Spotify reagiert auf Kundenkritik und löscht rechtsextreme Musik von Plattform

  • Der Musikstreamingdienst Spotify hat auf die Kritik seiner Abonnenten reagiert.
  • Das Unternehmen hat die Songs des als Rechtsextremisten eingestuften Musikers Chris Ares von seiner Plattform entfernt.
  • In seinen Texten rappt der Musiker unter anderem gegen Muslime.
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Der Musikstreamingdienst Spotify hat auf die massive Kritik seiner Abonnenten reagiert und die Musik des Rappers Chris Ares von der Plattform entfernt. Bisher waren die Songs und Alben für Abonnenten frei verfügbar und abrufbar. Der in Freiburg geborene Musiker wird seit 2016 vom bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz als Rechtsextremist eingestuft. Seine Musik war aber bis zuletzt auf der Plattform abrufbar. In der vergangenen Woche hatte er sein neues Album veröffentlicht, in dem er unter anderem gegen Muslime rappt.

Kunden kritisieren Spotify

Auf den sozialen Netzwerken machten deshalb viele Kunden ihrem Ärger Luft, einige wollen sogar ihr Abo kündigen. “Tschüss Spotify … Wer Faschisten unterstützt, muss auf meine (finanzielle) Unterstützung verzichten …”, schrieb etwa eine Userin bei Twitter. Dies hat Spotify zum Handeln gezwungen: Alle Werke sind von der Plattform genommen worden. Auf RND-Anfrage teilte das Unternehmen mit: “Spotify verbietet Inhalte auf der Plattform, die ausdrücklich und hauptsächlich zu Hass oder Gewalt gegen eine Gruppe oder ein Individuum aufgrund von Merkmalen wie z.B. Religion, Geschlechtsidentität, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Nationalität, sexuelle Orientierung, oder Behinderung, aufrufen, dies befürworten oder dazu aufstacheln. Wenn wir Inhalte, die diesen Standard verletzen, identifizieren, werden sie von der Plattform entfernt. Der gesamte Katalog von Chris Ares wurde wegen Verstoßes gegen die Spotify Content Policy entfernt”.

Die Nutzer begrüßen die Reaktion des Unternehmens:

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Doch noch immer ist der 28-Jährige, der rund 26.000 Abonnenten hat, als verifizierter Künstler bei Spotify eingetragen. Bei den Spotify-Konkurrenten Amazon Music und Deezer waren seine Songs gar nicht erst abrufbar. Doch beim Anbieter Apple Music stehen die Songs noch immer zum Download bereit. Auch Apple wird im Netz aufgefordert, die Inhalte von der Plattform zu nehmen.

Auffällig: Die Beschwerden bei Apple Music halten sich im Vergleich zu Spotify in Grenzen – zumindest auf Twitter. Dies könnte mit der Marktführungsposition von Spotify (mehr als 217 Millionen Abonnenten weltweit, Stand Juni 2019) zusammenhängen. Apple Music hingegen hat “nur” 60 Millionen zahlende Abonnenten (Stand Juni 2019).

Ärger um Podcast “Lagebesprechung”

Auch der Podcast “Lagebesprechung” vom rechten Netzwerk “Ein Prozent” hatte unter den Spotify-Usern für Unmut gesorgt. Der Verfassungsschutz stuft “Ein Prozent” seit vergangener Woche als rechtsextremen Verdachtsfall ein. Laut einer Anfrage der “taz” sehe das Unternehmen jedoch keinen Grund, den Podcast von der Seite zu nehmen. Facebook und Instagram ließen die Accounts des Netzwerks auf ihren Plattformen bereits sperren.

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