• Startseite
  • Medien & TV
  • „Tatort“-Schauspielerin Lisa Bitter: „Es ist schön, wenn zwei Frauen ermitteln”

„Tatort“-Schauspielerin Lisa Bitter: „Es ist schön, wenn zwei Frauen ermitteln”

  • Sie spielt die Ermittlerin Johanna Stern an der Seite von Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) im Ludwigshafen-„Tatort“.
  • Im Interview spricht Schauspielerin Lisa Bitter über diese besondere Konstellation – und warum sie selbst nie Polizistin werden würde.
  • Zu sehen sind die beiden Ermittlerinnen wieder am 17. November im Jubiläums-„Tatort“ „Die Pfalz von oben“.
|
Anzeige
Anzeige

Seit fünf Jahren ist Lisa Bitter die „Tatort“-Kommissarin Johanna Stern im Ludwighafen-„Tatort“. Anfangs ermittelte sie noch in einer Dreierkonstellation, mittlerweile nur noch mit Lena Odenthal, gespielt von Ulrike Folkerts. Zu sehen ist die Schauspielerin wieder am 17. November (20.15 Uhr, ARD) im Jubiläums-„Tatort“ „Die Pfalz von oben“. Mit der Folge wird das 30-jährige Jubiläum von Ermittlerin Lena Odenthal gefeiert.

Lisa Bitter, Sie sind vor fünf Jahren als Ermittlerin Johanna Stern zum „Tatort“ Ludwigshafen gekommen, was haben Sie denn mit Ihrer Figur gemeinsam?

Was wir gemeinsam haben, ist, glaube ich, der trockene Humor und dass sie nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen ist oder sich nicht einschüchtern lässt von irgendwelchen Verbrecherkerlen. Nicht, dass mich das jetzt nicht einschüchtern würde – aber so ein gewisses Maß an Unbeeindrucktheit von Autoritäten habe ich auch. Damit kann man natürlich im Alltag nicht so spielerisch umgehen wie im Fernsehen.

Hatten Sie denn im echten Leben schon mal mit der Polizei zu tun?

Nein. (lacht) Also nur, wenn ich das wollte: Wir hatten natürlich Trainings mit echten Polizisten oder sprechen mal mit einem Fallanalytiker und üben die Waffenhandhabung.

Anzeige

War denn Schauspielerin immer Ihr Berufswunsch – oder haben Sie irgendwann auch mal darüber nachgedacht, Polizistin zu werden?

Schauspielerin zu werden stand auf jeden Fall im Vordergrund. Polizistin zu sein kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe total Respekt vor diesem Job und könnte den nicht machen, da bin ich echt ein Schisser.

Anzeige

Als Sie vor fünf Jahren beim „Tatort“ angefangen haben, waren Sie noch zu dritt, mittlerweile sind Sie allein mit Lena Odenthal als Duo unterwegs. Wie war der Umstieg?

Man musste noch mal neu über die Figurenkonstellation sprechen. Es ist eine schöne Situation, wenn zwei Frauen ermitteln. Das ist immer noch eine Besonderheit. Und dass wir da jetzt auf die Suche gehen können und ausloten können, was da zwischen den beiden Konfliktthema sein kann, macht Spaß.

Können Sie sich denn vorstellen, dass der Lena-Odenthal-„Tatort“ mal irgendwann in Zukunft Johanna-Stern-„Tatort“ genannt wird?

Nein, das ist der Lena-Odenthal-„Tatort“, und das ist auch eine gute Marke. Es ist auch eine ganz tolle Besonderheit in dieser ganzen Branche, dass Ulrike das geschafft hat, über 30 Jahre diese Figur zu entwickeln und zu behaupten. Das ist eine sehr außergewöhnliche Position, die man in Deutschland nicht noch mal findet. Es gibt kein anderes Format mit einer Frau als Galionsfigur, das so lange existiert.

Eigentlich könnte man in der heutigen Zeit doch erwarten, dass es so was häufiger gibt.

Ja, eigentlich ist es wünschenswert und doch überraschend, dass es das nicht so gibt. Ich meine, es gibt tolle Frauenrollen im Fernsehen und auch in Reihen. Aber diese lange Zeit, die Ulrike das jetzt macht – das ist schon echt besonders.

Anzeige

Können Sie sich denn vorstellen, so lange im „Tatort“ mitzuspielen?

Ich finde, so was kann man sich immer nicht vorstellen. Ich glaube auch nicht, dass Ulrike sich das, als sie so alt war wie ich, vorgestellt hat. Das hängt ja auch von viel ab – auch davon, ob man zufrieden ist mit den Büchern und der Figurenentwicklung. Wenn man da immer wieder Aufgaben bekommt, die einen reizen, dann verstehe ich das total, wenn man das länger macht. Natürlich wünsche ich mir, dass es in dieser Konstellation mit Ulrike noch lange weitergeht, weil ich es auch genieße, mit ihr zusammenzuarbeiten.

Es zieht Sie also nicht unbedingt nach einer bestimmten Zeit zu anderen Projekten und Rollen?

Ich drehe ja auch parallel. Wir drehen zwei „Tatorte“ pro Jahr, und da bleibt noch Zeit für andere Projekte. Bisher lief das immer so gut, dass ich immer andere Rollen bekomme und andere Spielaufgaben gestellt bekomme, sodass ich zufrieden bin und mir nichts fehlt. Natürlich ist die Wahrnehmung, weil das Format sehr populär ist, dass man sehr schnell mit dieser einen Figur verbunden wird, weil sie durchgängig ist und immer wieder im Fernsehen zu sehen ist.

Das stimmt. Wie kann man denn diese eine Rolle über mehrere Jahre und Folgen so weiterentwickeln, dass sie einem trotzdem nicht langweilig wird?

Wir sind ja immer im direkten Kontakt mit unserer Redaktion. Dann redet man darüber, was möglich sein kann und interessant wäre, zu erzählen. Und dann nähert man sich mehr oder weniger an – es kann natürlich immer sein, dass ein Drehbuch kommt, in dem das nicht unbedingt Platz hat. Aber da sind wir im Gespräch und das ist auch wichtig, dass sich die Dinge weiterentwickeln und man nicht auf der Stelle tritt.

Anzeige

Das heißt, Sie können bei den Drehbüchern mitreden?

Ja, wir können schon unsere Wünsche oder Zweifel äußern über bestimmte Szenen. Meistens ist es ja so, dass die Regisseure oder Regisseurinnen am Set auch noch mal anders darauf eingehen.

Ist das denn schon passiert, dass Sie total unzufrieden mit einem Drehbuch waren?

Das ist in den Jahren, in denen ich dabei bin, eher selten vorgekommen. Aber ich erinnere mich schon, dass es mal ein Buch gab, bei dem ich gedacht habe: „Meine Güte, was steht denn da alles drin? Das ist doch total unlogisch.“ Aber dann wird geredet und dann hatten wir das Glück, dass wir eine gute Regisseurin an der Hand hatten, die verstanden hat, was wir meinen, und auch auf uns eingegangen ist.

Sie haben erzählt, dass Sie früher immer mit Ihren Eltern „Tatort“ gesehen haben und daher Lena Odenthal schon kannten. Mit wem schauen Sie jetzt, da Sie selbst mitspielen, den „Tatort“?

Ich gucke eigentlich jeden „Tatort“ mit meinem Freund. Immer sonntags.

Und wie findet Ihr Freund das, seine eigene Freundin im „Tatort“ zu sehen?

Ich glaube, der findet das ganz gut. Der ist natürlich auch kritisch und wir reden dann darüber, aber der findet das super.