• Startseite
  • Medien & TV
  • „taz“-Journalist bei Protesten gegen IAA von Polizei festgehalten – Journalistenverbände empört

„taz“-Journalist bei Protesten gegen IAA von Polizei festgehalten – Journalistenverbände empört

  • Am Rande der Automesse IAA in München kommt es zu Protesten.
  • Ein Journalist der Tageszeitung „taz“ wird bei der Berichterstattung über eine Hausbesetzung festgehalten und ins Polizeipräsidium gebracht.
  • „taz“-Chefredaktion und Journalistenverbände äußern sich besorgt bis empört.
Anzeige
Anzeige

München. Ein Journalist der Tageszeitung „taz“ ist bei Protesten gegen die Automesse IAA in München im Umfeld einer Hausbesetzung zeitweise von der Polizei festgehalten worden. Er habe am Freitag unberechtigt ein Haus betreten und stehe im Verdacht, Hausfriedensbruch begangen zu haben, teilte die Polizei am Freitagabend auf einer Pressekonferenz in München mit. Deswegen sei der Mann zur weiteren Sachbearbeitung ins Polizeipräsidium gebracht worden. Er sei inzwischen wieder entlassen worden. „Auch der Presseausweis schützt nicht davor, Straftaten begehen zu können.“

Der betroffene Journalist Michael Trammer berichtete selbst bei Twitter von dem Vorgehen der Polizei. „Mir wird ein Hausfriedensbruch vorgeworfen, weil ich im Rahmen meiner journalistischen Tätigkeit die Aktivist*innen begleitet habe“, schrieb er. Später berichtete Trammer, dass er aus Polizeigewahrsam entlassen worden sei.

Anzeige

Die „taz“ berichtete auf ihrer Webseite, dass es sich um einen ihrer freischaffenden Kollegen handelt. Nach mehr als drei Stunden in Gewahrsam sei er wieder freigelassen worden. In dem Bericht hieß es zugleich: „Allerdings schloss ihn die Polizei München von der weiteren Berichterstattung aus. Ihm wurde eine Gefährderansprache und ein Betretungsverbot für alle Veranstaltungsflächen der IAA erteilt.“

Journalistenverband spricht von „skandalösem Verhalten“

Der Deutschen Presse-Agentur teilte die Chefredaktion der Zeitung mit Sitz in Berlin mit: Natürlich habe die Presse das Recht, Aktivistinnen und Aktivisten bei ihren Protestaktionen zu begleiten und das Geschehen zu dokumentieren. „Das dient nicht nur dem Schutz der Protestierenden gegen mögliche polizeiliche Übergriffe. Sondern es muss im Interesse der Öffentlichkeit sein zu erfahren, was tatsächlich passiert. Ohne freie Presse vor Ort wäre das nicht möglich.“

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union dju in Verdi sprach auf Twitter von einem in Teilen „skandalösen Verhalten“ der Polizei rund um die IAA und von Festsetzungen von Journalisten am Vortag. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) schrieb bei Twitter, das Vorgehen der Polizei sei „unerhört“.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen