Skandal-Auftritt von Luke Mockridge: Bitte, Leute, crasht das Formatfernsehen!

  • Was genau Luke Mockridge im Fernsehgarten geritten hat, ist bislang nicht bekannt.
  • Klar ist aber: Solche erfrischenden Momente sieht man im angestaubten Formatfernsehen selten.
  • Genau das sollte öfter passieren, findet unser Autor.
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Mainz. Luke Mockridge beleidigt das Publikum, erzählt schlechte Witze, telefoniert mit einer Banane - und beendet seinen Auftritt mit lauten Affengeräuschen. Der 30-jährige Comedian hat am Sonntag im ZDF-Fernsehgarten für einen Eklat gesorgt. Moderatorin Andrea Kiewel war darüber so erbost, dass sie vor laufender Kamera eine klare Ansage machte: "Shame on you, Luke!".

Was den Comedian im Fernsehgarten geritten hat? Wir wissen es nicht. Vielleicht war es eine verlorene Wette, vielleicht ein Stunt für eine andere TV-Show, vielleicht auch einfach Respektlosigkeit.

Eins ist aber klar: Der Auftritt hat dem sonst so trägen Fernsehgarten ungewöhnlich frischen Wind eingehaucht. Denn auch wenn sich Moderatorin Kiewel tapfer hinter ihre 33 Jahre alte TV-Show stellt, so bleiben Momente, an die man sich länger zurückerinnert, in der reichlich angestaubten Sendung meistens aus.

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Echte Enttäuschung, ganz ohne Teleprompter

Der Fernsehgarten ist knallhartes Format-Fernsehen: Singen, Klatschen, Playback-Singen in Perfektion und ohne Pannen. Und selbst die schlechtesten Auftritte werden von Andrea Kiewel lächelnd wegmoderiert. Der Trash-Auftritt von Luke Mockridge und vor allem die Reaktion von "Kiwi" war einer der wenigen "echten" TV-Momente. Echter Fremdscham, echte Wut, echte Enttäuschung - und das alles ohne Teleprompter.

Erstaunlicherweise kommen Momente wie dieser in letzter Zeit häufiger mal vor: Erst Ende Juli ließ eine fragwürdige Geburtstagsüberraschung den durchgeskripteten Fernsehgarten mit einem Schlag auf die Realität treffen. Moderatorin Kiewel wollte einen Ehemann während der Sendung zu seinem Geburtstag überraschen - stieß damit aber auf wenig Begeisterung. Kein einziger Gast reagierte - und das Geburtstagskind machte deutlich: "Ich hab' doch gesagt, bitte kein Fernsehen, Zeitung und Rundfunk."

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Genau diese TV-Momente brauchen wir

Zuletzt musste die Ballermann-Themensendung wegen eines Unwetters geräumt und in einem kleinen, überdachten "Wohnzimmer" weitergeführt werden. Die Auftritte der Mallorca-Stars waren zwar ähnlich skurril wie in der großen Arena - doch allein das Setting und die Spontanität der Moderatorin machten die Sendung zu einem ungewöhnlich erfrischenden Erlebnis.

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Man kann also jeden Comedian, jeden Gast und jedes Unwetter der Welt nur ermutigen, mal öfter das Formatfernsehen zu crashen. Denn wenn das Live-Fernsehen auch in Zukunft spannend bleiben soll, dann brauchen wir genau diese Momente.

Matthias Schwarzer/RND