Neue Sat.1-Show: “Mütter machen Porno” soll realistisches Bild von Sex vermitteln

  • In der zweiteiligen Doku “Mütter machen Porno” (Sat.1, ab 22. Juli) drehen fünf Frauen einen Aufklärungsfilm.
  • Mit diesem Werk wollen sie ihren Kindern ein realistischeres Bild von Sex vermitteln.
  • Das Ergebnis heißt “Vanilla X”, und wird allerdings nur in Ausschnitten nach der Doku zu sehen sein.
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München. Pornos im Internet sind für die meisten jungen Menschen in Deutschland kinderleicht zu erreichen. Viele Kids sind erst elf oder zwölf, wenn sie das erste Mal Bilder sehen, die ein verstörendes Menschenbild zeigen. Oft geht es um sexuelle Gewalt oder lieblosen Gruppensex. Fünf Mütter wollen den Schmuddel-Filmchen auf den Smartphones etwas entgegensetzen und einen lebensnahen Film drehen - hinter der Kamera, nicht davor. Sie treten in der Sat.1-Doku “Mütter machen Porno” auf, die nach einem britischen Vorbild entstand und jetzt an zwei Mittwochabenden (20.15 Uhr) auf Sat.1 gezeigt wird.

“Egal wie provokant das klingt, dass wir als Mütter einen Porno drehen wollen”, sagt Mutter Karina in die Kamera. “Wir möchten andere Mütter aufklären und vor allen Dingen auch unsere Kinder: Schaut euch nicht so etwas Grausames an, sondern wenn einen ordentlichen Porno.”

Darum geht es im Sexfilm-Projekt “Mütter machen Porno”

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“Für mich ist es einfach schlimm zu sehen, wie leicht Kinder gerade auch über Smartphones an Pornos gelangen”, sagt Jasmine, 36 Jahre und Mutter von zwei Kindern. Mit vier Mitstreiterinnen macht sie sich an das Sexfilm-Projekt: “Mit Menschen, die aussehen wie du und ich, die sich auf Augenhöhe, leidenschaftlich und wertschätzend begegnen”, wie Sat.1 das cineastische Vorhaben begeistert ankündigt.

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Viele Hürden gilt es zu nehmen. Schließlich muss man nicht nur eine Storyline für den eigenen Erotikfilm entwickeln - man muss auch die Darstellerinnen und Darsteller finden. Nicht nur dabei kann man sich schnell in die Haare kriegen - allein schon bei der Frage: Was genau ist eigentlich “normal” bei Sex? Eines ist für die Mütter aber sofort klar: Eine übertriebene Traumfigur sollte keiner der Handelnden haben. Der Penis sollte nicht zu groß sein, dafür wünscht man sich die Dialoge lebensecht. Die Odyssee durch die Sexfilmbranche beginnt.

Sendetermine: An diesen Tagen läuft “Mütter machen Porno” im TV

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Der Zweiteiler zeigt an diesem (22. Juli) und am nächsten Mittwoch (29. Juli) den langen Weg zum Nacktfilm. Im Anschluss an die zweite Episode zeigt Sat.1 am 29. Juli um 22.20 Uhr ausgewählte Szenen des von den fünf Müttern produzierten Streifens “Vanilla X - Der Film”, damit sich das TV-Publikum ein eigenes Bild vom Ergebnis machen kann. Die Zuschauer bekommen ihn allerdings nur in einer geschnittenen, den Vorgaben des Jugendschutzes entsprechenden und kommentierten Form zu sehen.

Hier sind die Sendetermine der Doku noch einmal in der Übersicht:

  • Mittwoch, 22. Juli 2020 um 20:15 Uhr
  • Mittwoch, 29. Juli 2020 um 20:15 Uhr

Die Wiederholungen im TV laufen nachts:

  • Donnerstag, 23. Juli 2020 um 00:10 Uhr
  • Donnerstag, 30. Juli 2020 um 00:55 Uhr

“Mütter machen Pornos” im Stream: Läuft die Doku auf Joyn?

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Ja, die Doku ist online verfügbar - allerdings nicht auf Joyn, sondern bisher nur via Livestream auf der Website von Sat.1. Hier gelangen Sie zum Stream.

Das sind die Mütter, die den Porno drehen

  • Jasmine: Die 36-Jährige ist Erzieherin und hat zwei Kinder. Über Pornos sagt sie zur Sat.1: “So reizvoll Pornos auch sein können, zur Aufklärung sollten sie nicht dienen.”
  • Karina: Vierfachmama und Art Director. Die 44-Jährige hat selbst negative Erfahrungen mit Nacktfotos gemacht. “Deswegen erziehe ich meine Söhne zu respektvollem Umgang mit Frauen beim Sex”, sagt sie dem Sender.
  • Bianca: Die 49-jährige Friseurmeisterin hat zwei Kinder. Sie findet: “Pornografie sollte im Internet nicht verbildlicht dargestellt werden, Kinder sollten sich ihre eigene Meinung dazu machen.”
  • Britta: Die Medizinische Fachangestellte (44) hat selbst drei Kinder und hat eine klare Meinung zum Umgang mit Pornos: “Eltern haben die Pflicht, ihre Kinder ordentlich aufzuklären, damit Pornos erst ab einem angemessen Alter interessant und angeschaut werden”, sagt sie zu Sat.1.
  • Mirjam: Die 49-Jährige hat zwei leibliche und zwei Stiefkinder. Welche Auswirkungen Pornos auf junge Menschen haben, erfährt die Praxis-Managerin nach eigener Aussage gegenüber dem Sender oft genug in ihrer Mädchensprechstunde.

RND/dpa

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