Neuer Dresden-„Tatort“: Drama einer Unsichtbaren

  • Im Dresdner „Tatort: Unsichtbar“ (17. Oktober, ARD) bricht eine junge Frau tot zusammen. Zuvor wurde sie gestalkt und hatte Schmerzanfälle, für die sich keine Ursache finden lässt.
  • Ermittlerin Gorniak kämpft mit den gleichen Problemen: Welchen Zusammenhang gibt es zwischen den Frauen?
  • Der neue Fall ist ein spannendes Psychogramm, das einen Blick hinter die verletzliche Fassade der Täterin oder des Täters erlaubt.
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Am helllichten Tag bricht die Cafébesitzerin Anna Schneider (Milena Tscharntke) mitten auf der Straße tot zusammen. Herzstillstand, mit gerade mal 29 Jahren. Die Obduktion ergibt keine Hinweise auf äußere Gewalteinwirkung. Auch für die Vermutung, sie könnte vergiftet worden sein, finden sich keine Beweise. Damit hätte sich der Fall für die Dresdner Mordkommission im „Tatort: Unsichtbar“ (17. Oktober, 20.15 Uhr, ARD) eigentlich erledigt. Doch die Ermittlerinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) glauben nicht an einen natürlichen Tod der jungen Frau und erbitten sich Zeit vom Chef, der diese widerwillig gewährt. Besonders Gorniak hat ein privates Interesse daran, Licht ins Dunkel dieses rätselhaften Todes zu bringen.

Als Ansatzpunkt dient zunächst, dass das Opfer kurz vor seinem Tod Anzeige gegen einen unbekannten Stalker stellte und zudem in den Wochen vor dem Zusammenbruch immer wieder unter plötzlichen, heftigen Schmerzanfällen litt. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um eine Eifersuchtstat handeln könnte, wenn auch unklar ist, wie die Tat begangen worden sein soll – gibt es doch keine Spuren. Gleich zwei Männer geraten in Verdacht: Ex-Freund Nils Klotsche (Christian Friedel) wurde von der Cafébetreiberin verlassen, nachdem sie ihn betrogen hatte; während der Beziehung hatte sie eine Affäre mit dem verheirateten Lucas Dreesen (Beat Marti), der seine Frau für sie verlassen wollte. Doch dazu kam es nicht, weil Anna Schneider auch ihn sitzen ließ.

Ex-Freund der Toten experimentiert in Labor mit Ratten

Ersterer arbeitet als technischer Assistent in einem medizinischen Labor, das sich auf die Entwicklung von Nanobots in der Krebsforschung spezialisiert hat. Dort führen die Ermittlungen nun auch die Dresdner Kommissarinnen hin. In dem Labor experimentieren sie unter anderem mit Ratten. Vorherige Bilder zeigten, dass Anna Schneider kurz vor ihrem Tod auch eine tote Ratte in ihrem Café fand.

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Schnell fragen sich die Ermittlerinnen, ob es wohl möglich ist, die Nanomoleküle so zu manipulieren, dass sie einem Menschen unbemerkt heftige Schmerzen zufügen oder ihn sogar töten können. Dabei geraten auch Klotsches Chef, Professor Mühl (Matthias Lier), und seine Kollegin Martha Marczynski (Anna Maria Mühe) in den Fokus. Sie halten das aber eher für ausgeschlossen – und sehen auch den eifersüchtigen Ex nicht in der Lage, so etwas zu machen. Dabei wäre es „die perfekte Waffe“, die sie dort erschaffen könnten.

Gorniak ist sich sicher: Es war Mord

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Gorniak will nicht aufgeben, ihre Intuition sagt ihr, dass es Mord war. Eine Rolle spielt dabei vor allem, dass auch sie unter solchen Schmerzanfällen leidet, wie sie bei der toten Cafébesitzerin vor ihrem Tod zu beobachten waren. Auch bei ihr lassen sich keine neurologischen Erklärungen dafür finden. Und auch sie scheint gestalkt zu werden: Ihr werden rund 20 Jahre alte Videoschnipsel von einer Party zugespielt, die sie nicht zuordnen kann, und sie erhält mysteriöse Drohanrufe. Nach einer Weile weiht sie ihre Kollegin Winkler ein.

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Was verbindet die Polizistin und die tote Cafébesitzerin?

Doch welchen Zusammenhang gibt es zwischen der Polizistin und der Cafébesitzerin? Gorniak hat Anna Schneider zuvor noch nie gesehen, auch mit den Partyaufnahmen verbindet sie nichts. Das bleibt für die Ermittlerin lange so – auch wenn sich für den Zuschauenden nach und nach die Puzzleteilchen zusammensetzen. Rückblenden, die einen Vorfall aus der Vergangenheit zeigen, machen so einiges verständlicher. Ein Vorfall, der für eine Figur alles verändert hat und für die anderen doch unsichtbar geblieben ist. So unsichtbar, dass sich darauf ein ganzer Krimiplot aufbauen lässt.

Und der gestaltet sich ziemlich düster. Wie viel Schmerz hält ein Mensch aus? Das ist die Frage, die über all dem schwebt – und zwar nicht nur auf den körperlichen Schmerz bezogen, den sowohl das Opfer als auch die Polizistin fühlen, sondern vor allem auf den seelischen. Dieser „Tatort“ ist ein spannendes Psychogramm, das spät im Film plötzlich einen Blick hinter die Fassade der Täterin oder des Täters erlaubt.

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