• Startseite
  • Medien & TV
  • Team Wallraff bei Amazon: Reporter stoßen auf System der Ausbeutung, Überwachung und Angst

„Team Wallraff“ undercover bei Amazon: „Ein System der Ausbeutung, Überwachung und Angst“

  • „Team Wallraff“ hat verdeckt über mehrere Monate beim Internetriesen Amazon recherchiert.
  • Dabei sind die Reporter eigenen Angaben zufolge auf Sozial- und Lohndumping, auf ein System der Ausbeutung, Überwachung und Angst gestoßen.
  • „Wir brauchen eindeutige Gesetze und durchsetzungsstarke Politiker, die diesem extremen Missbrauch von Arbeitskraft endlich Einhalt gebieten“, sagt Journalist Günter Wallraff.
Anzeige
Anzeige

Das „Team Wallraff“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, undercover zu recherchieren und Missstände aufzudecken. In der neuen Ausgabe, die am Donnerstag bei RTL ausgestrahlt wurde, blickte das Team hinter die Kulissen des Versandkonzerns Amazon. Über mehrere Monate arbeiteten die Reporter in verschiedensten Unternehmensbereichen als Lagerarbeiter, Paketfahrer für Subunternehmen und trafen auf Lkw-Fahrer, die vor den Logistikzentren campierten.

Um der Frage auf den Grund zu gehen, ob das Unternehmen im Namen der Profitoptimierung eine systematische Ausbeutung betreibe, bewarben sich die Reporter direkt beim Unternehmen. Während seiner Undercoverarbeit als Paketzusteller dokumentierte ein Reporter, dass die Zusteller unter dem Mindestlohn arbeiten würden. Jeder Fahrer hätte zudem ein „Konto“, auf dem Strafpunkte für Zuspätkommen, zu schnelles Fahren, zu langsames Arbeiten und Kundenbeschwerden notiert würden. Bei zu vielen Punkten drohe die Kündigung.

Crime Time Welche Filme und Serien dürfen Krimi-Fans nicht verpassen? Mit unserem Newsletter Crime Time sind Sie uptodate. Gleich kostenlos abonnieren und alle zwei Wochen eine neue Ausgabe lesen.
Anzeige

Angstkultur in den Amazon-Werken?

Die neue Folge von „Team Wallraff“ zeigt zudem widrige Arbeitsbedingungen von Lkw Fahrern, die in einer ausländischen Spedition angestellt sind und in Deutschland unter dem Mindestlohn arbeiten würden. Das Team um Wallraff sprach zudem mit Lagermitarbeitern und zeigte, wie diese unter Angst, ihren Job zu verlieren, arbeiten müssten. Per Scanner werde die Leistung und Pausenzeiten der Mitarbeiter überwacht und an die jeweiligen Manager weitergegeben, Kameras würden jeden Schritt überwachen. Es wurden Mitarbeiter interviewt, die sogar krank zur Arbeit kamen.

Was geschieht mit Retouren?

Die Reporter dokumentieren zudem, dass Amazon nicht nur in der Arbeitskraft ein Einsparpotential sehe, sondern auch in der Vernichtung von Retouren in Osteuropa. Im Verlauf seiner Recherche kam ein Reporter in Kontakt mit einer sogenannten „Zerstörerin“ in einem Werk in Polen, die bestätigte, dass in diesem Werk sämtliche Produkte vernichtet werden sollen – dabei handle es sich nicht nur um Retouren, sondern auch um Neuware. In Deutschland wäre dies ein Verstoß gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz.

„Team Wallraff“ deckt Missstände auf

In der neuen Ausgabe berichtete das „Team Wallraff“ von einer Vielzahl von angeblichen Missständen, einem ausgeklügelten System von Subunternehmen und einer effizienten Nutzung von gesetzlichen Spielräumen. Journalist Günter Wallraff fasste die Undercovermission bei Amazon so zusammen:„ Ein marktbeherrschender Weltkonzern, der solch exorbitante Gewinne erwirtschaftet und seine Belegschaft so systematisch ausbeutet, darf sich nicht länger der gesellschaftlichen Kontrolle entziehen. Wir brauchen eindeutige Gesetze und durchsetzungsstarke Politiker, die diesem extremen Missbrauch von Arbeitskraft endlich Einhalt gebieten.“

Laut RTL verfolgten 2,38 Millionen Zuschauer die aktuelle Folge.

RND/vkoe

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen