Täuschungsfall: Deutschlandradio trennt sich von Reporter

  • Der Täuschungsfall um Claas Relotius hat die Medienbranche aufgerüttelt.
  • Jetzt hat auch das Radio einen Skandal.
  • Das Deutschlandradio hat sich von einem Reporter getrennt, der seine O-Töne gar nicht selbst aufgenommen hatte.
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Köln. Das Deutschlandradio hat die Zusammenarbeit mit einem freien Mitarbeiter beendet, der Beiträge gefälscht haben soll. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ und beruft sich auf einen Sprecher der Rundfunkanstalt.

Der Mann hatte offenbar O-Töne verwendet, die er gar nicht selbst aufgenommen hatte, sondern aus anderen Medien stammten. Dem Deutschlandradio zufolge habe der Reporter die Täuschungen in wesentlichen Punkten eingeräumt.

Nach einer Überprüfung durch Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur seien insgesamt neun Stücke aus den vergangenen sechs Monaten offline genommen worden, heißt es in dem Bericht.

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„Kein zweiter Fall Relotius“

Dem Online-Magazin „Übermedien“, das zuerst über den Fall berichtet hatte, sagte Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien: „Der Fall ist kein zweiter Relotius.“ Der Kollege habe keine Geschichten erfunden, sich allerdings an fremdem Material bedient.

„Klar, keine Auslandskorrespondentin und kein Auslandskorrespondent wird immer in der Lage sein, alle O-Töne selbst einzuholen“, sagt Wentzien. „Das ist eine Schwäche, aber damit gehen wir offen um, indem wir die Herkunft des Materials benennen.“ In diesen Fällen habe der Autor seiner Redaktion diese Möglichkeit aber verschwiegen.

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RND/msc