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  • Stefan Mross von "Immer wieder sonntags": Über seine Hochzeit, Küsse mit Mundschutz und das Leben in der Corona-Krise

“Immer wieder sonntags”-Moderator Stefan Mross: “Ich bin Kultgast vom ‘Fernsehgarten’”

  • Die ARD-Show “Immer wieder sonntags” wird trotz Corona-Krise laufen – allerdings ohne Publikum.
  • Was das für Moderator Stefan Mross bedeutet, verrät er im Interview.
  • Außerdem spricht er darüber, dass er im “ZDF-Fernsehgarten” keine Konkurrenz sieht, und über seine verschobene Hochzeit.
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Seit 15 Jahren moderiert Stefan Mross die Liveshow “Immer wieder sonntags” im Ersten. Das wird auch dieses Jahr wieder so sein – nur diesmal wegen der Corona-Krise vorerst ohne Publikum. Die erste Folge der Saison läuft an diesem Sonntag, 3. Mai, ab 10.03 Uhr.

Stefan Mross, „Immer wieder sonntags“ lebt normalerweise auch vom Livepublikum. Das darf jetzt wegen der Corona-Krise nicht dabei sein, stattdessen sollen Zuschauer über Telefon oder Video dazugeschaltet werden. Auf was für eine Stimmung stellen Sie sich unter diesen Bedingungen ein?

“Immer wieder sonntags” lebt unter anderem vom Publikum in der Arena, aber nicht nur – das moderiert ja nicht die Sendung (lacht). Aber natürlich ist das Publikum ein fester Bestandteil der Sendung. Das bricht jetzt weg. Trotz alledem wollen wir dem Fernsehzuschauer so volksnah wie möglich wieder das Gefühl geben “Hurra, es gibt wieder Sendungen in der Unterhaltungsbranche”. Mir ist wichtig, dass die Leute am Sonntag um 12 Uhr rausgehen und sagen: “Es war zwar kein Publikum da, aber es war ‘Immer wieder sonntags’, so wie wir es lieben und kennen.” Wir werden nicht so viele Publikumsschaltungen machen. Denn die Leute haben, glaube ich, mittlerweile genug von Schaltungen ins Wohnzimmer von Tante Elsriede und Onkel Herbert.

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Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass im Laufe der “Immer wieder sonntags”-Saison doch noch Publikum dabei sein wird?

Ich bin so optimistisch, dass ich hoffentlich bei der zweiten Sendung wieder Publikum habe (lacht). Aber mein Optimismus wird, glaube ich, diesmal bestraft, man munkelt sogar schon, dass dieses Jahr gar kein Publikum mehr dabei sein wird. Aber davon gehe ich nicht aus. Wir warten jetzt die ersten Sendungen ab, die Maßnahmen der Regierungen werden natürlich befolgt.

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Können Sie sich vorstellen, dass es ein angepasstes Konzept geben wird – also nur die Hälfte der Menschen zum Beispiel mit Abstand im Publikum sitzen wird?

Wo fängt man da an, und wo hört man auf? Dann sitzt der Hansi-Hinterseer-Fanclub da und der Voxxclub-Fanclub fragt: “Warum darf ich nicht in die Sendung?” Das geht nicht. Wir können nicht sagen, dass wir nur 200 Leute reinlassen und der Rest bleibt draußen. Entweder mit Publikum – 2500 Menschen – oder man lässt es ganz.

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Auf welchen Gast der kommenden 16 Liveausgaben freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich auf jeden einzelnen, denn nach sechs Wochen zu Hause sitzen freut man sich, dass man mal wieder in menschliche Nähe kommt. Ich freue mich auch wahnsinnig, dass das Format überhaupt stattfindet. Für die Leute zu Hause ist es ganz wichtig, wieder auf andere Gedanken zu kommen. Die Leute sollen wieder lachen und im Wohnzimmer ein bisschen Sonnenschein haben.

Haben Sie denn einen Wunschgast, den Sie unbedingt mal in der Sendung haben wollen?

Ich kenne ja mittlerweile alle, seit 30 Jahren darf ich jedem Kollegen persönlich die Hand schütteln. Ich glaube, der einzige, der noch nicht in der Sendung war, ist Howard Carpendale. Das wäre sehr schön, wenn mich der Howie mal begrüßen würde im Europapark. Der macht hervorragende Musik, er ist für mich ein wahrer Superstar in der Szene. Für uns Junge oder Junggebliebene (lacht) ist er ein großes Vorbild.

“Immer wieder sonntags” ist quasi die Konkurrenzshow zum “ZDF-Fernsehgarten”.

Konkurrenz sind der “Fernsehgarten” und “Immer wieder sonntags” überhaupt nicht, denn wir laufen zu einer anderen Uhrzeit. Auch wenn wir parallel laufen würden, wären wir keine Konkurrenten, weil der “Fernsehgarten” sein eigenes Programm macht und seinen eigenen Stil hat. Die Leute haben die freie Wahl, auf der Fernbedienung zu wählen zwischen eins oder zwei, ARD oder ZDF. Ich weiß die Leistung von Andrea Kiewel zu schätzen, und ich weiß, was da dranhängt – das wird auch für sie kein leichter Sommer werden. Wir kennen uns sehr gut, schätzen und respektieren uns. Ich drücke ihr die Daumen, und ich denke, sie drückt mir auch die Daumen. Wir sind wirklich die einzigen Formate, die jetzt 16 Wochen lang die Leute zu Hause glücklich machen dürfen. Ich finde es klasse, dass auch der “ZDF-Fernsehgarten” das ohne Publikum durchzieht.

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Schauen Sie sich denn den “ZDF-Fernsehgarten” auch mal an?

Natürlich schaue ich mir auch mal den Fernsehgarten an. Man muss ja wissen, was die Kollegen machen. Ich bin auch Kultgast vom “Fernsehgarten”, ich bin dort das erste Mal vor 31 Jahren aufgetreten.

Seit 15 Jahren moderieren Sie “Immer wieder sonntags”. Haben Sie solche Einschränkungen wie jetzt vorher schon mal in irgendeiner anderen Form erlebt?

Ich denke, die Welt hat zu diesem Zeitpunkt noch nie solche Einschränkungen erlebt. Da wäre ich der Letzte, der jammert, weil das Publikum nicht mehr da ist. Die einzige Einschränkung, die ich vorher mal hatte, war, als ich ausgebremst wurde von einer scharfen Currywurst. (lacht) Da habe ich während der Sendung die Bühne verlassen.

Es ist natürlich traurig, dass jetzt die Leute nicht da sind. Wobei die Menschen, die sonst in der “Immer wieder sonntags”-Arena sitzen, nun eben zu Hause vorm Fernseher zuschauen. Das wird total ungewohnt. Nach der ersten Sendung werde ich gescheiter sein, was in den nächsten Sendungen auf mich zukommt. Ich gehe diesmal nicht so locker in die Sendung. Ich mache bei jeder Sendung seit 15 Jahren eine halbe Stunde vor der Livesendung ein Warm-up mit dem Publikum. Das ist für mich sehr wichtig, um zu sehen, wie das Publikum tickt. So kann ich herausbekommen, mit welcher Stimmung ich in die Sendung gehe. Das geht jetzt nicht. Das Einzige, was ich machen kann, ist, dass ich meine werten Kollegen hinter der Bühne aufheitern kann. Die werden sich auch vereinzelt auf die Bühne setzen und mich unterstützen mit Applaus.

Sie müssen sich also auch ganz anders auf die Sendung vorbereiten?

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Ich muss mich noch mehr vorbereiten, weil Publikum dazuhaben ein doppelter Boden ist. Wenn irgendwas passieren sollte, geht man aufs Publikum zu und fragt mal einen. Ich habe heute zufällig wieder eine Sendung gesehen von “Immer wieder sonntags”, da wusste ich genau, der Künstler ist noch nicht da, da konnte ich dann mal schnell was mit dem Publikum machen. Das geht jetzt nicht, da muss ich dann allein reden, bis jemand auf der Bühne steht. Mein Wortanteil wird größer sein, das ist die Herausforderung.

An was für persönliche Highlights aus 15 Jahren “Immer wieder sonntags” erinnern Sie sich gern zurück?

Ich wurde mal von Guido Cantz für “Verstehen Sie Spaß?” in meiner eigenen Livesendung auf die Probe gestellt, das war ein Riesenhighlight. Und meine Anna hat mich mal mit einer kleinen Holzmarionette namens Stefan Mross überrascht und plötzlich die ganze Sendung übernommen. Das fand ich sehr spektakulär, als ich plötzlich als Moderator nicht mehr das Zepter in der Hand hatte. Und man freut sich natürlich, das erste Mal tolle Künstler zu erleben. Als ich das erste Mal Roger Whittaker die Hand gegeben habe oder auch Roland Kaiser, hat mich das schon sehr geehrt, weil wir früher als Familie Mross auch vor dem Fernseher saßen und diese Leute verehrt haben. Die dann in der eigenen Sendung zu begrüßen ist schon ein Highlight.

Abgesehen von den Veränderungen bei “Immer wieder sonntags” – wie hat Corona Ihr Leben sonst verändert?

Wir sind wie alle zu Hause und haben viel unternommen, was man sonst nie macht – vom Garten bis hin zum 15. Mal Fenster putzen. Es hat das Leben gravierend verändert. Wir haben aber nur das Positive daraus gezogen. Ich war seit 30 Jahren noch nie so viel zu Hause, und mein Schatz steht ja mittlerweile auch schon seit elf Jahren auf der Bühne. Da versuchen wir, die Zeit zu genießen. Das Finanzielle ist natürlich ein anderer Aspekt.

Sie mussten auch Ihre Hochzeit mit Ihrer Verlobten Anna-Carina Woitschack verschieben. Wie schwer war die Entscheidung?

Ich denke, dass es größere Probleme auf dieser Welt gibt, als eine Hochzeit zu verschieben. Verschoben ist nicht abgesagt. Wir werden sicherlich ein Zeitfenster finden, wann wir das alles nachholen, und es wird dann genauso schön. Da hat das Schicksal eben entschieden, dass es mal nicht sein soll. Und ich will auch nicht unbedingt auf meiner Hochzeit über Skype mit der Verwandtschaft sprechen oder mit Mundschutz meine zukünftige Frau küssen.

RND

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