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Sky-Programmchefin im Interview: „Ich glaube nicht an einen magischen Algorithmus“

  • Programmoffensive bei Sky: Der Pay-TV-Pionier startet 2021 gleich vier neue Kanäle, darunter Sky Comedy und Sky Crime.
  • Elke Walthelm, Sky-Programmchefin und NBC-Deutschland-Chefin, spricht im RND-Interview über teure Großproduktionen wie „Babylon Berlin“, Zukunftspläne, Konkurrenten auf dem Streamingmarkt und die Frage, warum Sky Werbung zeigt.
  • Der Streamingdienst will die Zahl seiner deutschen Eigenproduktionen bis 2024 verdoppeln.
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Frau Walthelm, Journalisten brauchen Schubladen. Was ist eigentlich die korrekte Bezeichnung für Sky? Pay-TV-Sender? Streamingdienst?

Wir sind mehr als eins. Die Marke Sky soll insgesamt für Entertainment stehen. Wir sind einer der führenden Entertainment-Anbieter in Deutschland und kombinieren ein exklusives Sport-, Film- und Serienangebot mit der Möglichkeit, über Sky Q einfach Zugang auch zu allen anderen Angeboten zu bekommen, von den Mediatheken der Free-TV-Sender bis zu Netflix, Amazon Prime oder DAZN. Dazu kommen noch unsere eigenen Sendermarken. Und über Sky Go können Sky Q Kunden auch alle Sky-Programme von unterwegs sehen. Das alles ist Sky. Und für alle, die das Beste von Sky ohne Vertragsbindung haben wollen, gibt es den Streamingdienst Sky Ticket.

Sie sind seit 2005 bei Sky – mit Unterbrechungen. Sky war 20 Jahre lang Pionier unter wechselnden Namen: Premiere, Premiere digital, Premiere World, wieder Premiere, Premiere Sky, Premiere Star und seit 2009 nur noch Sky. Welcher Name hat Ihnen am besten gefallen?

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Sky natürlich.

Dieser Hang zum Markenwirrwarr hat ja nicht unbedingt abgenommen. Heute muss ich mich als Kunde immer noch zurechtfinden zwischen Sky Cinema, Sky Go, Sky Go Extra, Sky Ticket, Sky Entertainment, Sky Box Sets, dem Sky Store und Sky Q. Mir schwirrt der Schädel. Wer soll da durchsteigen?

Unser Ziel ist es, jeder Zielgruppe das passgenaue Angebot zu machen. Sky wurde lange Zeit sehr stark ausschließlich dem Sport zugeordnet. Diese Wahrnehmung erweitern wir bereits seit einigen Jahren gezielt und mit Erfolg in Richtung Filme, Serien, Shows und Dokumentationen. Die Kunden haben dabei die Wahl aus zwei Zugangswegen zum Sky-Programm: Sky Q und Sky Ticket. Innerhalb der Produkte haben Kunden dann die Möglichkeit, modular die passenden Pakete, Inhalte oder Funktionalitäten zu kombinieren. Zudem sind wir der einzige Anbieter in Deutschland, der eine lineare Senderwelt und eine On-Demand-Welt tiefenintegriert miteinander verknüpft. Und wir sehen klar: Unsere Kunden wollen auch beides.

Bleiben wir zunächst bei den Inhalten. Sky Deutschland hat inzwischen eine Reihe Eigenproduktionen im Portfolio: „Babylon Berlin“, „Der Pass“, „Das Boot“, „8 Tage“, „Hausen“, „Souls“ und „Ich und die Anderen“. Worauf kommt es an bei einem Sky Original?

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Auf den „Sky Factor“.

Was soll das denn sein?

Das kann ich natürlich nicht verraten (lacht). Nein – ich glaube nicht an einen magischen Algorithmus, der automatisch Hits garantiert. Auch Netflix-Chef Reed Hastings hat schon oftmals dementiert, dass bei „House of Cards“ eine Zauberformel im Spiel war. Es ist vielmehr immer eine Kombination verschiedener Faktoren: Sie brauchen eine großartige Idee, eine Vision und die richtigen Partner für die Umsetzung und eine Vorstellung davon, wie das Ergebnis in unser Angebot passt und wie wir es vermarkten können, um es groß zu machen.

„Wie lange es weitergeht, wird natürlich am Feedback unserer Kunden und der ARD-Zuschauer hängen“: Szene aus Staffel drei von „Babylon Berlin“ mit Liv Lisa Fries (r.). © Quelle: Die Verwendung ist nur bei redak

Das dürfte auch das Ziel Ihrer Mitbewerber sein. Worin unterscheiden Sie sich genau?

Für uns kommt es auf Folgendes an: Das Erste ist immer das Storytelling, also eine faszinierende und mitreißende Geschichte, in der uns die Charaktere mit auf eine Reise nehmen, das Zweite ist der Cinematic Appeal, also die Bildgewaltigkeit, die sich in Sachen Opulenz vom vielem, was man im Free-TV sehen kann, abhebt, das Dritte ist der Bereich Talent, das sind die Kreativen vom Regisseur bis zu den Schauspielern, Kameraleuten oder Ausstattern – und das Vierte ist Diversity, ein für mich sehr wichtiger Aspekt, damit wir nicht nur einen Teil der Gesellschaft abbilden. Und wenn es dann noch gelingt, den Zeitgeist zu treffen, eine Entwicklung also, auf die die Gesellschaft emotional reagiert – dann sind das sehr gute Voraussetzungen. Das ist immer schwierig bei den langen Vorlaufzeiten, die so eine Produktion hat. Aber das sind die Kernkriterien, auf die wir achten.

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Die „Babylon Berlin“-Macher haben das Ende der Serie bereits fertig entwickelt. Können Sie garantieren, dass Sie es eines Tages werden drehen können? So nach einem halben Dutzend Staffeln?

Wir freuen uns erst einmal sehr, dass es weitergeht. Im Moment laufen die Arbeiten an der vierten Staffel. Wie lange es weitergeht, wird natürlich am Feedback unserer Kunden und der ARD-Zuschauer hängen. In jedem Fall werden wir unser Angebot an deutschen Sky-Eigenproduktionen in den nächsten drei Jahren verdoppeln. Auch in England und Italien wird deutlich mehr entwickelt und produziert. Unsere Kunden dürfen sich auf jede Menge neuer Sky Originals freuen.

Was plant Sky in der nächsten Zeit?

In den kommenden Monaten wird das Sky Original „Ich und die Anderen“ mit Tom Schilling, Mavie Hörbiger, Katharina Schüttler, Sophie Rois, Martin Wuttke und Lars Eidinger starten und später im Jahr die zweite Staffel von „Der Pass“. In Produktion sind unter anderem gerade „Die Ibiza Affäre“ über die Politaffäre in Österreich, dazu die Doku und die Serie über den Wirecard-Skandal, die achtteilige Dramaserie „Souls“ und die Comedy „Die Wespe“ mit Florian Lukas. Für die dritte Staffel von „Das Boot“ wird gerade auf Malta gedreht, für „Paradiso“ mit Friedrich Mücke, Albrecht Schuch und Anne Ratte-Polle gab und gibt es Drehs in Bulgarien, Finnland, New York und Südamerika.

Hat sich das insgesamt positive Echo auf die Eigenproduktionen denn in neuen Sky-Abos niedergeschlagen?

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Sowohl auf Sky Q als auch auf Sky Ticket sind unsere Sky Originals sehr populär. Daher werden wir in Zukunft deutlich mehr eigenproduzierte Serien anbieten. 2020 hatten wir im Schnitt pro Monat ein neues Sky Original aus Deutschland, Italien oder UK. Das werden wir deutlich steigern.

Die Koproduktion mit der ARD bei „Babylon Berlin” kam ja auch mit dem Ziel zustande, sehr teure Produktion überhaupt finanzieren zu können. Wie groß ist Ihre Sorge, beim Budget mit Disney, Amazon und Netflix mittelfristig nicht mithalten zu können?

Sky Deutschland ist als Teil der Sky-Gruppe in Europa und Teil der globalen Comcast-Gruppe hervorragend aufgestellt. Wir werden in Zukunft mehr herausragende Inhalte denn je zeigen.

„In Deutschland haben wir Stand heute eine bestehende, langfristige, erfolgreiche Partnerschaft mit HBO“: Emilia Clarke als Daenerys Targaryen in der HBO-Produktion „Game of Thrones“. © Quelle: imago images / Cinema Publishers Collection

Die Kooperation von Sky und HBO soll auslaufen. HBO will seine Inhalte in Zukunft beim neuen Angebot HBO Max streamen.

In Deutschland haben wir Stand heute eine bestehende, langfristige, erfolgreiche Partnerschaft mit HBO, mit großartigen neuen Serien wie „The Nevers” und „Mare of Easttown”, die beispielsweise im April und Mai starten werden. Auch Klassiker wie „Game of Thrones” und „Sex & the City” sind und bleiben wichtiger Bestandteil unseres Programmangebots. Bis auf Weiteres haben wir eine wunderbare Kooperation mit Warner Media, die neben HBO ja auch die Warner-Filme und die Turner-Broadcasting-Channels umfasst. Das Engagement in Deutschland ist von den aktuellen Plänen bisher nicht betroffen.

Disney und Apple sind eingestiegen, Amazon und Netflix werfen mit Geld um sich. Es wird nicht leichter, Pay-TV zu machen. Für wie viele Streamingdienste ist Platz in Deutschland?

Das entscheiden die Kunden. Wir sehen heute schon, dass ein großer Teil unserer Kunden mindestens ein anderes Angebot abonniert hat, einige auch zwei und mehr. Um es den Nutzern möglichst einfach zu machen, bieten wir die führende All-in-one-Plattform Sky Q: Alle relevanten Pay- und Free TV Sender, On Demand Services, Apps und Mediatheken gebündelt auf einer Plattform, dazu gibt es viele Komfortfunktionen. So wollen wir es unseren Kunden so einfach wie möglich machen, die beliebtesten Inhalte von Sky und anderen Anbietern bequem über den „Big Screen“ zu nutzen und dabei auch möglichst wenig verschiedene Abos abzuschließen. Zum Beispiel, indem Netflix über Sky einfach dazugebucht wird.

Eines der wichtigsten Sky-Merkmale war es immer, Kinofilme kurz nach dem Kinostart sehen zu können. Nun liegt wegen der Corona-Pandemie das traurigste Kinojahr seit Jahrzehnten hinter uns. Was bedeutet das für Sky?

Das birgt Chancen und Risiken, wie immer im Leben. Als Teil der Verwertungskette sind alle Anbieter davon betroffen, wenn Kinofilme nicht ins Kino kommen oder erst gar nicht produziert werden. Aber wir haben auch in 2020 unseren Kunden ein sehr gutes Programmangebot gemacht und sind hierbei innovative Wege gegangen.

„Neue Chancen“: Der Kinofilm „Wonder Woman 1984“ mit Gal Gadot ist derzeit bei Sky zu sehen.

Netflix hat für den neuen Bond angeblich 600 Millionen Dollar geboten. Viele Filme, die 2020 im Kino laufen sollten, wanderten direkt zu den Streamingdiensten. Der neue Pixar-Film „Soul” und die Realverfilmung von „Mulan” läuft bei Disney+, „Greyhound” mit Tom Hanks wanderte zu Netflix, genau wie sein neuer Film „Neues aus der Welt”. Glauben Sie, dass Corona den Markt dauerhaft verändert hat?

Das wird sich zeigen, aber für mich ist das primär ein Corona-Phänomen der Jahre 2020 und 2021, in der optimistischen Erwartung, dass wir ab 2022 wieder ein Leben ohne Corona-Einschränkungen führen können. Aber: Auch wir haben vor Weihnachten, kurz nachdem die Kinos geschlossen wurden, den Warner-Film „Hexen hexen” aus dem Kino geholt und nur wenige Tage später exklusiv bei Sky Cinema gezeigt. Und jetzt zeigen wir exklusiv vor Kinostart den neuen Blockbuster „Wonder Woman 1984“. Dieser fürs Kino produzierte Film ist seit 18. Februar nur bei uns für alle Sky-Cinema-Abonnenten und über Sky Ticket zu sehen. Und das auch mit Sky Q in bester Bild und Tonqualität in UHD und mit Dolby Atmos Sound. Das meine ich mit neuen Chancen, die auch nach Corona für mehr Flexibilität und Kreativität auf dem Rechtemarkt sorgen werden. Darüber hinaus wird Sky Studios neben Serien in Zukunft auch Filme als Sky Originals produzieren, wodurch wir auch wieder neue Wege beschreiten, unseren Kunden ein einzigartiges Filmangebot zu machen.

Ist es denn umgekehrt schwieriger geworden, angesichts der vielen Mitbewerber auf dem leer gefegten Inhaltemarkt noch Qualität einzukaufen?

Der Markt ist nicht leer gefegt. Es wird sehr viel produziert. Aber wir planen mit der Ausweitung unserer Sky Originals dennoch, noch unabhängiger zu werden. Wir bauen uns damit eine eigene Bibliothek auf mit vielen Produktionen, von denen wir sagen können: Die gibt’s nur bei Sky.

Warum zeigt Sky eigentlich Werbung? Viele Kunden ärgert das.

Werbung war von Tag eins an Teil des Geschäftsmodells. Auch in Zukunft wird sie weiterhin ein relevanter Bestandteil bleiben, der zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens und damit auch zu neuen Investitionen für unsere Zuschauer, etwa in Content, beiträgt. Werbung ist bei uns grundsätzlich auf kurze Slots begrenzt, hat einen qualitativen Anspruch und bindet auch ungewöhnliche, kreative Sonderwerbeformen mit ein.

Aus Sicht des Kunden bedeutet Pay-TV aber doch: Ich bezahle einen Abo-Beitrag, dafür muss ich keine Werbung gucken?

Entscheidend ist: Wir unterbrechen keine Premiumprogramme wie Filme mit Werbung, weder auf linearen Sendern noch in unserem On-Demand-Angebot. Auch bei Sportübertragungen binden wir Werbung selektiv ein.

Kommen wir mal zum technischen Bedienkomfort. Sie haben letztes Jahr gesagt: „Der Kunde soll Sky so nutzen, wie er das am liebsten möchte. Gerne kuratiert auf einem Sender, wo man sich einfach zurücklehnt und sich berieseln lässt, oder eben On-Demand.” Ich halte die Verzahnung der beiden Welten, ehrlich gesagt, noch nicht für gelungen. Wie sehen Sie das?

Bei Sky Q haben wir in den letzten Monaten sehr viel in Komfort und leichte Bedienbarkeit investiert. Wir verwenden viel Zeit darauf, etwa die Empfehlungen für Kunden zu optimieren und Funktionalitäten weiter zu verbessern, etwa die mittlerweile sehr beliebte Sky-Q-Sprachsteuerung. So wird es für die Zuschauer immer einfacher und intuitiver, die passende Wahl zu treffen, sei es ein linearer Sender, ein Sky Original auf Abruf oder eine neue Netflix-Serie. Auch Sky Ticket haben wir übrigens massiv verbessert, insbesondere in puncto Stabilität und Streamingqualität. Für 2021 ist unser Ziel ganz klar, den Service noch übersichtlicher und einfacher zu gestalten. Das ist enorm wichtig für die Kundenzufriedenheit.

Sie selbst sind als Sky-Programmchefin unter anderem zuständig für den Lizenzeinkauf und die Programmplanung. Das klingt wie ein Vollzeitjob. Trotzdem haben Sie seit ein paar Monaten zusätzlich auch den Chefposten bei NBC Universal Global Networks inne. Kann man Sky so nebenbei machen?

(Lacht.) Nein, aber die Themen passen hervorragend zusammen. Es ist eine Erweiterung meiner Aufgaben. Neu ist, dass ich mir eben nicht mehr nur über Sky-Kunden Gedanken mache, sondern auch über Kunden von Telekom, Vodafone oder anderen, die auch das NBCU-Senderportfolio bestehend aus 13th Street, SyFy, Universal TV und E! nutzen.

Ist es richtig, dass bis zu 80 Prozent der Sky-Inhalte noch linear geschaut werden? Also: Sport inklusive?

Im Trend sehen wir bei Filmen und Serien eine klare Entwicklung zu On-Demand, im Livesport ist naturgemäß die lineare Nutzung das Maß aller Dinge. Beides bleibt also wichtig.

Was uns direkt zu den Sky-Plänen für das Frühjahr führt.

So ist es. Sky startet eine Programmoffensive. Wir wollen die Genres, die unsere Kunden besonders interessieren, noch weiter ausbauen. Deswegen wird es in diesem Jahr vier neue Entertainment-Marken bei Sky geben – sowohl für die On-Demand- und Streamingwelt als auch im linearen Sky-Angebot. Alles, was sie auf den vier Sendern sehen können, finden Sie in vollem Umfang auch bei den abrufbaren Inhalten wieder.

Welche vier neuen Sender sind das?

Wir starten im April zum einen Sky Comedy – da spricht der Name für sich: die Welt der Comedy von Eigenproduktionen und Stand-up-Comedy-Shows bis hin zu Sitcoms, rund um die Uhr. Hier wird etwa der „Quatsch Comedy Club” von Thomas Hermanns ein neues Zuhause finden aber auch die Emmy-Abräumer-Serie „Schitt’s Creek” und die Erfolgsproduktion „Spitting Image”. Ebenfalls im April startet Sky Crime, die neue Heimat für True Crime in Deutschland mit einer Vielzahl an brandneuen Sky Originals wie die Dokumentation „Wirecard-Skandal”, „Schwarzer Schatten – Serienmord im Krankenhaus” oder „Anwälte des Bösen – zwischen Gesetz und Gewissen”. Dazu gibt es herausragende internationale True-Crime-Formate unter anderem von HBO. In 2021 präsentieren wir allein auf den beiden neuen Sendern über 3800 Epsioden, darunter über 50 Sky-Neustarts und 17 Sky Originals. True Crime ist ein ganz aktueller Trend, den wir umfassend mit dem neuen Angebot bedienen.

Was kommt noch dazu?

Etwas später im Jahr gehen Sky Documentaries und Sky Nature an den Start. Auch hier zeigt die Marktforschung klar: Das Interesse an beiden Bereichen ist groß. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, den Sendern keine außergewöhnlichen Markennamen zu geben, sondern sie im Sinne der klaren Auffindbarkeit schlicht ihrem Inhalt gemäß zu benennen. Auch wenn Sie das vielleicht verwirrend finden, weil dann noch mehr Sky-Marken dazukommen …

Ich bin halt schnell verwirrt.

Dafür ist drin, was draufsteht. Für unsere Kunden macht es das einfach, und daher halten wir es für die richtige Entscheidung.

Ist es denn so, dass viele Kunden wegen Corona ihr Bundesliga-Abo storniert haben? Haben Sie diesen Effekt gespürt?

Natürlich gab es eine Resonanz, aber nur temporär. Insgesamt haben wir als europäische Sky-Gruppe 2020 zum Ende des Jahres einen Kundenzuwachs verzeichnet, die Corona-Effekte wurden also alle wieder aufgeholt. Für uns stand und steht in der Corona Zeit allerdings vor allem die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter und Kunden im Vordergrund.

Die Rechte an der Champions League teilen sich ab nächster Saison Amazon und DAZN. Auch bei der Bundesliga können Sie nicht mehr mit dem bekannten Slogan „Alle Spiele, alle Tore” werben. Ist die Bundesliga mit der Übermacht des FC Bayern überhaupt noch attraktiv für Sie?

Wir sehen eine große Begeisterung für die Bundesliga. Auch in Zukunft gilt: Wer Fußballfan ist, kommt an Sky nicht vorbei. Nur bei uns gibt’s auch künftig alle Samstagsspiele der Bundesliga einzeln und in der Konferenz, dazu die komplette 2. Bundesliga, alle DFB-Pokalspiele und die Premier League. Über Sky Q sind zudem die beliebtesten Apps verfügbar, dazu gehören neben Netflix und Spotify auch Prime Video und DAZN, über die unsere Kunden einfach und bequem noch mehr Sport genießen können. Und für alle Motorsportfans werden wir ab der neuen Saison ein völlig neues Erlebnis präsentieren: Nur bei Sky sehen Fans alle Rennen der Formel 1 live und wir werden in Kürze mit Sky Sport F1 einen 24/7-Sender starten, der weit über Liverennen und Trainings hinaus die volle Packung Rennsport-Entertainment liefert, inklusive Formel 2, Formel 3 und Porsche Supercup.

Sie sind vor neun Jahren mit Zug, Bus, Pferd und Boot mehrere Monate auf dem Landweg von Europa nach China gereist. Was haben Sie von diesem „Career Break” mitgebracht, was Ihnen jetzt im Beruf hilft?

Ich glaube, ich verfüge seitdem über eine gewisse Gelassenheit und die Fähigkeit, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind, wenn ich sie nicht ändern kann. Wenn Sie mal in der usbekischen Wüste stehen mit einem Fahrer, der kurz vor der Dunkelheit und 40 Kilometer vor dem Zielort an der tadschikischen Grenze plötzlich angehalten und gesagt hat: Wir müssen noch mal über den Preis reden – dann verstehen Sie, was „Negotiation Leverage” wirklich bedeutet, also die Kraft der argumentativen Hebelwirkung in Verhandlungen. Ich habe versucht, argumentativ durchzudringen: „A deal is a deal!” Mein Lebenspartner hat dem Mann dann einfach 20 Dollar zugesteckt, und damit war das Problem erledigt. Was ich daraus gelernt habe: Manchmal lohnt es sich, zu kämpfen, und manchmal nicht.

Frau Walthelm, vielen Dank für dieses Gespräch.

Zur Person

Elke Walthelm ist Sky-Programmchefin und Geschäftsführerin von NBC Universal Global Networks Deutschland. Sie arbeitet seit 2005 bei Sky Deutschland und war dort lange für die Betreuung von NBC-Universal-Marken wie SyFy oder 13th Street zuständig. Seit 2018 ist NBC Universal Global Networks Deutschland ein Tochterunternehmen von Sky Deutschland. Beide Firmen gehören zur weltweiten Comcast-Grupp, Muttergesellschaft des US-Networks NBC.

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