So dramatisch endet die Netflix-Serie “Tote Mädchen lügen nicht”

  • Mit Staffel vier endet die düstere Teenagerserie “Tote Mädchen” (“13 Reasons Why”).
  • Und wer glaubt, das Ganze werde jetzt etwas ruhiger angegangen, irrt gewaltig.
  • Denn “TMLN” zeigt endgültig, was Adoleszenz wirklich ist: ein sehr unterhaltsamer Horrortrip.
Jan Freitag
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Wenn jedes Unglück nur der Beginn neuer Schicksalsschläge ist und jedes Licht am Ende des Tunnels ein heranrauschender Zug, sind Glaube, Liebe und Hoffnung bloß Wörter, in diesem Fall: sieben. Als Jessica am Ende der dritten Staffel “Tote Mädchen lügen nicht” sagt: “Wir verdienen es einfach, glücklich zu sein”, sind Justin und Clay ebenso wie dem Publikum der ersten 39 Folgen des Highschooldramas um einen Suizid samt seiner Umstände klar: Das wird nichts mit dem Glück, das wird nur alles noch schlimmer.

Und so beginnen die finalen zehn Folgen von “13 Reasons Why”, wie das Netflix-Original heißt, auf einer Beerdigung, bei der die Predigerin fragt, wieso der soziale Tod fast ebenso apathisch hingenommen wird wie der körperliche. „Warum sind wir hier?“, will die Seelsorgerin auch zu Beginn der zweiten Folge wissen. “Schon wieder!” Die Antwort liefert ein zehnteiliger Rückblick, in dem Jessica, Justin und Clay auch sechs Monate vorm nächsten Begräbnis nicht glücklich sind, im Gegenteil.

Nachdem Hannah Bakers Freitod zum Serienauftakt einen Sumpf physischer wie seelischer Grausamkeiten (Staffel eins) offenbart, der fast zu einem Amoklauf (zwei) führt, was ihren Vergewaltiger ins Grab bringt (drei) und dessen mutmaßlichen Mörder in Haft, zieht die Eskalationsspirale um Misstrauen und Mobbing, aber auch Freundschaft und Liebe nochmals an. So wird die Coming-of-Age-Story zum Scheitern beim Altern, bei dem sich Brian Yorkey nicht mehr mit Pubertätskatastrophen im Sog sozialer Medien begnügt; stattdessen schickt der Showrunner den mitschuldigen Clay in einen fiebrigen Albtraum. Und wenn er darin zum Opfer eines blutigen Streichs im Stil von Steven Kings “Carrie” wird, zeigt “TMLN” endgültig, was Adoleszenz wirklich ist: ein sehr unterhaltsamer Horrortrip.

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“Tote Mädchen lügen nicht 4”, seit 5. Juni auf Netflix. Von Brian Yorkey mit Dylan Minnette und Grace Saif, zehn Episoden, FSK.

RND

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