts Konkretes in der Hand, aber auch keine Eile.“

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Auf die aktuelle Anfrage, ob sich an den Plänen nach den Äußerungen Schweigers etwas geändert habe, verweist der NDR auf die vorherige Äußerung und ergänzt: „Es gibt keinen neuen Sachstand.“ Eine Distanzierung von Schweiger ist das nicht. Bedeutet also: Es wird weiterhin auf Schweiger gesetzt.

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Schweiger selbst wollte sich auf Anfrage des Redaktions­Netzwerks Deutschland nicht zu dem Film äußern, wie seine PR-Agentin mitteilte.

RND/lob

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