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ARD-Krimi

Dresdner „Neverland“-Villa: Das waren die seltsamsten „Tatort“-Schau­plätze

Kommissariats­leiter Schnabel (Martin Brambach, links) spricht mit dem einfluss­reichen und wohl­habenden Simon Fischer (Christian Bayer), dessen Frau verschwunden ist.

So viel Zeit wie in die diesem „Tatort“ mit Gorniak (Karin Hanczewski), Winkler (Cornelia Gröschel) und Schnabel (Martin Brambach) verbrachten die Ermittelnden selten an ein und demselben Ort. Gefühlt 90 Prozent der Szenen im „Tatort: Das kalte Haus“ spielten auf dem Anwesen des seltsamen Verdächtigen Simon Fischer (Christian Bayer), dessen Frau angeblich während der Nacht von dort verschwunden war. Der Dresdner „Tatort“, das weiß man mittler­weile, hat ein Faible für Grusel­häuser. Doch welche anderen Schau­plätze aus „Tatort“-Krimis der letzten Jahre spielten ebenfalls eine Haupt­rolle – und blieben lange im Gedächtnis?

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Worum ging es?

Am späten Abend werden die Ermittelnden zur düsteren Villa eines einfluss­reichen Unternehmers gerufen. Simon Fischer vermisst seine Frau Kathrin (Amelie Kiefer). Die ist verschwunden, viel Blut im Haus weist auf schreckliche Geschehnisse hin. Zudem sind auch der Hund sowie das Auto des Paares nicht mehr da. Dabei hat Kathrin noch nicht mal einen Führer­schein. Indizien weisen darauf hin, dass der zu aufbrausendem Verhalten neigende Simon Fischer seine Frau selbst hat verschwinden lassen. Anderer­seits wirkt der Mann so, als würde er Kathrin über alles lieben. Und warum sollte er die Polizei zu einem Zeitpunkt informieren, da auf dem Anwesen überall Spuren zu finden sind, die Fischer belasten?

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Worum ging es wirklich?

Zum zweiten Mal drehte die hochdekorierte Regisseurin und Autorin Anne Zohra Berrached („24 Wochen“) einen „Tatort“ mit nur einem Verdächtigen. „Der Fall Holdt“ von 2017 ist der wohl beste Charlotte-Lindholm-„Tatort“ – und auch da ging es, nach einem wahren Fall, um einen Mann, der des Mordes an seiner verschwundenen Frau verdächtigt wurde. Trotz der offen­sichtlichen Parallelen ist „Das kalte Haus“ keine Wieder­holung des „Holdt“-Stoffes. War der fünf Jahre alte Krimi, in dem Aljoscha Stadelmann den Verdächtigen spielte, fast schon ein dokumentarisch angelegtes Psycho­spiel und das bewegende Porträt eines verzweifelten Mannes, ist „Das kalte Haus“ auf dunkle Weise „bunter“. Ein Krimi als Spiel­wiese falscher Fährten und manipulierter Verdächtigungen – auch was toxische Männlichkeit betrifft.

Welche Dresdner „Grusel­häuser“ gab es sonst noch?

Gorniak, Winkler und Schnabel zieht es auffällig oft in düstere Larger-than-life-Häuser, die zum Co-Haupt­darsteller der Dresdner Fälle werden. „Das Nest“ (2019), der erste Fall von Cornelia Gröschel als Kommissarin Leo Winkler, spielte – zum Teil – in einem kinematografisch inspirierten Horror­haus. Noch gelungener war allerdings der „Haunted House“-Krimi „Parasomnia“ (2020), in dem ein metaphysisch begabtes Kind tote Menschen sehen konnte. Vielleicht gibt es ja rund um Dresden mehr stimmungsvolle alte Gebäude als anderswo – oder die Redakteurinnen und Redakteure des produzierenden MDR haben bessere Location Scouts und ein größeres Interesse an Schauplatz-„Tatorten“ als andere Sender.

Welche „Tatort“-Schauplätze blieben im Gedächtnis?

In über 50 Jahren Format­geschichte kommt viel zusammen. Konzentrieren wir uns daher auf die letzten Jahre: Ein Locationkniff war sicher die Inszenierung des Kölner Falles „Hubertys Rache“ auf einem entführten Rheinausflugsdampfer (März 2022). Davor nutzte Regisseur Detlev Buck für seinen „Tatort: Alles kommt zurück“ (Weihnachten 2021) mit Maria Furtwängler und Udo Lindenberg die Räumlichkeiten des im Corona-Lockdown befindlichen Hamburger Atlantic-Hotels für einen exklusiven Dreh. Eine Woche davor ermittelten die Münchner Kommissare Batic und Leitmayr in „Wunder gibt es immer wieder“ im oberbayerischen Kloster – inklusive trans­zendenter Erscheinungen dank Tee­genuss aus dem Kräuter­garten der Nonnen.

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Der vielleicht seltsamste „Tatort“-Schauplatz der letzten Jahre findet sich jedoch im Münsteraner Fall „Limbus“ vom November 2020: Da ermittelten Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) in einer Zwischen­welt oder Vorhölle, in der ein mit seinem Wagen von der Straße abgekommener Boerne ums Überleben kämpft. In Sachen Kulissen und Bild­gestaltung ist dieser „Tatort“ wunderbar kreativ inszeniert. Dazu ganz sicher der böseste, vielleicht sogar beste „Tatort“ aus Münster.

Wie geht es beim Dresdner „Tatort“ weiter?

Der nächste Dresdner „Tatort“ hört auf den Namen „Katz und Maus“ (Drehbuch: Jan Cronauer und Stefanie Veith, Regie: Gregory Kirchhoff). Er soll im Herbst 2022 den Sonntag­abend im Ersten bereichern. Die Story klingt, als wäre in Sachsen mal wieder Thriller-Time angesagt: Klatsch­reporterin Brigitte Burkhard (Elisabeth Baulitz) wird auf offener Straße verschleppt. Ihr Entführer versteckt sich hinter einer Maus­maske und wendet sich mit einer Video­botschaft an die Polizei. Die Kommissarinnen Gorniak, Winkler und ihr Chef Schnabel werden mit der Behauptung konfrontiert, 150 in Sachsen entführte Kinder würden in einem Dresdner Keller gefangen gehalten. Befreit die Polizei sie nicht innerhalb von 24 Stunden, muss die entführte Journalistin sterben.

RND/Teleschau

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