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Serdar Somuncu über Podcast-Provokation: “Es tut mir wirklich aufrichtig leid”

  • In einem Podcast provoziert der Comedian Serdar Somuncu mit frauenverachtender, sexistischer und rassistischer Sprache, sein Partner Florian Schroeder amüsiert sich darüber und lacht laut.
  • In der neuen Folge des Podcasts äußern sich beide jetzt zu der Kritik an ihnen.
  • Somuncu und Schroeder bitten um Entschuldigung.
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Mit frauenverachtender, sexistischer und rassistischer Sprache provoziert der Comedian Serdar Somuncu in seinem Podcast, während sein Partner Florian Schroeder mehrfach lauthals lacht und klatscht. Der zweiminütige Ausschnitt aus “Schroeder & Somuncu” sorgte vor allem in sozialen Medien für scharfe Kritik. In der neuen Folge des Podcasts äußern sich Somuncu und Schroeder jetzt ausführlich zu ihren Aussagen, ihrem Verhalten und der Kritik.

“Wir haben uns im Podcast in einer Grauzone bewegt und das haben wir auch angekündigt. Und jeder, der das verfolgt hat von Anfang bis Ende, muss sagen, dass es erkennbar war, mindestens war es interpretierbar erkennbar”, sagt Somuncu. Das sei ein großes Risiko, das beide aber gerne eingehen würden, um “Grenzen auszuloten”. Mit Blick auf die Kritik an seinen Äußerungen sagt der Comedian: “Ich habe überhaupt kein Problem damit zu sagen: Auch wir machen Fehler, auch ich mache Fehler. Und ich habe noch viel weniger Probleme damit zu sagen: Es tut mir wirklich aufrichtig leid, wenn wir Menschen damit verletzt haben sollten. Und wir werden sicher auch Menschen verletzt haben, ich insbesondere mit dem, was ich gesagt habe.”

Florian Schroeder: Hat mich selbst genervt, dass ich da so reagiert habe

Florian Schroeder, den eigenen Angaben zufolge wegen seines Lachens über die Aussagen Somuncus viele Menschen angeschrieben und kritisiert hätten, sagt in dem Podcast: “Wenn ich mir diese zwei Minuten isoliert anhöre (...), würde ich sagen: Ja, den Typ würde ich auch hassen, der da lacht.” Sein Lachen sei “unangenehm”, “nicht schön” und “widerlich” gewesen. Es habe ihn hinterher “selbst auch genervt, dass ich da so reagiert habe”.

Er habe allerdings auf einen Inhalt reagiert, von dem er wisse, wie er gemeint gewesen sei, weil er Somuncu kenne und weil er dessen Bühnenfigur kenne und weil er wisse, in welche Rolle Somuncu in diesen zwei Minuten geschlüpft sei. “Ich habe diese Rolle verstanden, ich habe das, was du gesagt hast, als das gesehen, was es ist und ich weiß, dass du weder ein Rassist noch ein Sexist bist. Deswegen habe ich mich auch getraut, darüber zu lachen.” Er habe über Somuncus Rolle gelacht und nicht über den Inhalt. Menschen, die sich durch sein Lachen massiv verletzt fühlten und die meinten, er sei “ins Lager der Rassisten und Sexisten gewechselt”, könne er aber sehr gut verstehen. “Das finde ich selbst scheiße und das ist auch etwas, das mir leid tut, weil ich das nicht auslösen wollte”, so Schroeder.

RBB veröffentlichte überarbeitete Fassung des Podcasts

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), bei dem der Podcast erscheint, hatte nach der Kritik an den Äußerungen Somuncus bereits um Entschuldigung gebeten und eine redaktionell überarbeitete Fassung des Podcasts veröffentlicht. Die Originalfassung sei nicht mehr zugänglich, erklärte Robert Skuppin, Programmchef von Radio Eins, in der vergangenen Woche.

RND/seb



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