Netflix-Überraschungshit „Squid Game“: Diese Serie ist ein Phänomen

  • Menschen, die nichts zu verlieren haben, lassen sich in der Serie „Squid Game“ auf Spiele aus der Kindheit ein.
  • Der Unterschied zu früher: Gewinnen sie, werden sie reich, verlieren sie, werden sie auf der Stelle liquidiert.
  • Der futuristische Thrill aus Südkorea ist die womöglich erfolgreichste Serie des Streamingdienstes Netflix.
Ernst Corinth
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Diese südkoreanische Serie ist ein Phänomen. In den sozialen Medien wird sie heiß diskutiert, von Zeitungen und Magazinen ist „Squid Game“ dagegen kaum beachtet worden. Dabei ist sie derzeit die wohl beliebteste Serie bei Netflix. Aber nicht nur in Deutschland, sondern nahezu weltweit führt sie die Hitlisten des Streamingdienstes an. Und ist sogar dabei, dessen erfolgreichste Produktion zu werden, der romantischen Serie „Bridgerton“ den Rang abzulaufen. Offenbar trifft die Serie also tatsächlich den Nerv der Zeit, zeigt und spricht Probleme an, die global existieren und verstanden werden.

Aber leicht zu konsumierende Kost bietet der neunteilige Mehrteiler nicht. Ganz im Gegenteil. Erzählt wird von einem grausam zynischen Spiel, zu dem 456 sorgfältig ausgewählte Teilnehmer auf einer einsamem Insel antreten. Sie kommen aus allen Schichten, aus allen Altersgruppen und Geschlechtern und haben dennoch eins gemeinsam: Sie sind finanziell so pleite, dass das Leben in der südkoreanischen Gesellschaft für sie zur Hölle geworden ist. Und so riskieren sie nun als letzte Chance sogar ihr Leben, um als Gewinner des Spiels 45,6 Milliarden Won (etwa 33 Millionen Euro) zu erhalten.

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Dazu treten die Teilnehmer, rund um die Uhr bewacht von futurisch ausstaffierten Soldaten, in Gruppen oder in Paaren in verschiedenen Spielen an, die sie aus ihrer Kindheit kennen. Und die jeweiligen Verlierer der Spielrunden werden sofort von den Bewachern exekutiert. Das klingt recht pervers, lässt sich aber auch als überspitztes Abbild des gnadenlosen Überlebenskampfes in Gesellschaften wie (nicht nur) der von Südkorea verstehen. Wer genau hinter diesem Todesspiel steckt, wer es veranstaltet und wozu, lässt die Serie allerdings in den ersten Folgen offen.

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„Squid Game“ hat Vorbilder in der Filmgeschichte

Die Geschichte hat Vorläufer – die reichen von Wolfgang Menges ARD-Thriller „Millionenspiel“ (1970) mit Jörg Pleva und Dieter Hallervorden (!) über „Running Man“ (1987), die Verfilmung von Stephen Kings Roman „Menschenjagd“ mit Arnold Schwarzenegger bis zu der Verfilmung von Suzanne Collins‘ „Tribute von Panem“-Romantrilogie in vier Filmen (2012 bis 2015) mit Jennifer Lawrence.

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Um die Zuschauer stärker emotional einzubinden, erzählt „Squid Game“ auch von dem Schicksal einiger Teilnehmer, beschreibt ihren dramatischen Kampf ums Überleben und ihr ständiges Scheitern, das sie schließlich in die Arme der Veranstalter dieses Todesspiels getrieben hat. Diese Szenen rühren an und machen tatsächlich betroffen, besonders wenn mal wieder einer der Protagonisten verliert und stirbt.

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Aber auch visuell hat die Serie einiges zu bieten, so erinnert beispielsweise die Spielkulisse oft an die von klassischen Videospielen. Nur enden die zum Glück nicht tödlich.

„Squid Game“, neun Episoden bei Netflix, Regie und Drehbuch: Hwang Dong-hyuk, mit Lee Jung-jae, Park Hae-soo

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