Spiel der Throne: Die vierte Staffel von „The Last Kingdom“ ist gestartet

  • Zurück am Schwert: Held Uhtred kämpft in der vierten Staffel von “The Last Kingdom” mal für die eigene Sache.
  • Aus der Historienserie der BBC ist durch die Beteiligung von Netflix ein visuelles Großereignis geworden.
  • Schon in der dritten Episode stirbt ein Charakter, dessen Tod den Zuschauer fast so erschüttert wie der von Ned Stark in ”Game of Thrones”.
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Eigentlich schien alles ganz einfach. Mit der Odysseus-List wollten der Recke Uhtred und seine Gefährten endlich Bebbanburg zurückerobern. In eigener Sache kämpfen, Herr des eigenen Lebens werden, Ende gut, alles gut. Doch bevor sein Sohn das Tor der Familienfestung für ihn und seine Recken öffnen kann, geht der Troja-Trick schrecklich schief. Und dabei stirbt ein Charakter, über dessen Tod der Zuschauer fast so bestürzt ist wie einst über die Hinrichtung von Eddard Stark in der ersten Staffel von „Game of Thrones“.

Wir sind zurück im Britannien des neunten Jahrhunderts, in der Geschichte von Uhtred, Sohn des Uhtred von Bebbanburg (Alexander Dreymon), der als Junge von seinem Onkel betrogen wird, nicht nur um sein Erbe, sondern um seine Identität. Als Geisel und Ziehsohn des Wikingers Ragnar ist er fortan hin- und hergerissen zwischen seinen sächsischen Wurzeln und seiner dänischen Familie.

Er wird der wichtigste Kämpfer an der Seite von König Alfred von Wessex, der von einem friedlichen, geeinten Britannien träumt – eine schwierige, wechselhafte Allianz, Freundschaft, Liebe voller Zorn und Zweifel, die in der dritten Staffel der Verfilmungen der „Saxon Stories“ von Bernard Cornwell mit Alfreds Ableben an ein dramatisches, aufwühlendes, indes unbefriedigendes Ende gelangte.

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König Edward will dem Vater gerecht werden

Denn Alfreds Sohn, der junge König Edward (Timothy Innen) ist unerfahren und im Drang, dem großen Vater gerecht zu werden, unstet und nicht unempfänglich für falsche Einflüsterungen. Und die Dänen um den mordlustigen Wikinger Cnut (Magnus Bruun) und seine eher sachliche Gefährtin Brida (Emily Cox) marschieren gen Mercien, um gutes Siedlungsland zu erobern, und locken den dortigen Herrscher, den seinerseits hinterlistigen Aethelred (Toby Regbo) in eine Falle.

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Die Vision Alfreds jedenfalls scheint unter Machtstreben und Ehrgeiz vieler Soloplayer in unerreichbare Ferne zu rücken. Eigentlich könnte Uhtred den Ränken, Intrigen und dem kriegerischen Getriebe, das sich in Mercien und Wessex abspielt, getrost den Rücken kehren. Aber Loyalität ist ihm wichtig, erst recht, weil er Liebe empfindet zu Aethelfled (Millie Brady), der schönen und edelmütigen Tochter Alfreds. „Das Schicksal ist alles“ – mit diesem Satz beginnt seit 2015 pathosdick jede Folge von „The Last Kingdom“. Und in der vierten Staffel gibt es zentnerweise Schicksal.

“The Last Kingdom” eine Art “Game of Thrones” ohne Magie

Millionen in aller Welt haben die Fortsetzung dieser komplexen Historienserie von Stephen Butchard kaum erwarten können. Die unter den Fittichen von BBC eine sehenswerte war, mit der Finanzspritze von Netflix aber eine grandiose geworden ist. Jedes Bild hier ist opulent, “The Last Kingdom” ist eine Art “Game of Thrones“ ohne magische Komponenten geworden. Und Alexander Dreymon ist als Uhtred in seiner Mischung aus Mut, Melancholie und Männlichkeit ein ähnlich attraktiver und romantischer Publikumsmagnet, wie es Kit Harington in “GoT” als Jon Schnee war.

Die Details über Trachten, Körperpflege oder die coole Art Uhtreds, sein Schwert auf dem Rücken zu tragen, mögen Historiker erzürnen, das große Ganze aber ist stimmig, gibt dem Betrachter eine Vorstellung von der Welt des neunten Jahrhunderts. Und Gegenwartsbezug? Der alten Geschichte von der großen Gemeinschaftsidee, die von Egotrips gefährdet wird, erleben wir gerade – in den Zeiten von Flüchtlings-, Klima- und Corona-Krise – mit der Idee von Europa.

„The Last Kingdom, Staffel IV“, bei Netflix, zehn Episoden, von Stephen Butchard, mit Alexander Dreymon, Millie Brady.

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