„Sexistisch“: Werberat rügt erstmals den Post eines Influencers

  • Der Deutsche Werberat verteilt regelmäßig Rügen, wenn Unternehmen unangemessene Werbungen veröffentlichen.
  • Jetzt traf es auch erstmals einen Influencer.
  • Der Fitness-Guru Ron Bielecki fiel mit einem sexistischen Posting auf – und er ist nicht der Einzige.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Jedes Jahr verteilt der Deutsche Werberat öffentliche Rügen für unangemessene Werbung. Nun trifft es erstmals auch einen Influencer: den Fitness- und Lifestyle-Guru Ron Bielecki.

Das Selbstkontrollgremium der deutschen Werbebranche stuft einen Post des Influencers als frauenherabwürdigend und sexistisch ein. In dem betroffenen Posting sitzt Bielecki auf einer Couch, quer über seinen Beinen räkelt sich eine halbnackte Frau. In deren Gesäßfalte steht das beworbene Produkt: pflanzenbasierte Kapseln mit dem Namen „Nice Schw*nz Bro“. Auf der Website des Vertriebspartners wird der Artikel als „Nährstoffkombination für deine Libido“ beworben.

Der Werberat begründet seine Entscheidung wie folgt: „Die Platzierung des beworbenen Produkts auf dem Gesäß des Frauenkörpers betont die Objektifizierung der Frau.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Weitere sexistische Werbungen gerügt

Bieleckis Post ist aber nicht die einzige Werbung, die das Gremium mit einer Rüge versehen hat. Auch die Firma E.T.E Logistik aus Hamburg fiel mit einem sexistischen Post auf. Ein Werbeplakat, das sowohl gedruckt als auch auf Facebook erschienen ist, zeigt eine Frau im kurzen Rock, die an einer Straße steht und ihre Daumen in Richtung Verkehr reckt. Daneben steht der Satz: „Schnelle Nummer zum kleinen Preis.“

Dadurch werde suggeriert, die Frau sei für wenig Geld sexuell verfügbar, kritisiert der Werberat. Zudem werde sie durch den Slogan „Direktlieferungen“ mit der beworbenen Dienstleistung gleichgesetzt. In der Kombination würden Frauen herabgewürdigt und diskriminiert.

Anzeige

Tatortreinigung überschreitet ethische Grenzen

Als ebenfalls sexistisch stuft der Werberat die Werbung der Feuerverzinkerei Metzelaers ein. Die Firma aus Radevormwald (Nordrhein-Westfalen) zeigt die Rückenansicht einer Frau, die nur mit einem String bekleidet ist – daneben der Slogan „Wir können auch heiß! Der mit dem Feuer verzinkt“. Die Werbung, so das Urteil des Werberats, reduziere die Frau auf ihre Sexualität.

Anzeige

Gleich doppelt verstieß die sächsische Firma Pauland Gebäudereinigung gegen die Regularien – allerdings nicht wegen Sexismus. Die Firma, die sich auch als Tatortreinigung anbietet, warb auf einem Fahrzeug mit dem Satz „Ihre Schwiegermutter nervt ...?“ Der Satz überschreitet laut Werberat „ethische Grenzen“ und verstoße gegen die Verhaltensregeln des Deutschen Werberats gegen Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen als auch gegen die Grundregeln des Deutschen Werberats.

RND/msc