So löste Enissa Amani einen Shitstorm gegen Journalistin Anja Rützel aus

Zoff via Instagram. Comedienne Enissa Amani zieht nach einer süffisanten TV-Kritik in den Sozialen Medien gegen die Journalistin Anja Rützel zu Felde. Die Folge: Ein Shitstorm der Amani-Fans und ein ungebetener politischer Adjutant, der Rützel zur Seite steht.

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München. Ist TV zu lau, zu heimelig oder zu doof, werden TV-Kritiker schon mal süffisant. So zog die Journalistin Anja Rützel bei "Spiegel online" mit Biss über die Verleihung der "About You"-Influencer-Awards in München (bei Pro7) her. Warum auch nicht – kann ja nix passieren.

Nach ihrer TV-Kritik wirbelte ein Shitstorm über Anja Rützel hinweg

Außer vielleicht ein Shitstorm. Der wirbelte jetzt über Rützel hinweg. Sie hatte sich im „About You“-Text auch über die Comedienne Enissa Amani geäußert: „Jurymitglied Enissa Amani hält einen sehr langen, extrem sonderbaren Vortrag darüber, dass sie sich als Stand-upperin diskriminiert fühlt, wenn man sie ,Komikerin‘ nennt (und dass sie sich ,Nutten‘ für ihre Bühnenshow wünscht).“

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Dass Rützel Amani, die im Weiteren angibt nach Nicaragua auswandern zu wollen, um dort Papayas zu züchten sollte noch mal irgendwer in der Presse sie „Komikerin“ nennen, im folgenden Text gleich fünfmal „Komikerin“ nennt, ist dabei durchaus komisch.

In das Online-Geplänkel griff ein alter „Bekannter“ Amanis ein

Was Amani anders sah. Auf Instagram und Twitter schlug sie zurück, zeterte über Rützels Kritik und nannte sie beim Namen. Und so erlebte Rützel, wie wenig Spaß Amanis Abonnenten verstehen, wenn es um ihre Lieblingskomödiantin geht. „Seit gestern Abend werde ich auf diversen Social-Media-Seiten als Quasi-Nazi und ,AFD-Nutte‘ beschimpft, weil ich für @Spiegelonline eine TV-Kritik über eine Influencer-Award-Verleihung geschrieben habe. Und eine dort auftretende Komikerin nicht komisch fand“, schickte Rützel einen Tweet in die Welt. Ihr Profil stellte sie auf privat.

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Auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschlands wollte Rützel sich zu den Vorgängen nicht äußern, „um die Angelegenheit nicht noch weiter zu eskalieren.“

„AfD-Nutte“? In das Online-Geplänkel, in dem Rützel versuchte, zu beruhigen und Amani über vermeintliche Ungerechtigkeiten twitterte („Wenn Presse also einen Artikel schreibt über Menschen, sie namentlich nennt und damit ihre Leser anstachelt oder ein Bild vermittelt und Leute darauf anspringen ist es ok. Wenn aber Menschen mit Reichweite etwas schreiben und dann die Follower/Leser reagieren ist es Hetze. Ok.“) hatte sich schnell auch ein alter „Bekannter“ Amanis eingebracht – der AfD-Politiker Andreas Winhart.

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Amani holt via Instagram zur Breitseite gegen Andreas Winhart aus

Amani hatte Winhart wegen fremdenfeindlicher Aussagen jüngst in einem beleidigungsreichen Song namens „Fick dich, AfD“ als „Bastard“ tituliert, woraufhin dieser mit einem Anwaltsschreiben reagierte. Winhart äußerte sich prompt positiv über Rützels TV-Kritik („Dank an Anja Rützel …“). Woraufhin Rützel sich wiederum von Winhart distanzierte und Amani via Instagram zur Breitseite ausholte: „Andreas Winhart, Du dummes Stück Scheisse , keiner will Dir den Rücken stärken, eher werden die Rützel und ich noch beste Freundinnen.“

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So liefen die "About you"-Awards

Das wäre immerhin eine Perspektive und ein Beispiel dafür, dass die AfD auch Gutes bewirken kann, indem sie zerstrittene Menschen zusammenführt. Einstweilen schwelt der Streit weiter. In ihrem aktuellsten Instagram-Beitrag verspricht Amani dem Fan, der die Überschrift einer geplanten Berichterstattung der „Bild“-Zeitung errät, Freikarten für eine ihrer Shows samt Hotel-Übernachtung. Selbst vermutet sie eine Headline , in der es um ihre Herkunft (Tochter iranischer Eltern) und im Zusammenhang mit dem Social-Media-Gefecht mit Rützel um „Hetze“ oder gar „Terror“ geht.

Sie legt in einem Video den gesamten Sachverhalt noch einmal ausführlich aus ihrer Sicht dar, zeigt dabei, dass man aufhören sollte, wenn es am schönsten ist und dass Stand-upperinnen durchaus komisch sein können.

Doch soll Amani hier nicht erneut als ,Komikerin‘ betitelt werden, sonst geschieht am Ende, wovor die Journalistin Rützel in ihrer „Spiegel-online“-Kritik warnte: „Spätestens nach dieser Rede kann einfach keiner wollen, dass wir diese Komikerin an die Fruchtproduktionsbranche verlieren.“

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Von Matthias Halbig/RND

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