„Terra X: Der Galapagos-Krimi“ im ZDF: Baronin und ihre Liebhaber verschwinden auf rätselhafte Weise

  • Eine packende Dokumentation über rätselhafte Ereignisse aus dem Jahr 1934 läuft in der ZDF-Reihe „Terra X“ (13. Juni).
  • Unter deutschen Aussteigern auf einer Galapagosinsel kommt es zu Streit.
  • Eine Baronin und ihre beiden Liebhaber verschwinden – von einem taucht später die Leiche auf. Ein weiterer Aussteiger stirbt ebenfalls.
Martin Weber
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Ein Drama unter heißer Sonne: Was sich 1934 auf der Galapagosinsel Floreana abspielte, klingt nach einem spannenden Thriller von Alfred Hitchcock oder einem farbenprächtig-exotischen Abenteuer der Comichelden Tim und Struppi. Die Hauptrollen in dem bis heute nicht aufgeklärten Schurkenstück spielen ein paar Aussteiger aus Deutschland sowie eine falsche Baronin und deren zwei Liebhaber, die auf dem abgelegenen Eiland mitten im Pazifik aufeinandertreffen und eine explosive Mischung bilden.

„Als Schriftsteller hätte ich mir niemals erlauben können, derart ausgefallene Begebenheiten zu erfinden“, schrieb später der weltberühmte Autor und Erfinder des Kommissar Maigret, Georges Simenon, über die mysteriösen Vorkommnisse, die im Mittelpunkt der packenden Dokumentation „Der Galapagos-Krimi“ von 2020 stehen, die das ZDF am 13. Juni im Rahmen der Reihe „Terra X“ wiederholt.

Zwei Menschen verschwinden, zwei sterben unter mysteriösen Umständen

Der Schriftsteller und Journalist Simenon wusste, wovon er sprach, denn er reiste im Januar 1935 im Auftrag einer Pariser Zeitung nach Floreana, um Licht ins Dunkel der rätselhaften Ereignisse zu bringen und mehrere Artikel darüber zu schreiben. Er hatte eine Menge zu berichten: Im Zuge der „Galapagos-Affäre“, wie die Vorkommnisse später genannt wurden, verschwanden zwei Menschen spurlos, zwei weitere starben unter mysteriösen Umständen. Anhand der Texte von Georges Simenon, der Lebenserinnerungen zweier Beteiligter, vieler Archivaufnahmen und zahlreicher Fotos rekonstruiert die Dokumentation von Jürgen Stumpfhaus, welche Machtkämpfe im Paradies sich damals abgespielt haben.

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Mit Schauspielern nachgestellte Szenen erzählen zudem Schlüsselmomente der spektakulären Geschichte über die deutschen Auswanderer, die ihren Träumen folgten und dabei die bittere Erfahrung machten, dass man das Paradies in eine Hölle verwandeln kann.

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Spannungen in der kleinen Aussteigergemeinde

Angefangen hatte alles mit dem Berliner Zahnarzt Friedrich Ritter und seiner Lebensgefährtin Dore Strauch, die 1929 auf dem kargen und unbewohnten Eiland Floreana landeten, um sich ein alternatives Leben in der Natur fernab der Zivilisation aufzubauen. Mit dem Kölner Ehepaar Wittmer und ihrem behinderten Sohn gesellten sich schon bald weitere Aussteiger aus Deutschland dazu. Doch es kam zu Spannungen in der kleinen Aussteigergemeinde, die schließlich eskalierten, als eine angebliche Baronin auf der Pazifikinsel auftauchte, die sich Eloise Wagner de Bousquet nannte, zwei jüngere Liebhaber im Schlepptau hatte und die anderen mit ihrem dreisten und aggressiven Auftreten vor den Kopf stieß. So beanspruchte die falsche Adelige den weitaus größten Teil der Wasservorräte für sich und ihre Begleiter, trat gern bewaffnet auf und schoss schon mal jemanden an, der ihr nicht passte.

Eines Tages verschwand die Baronin mit einem ihrer Liebhaber unter mysteriösen Umständen von der Insel und tauchte nie mehr auf. Ihr anderer Geliebter verschwand ebenfalls, seine Leiche wurde Monate später auf einer anderen Galapagosinsel entdeckt. Kurz darauf starb auch Friedrich Ritter eines unnatürlichen Todes: Er erlag den Folgen einer Lebensmittel­vergiftung und soll noch im Todeskampf seine Geliebte Dore verflucht haben, die kurz darauf die Insel für immer verließ. Zurück blieb nur die Familie Wittmer, deren Nachkommen noch heute ein kleines Hotel auf Floreana betreiben.

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„Galapagos-Affäre“ schlug publizistisch hohe Wellen

Die „Galapagos-Affäre“ schlug publizistisch hohe Wellen, Zeitungen aus aller Welt berichteten in den Dreißigerjahren über die seltsamen Ereignisse auf der abgelegenen Insel, später gab es Bücher und Filme darüber. Natürlich machte auch der geniale Vielschreiber Georges Simenon noch ein Buch daraus: Sein Roman „Die da dürstet“ lehnt sich eng an die Ereignisse an, seit ein paar Jahren liegt er unter dem Titel „Hotel Zurück zur Natur“ in einer überarbeiteten Übersetzung vor.

„Terra X: Der Galapagos-Krimi“ läuft am Sonntag, 13. Juni, ab 19.30 Uhr im ZDF.

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