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Schauspielerin Senta Berger wird 80: „Die Familie ist mein Fundament“

Die Schauspielerin Senta Berger bei Dreharbeiten in München.

Die Schauspielerin Senta Berger bei Dreharbeiten in München.

Eine große Schauspielerin feiert Geburtstag: Am 13. Mai wird Senta Berger 80 Jahre alt. Die aus Wien stammende Künstlerin hat schon zahlreichen Filmen ihren Stempel aufgedrückt, und das gilt auch für das TV-Drama „An seiner Seite“, das an diesem Montag (10. Mai) ab 20.15 Uhr im ZDF läuft. Senta Berger spielt darin die Frau eines Dirigenten, der die Karriere ihres erfolgreichen Mannes immer am wichtigsten war – und die ihr Leben überdenkt, nachdem eine unerwartete Begegnung sie aufgerüttelt hat.

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Senta Berger kam 1941 in Wien zur Welt und begann schon als 14-Jährige mit der Schauspielerei. Sie drehte zahlreiche Kinofilme wie „Der brave Soldat Schwejk“ oder „Mit teuflischen Grüßen“ mit Alain Delon, in den 60er-Jahren arbeitete sie in Hollywood an der Seite von Stars wie John Wayne, Kirk Douglas und Yul Brynner. In den 80er- und 90er-Jahren war sie in Erfolgsserien wie „Kir Royal“ oder „Die schnelle Gerdi“ zu sehen, von 2002 bis 2019 brillierte die beliebte Charakterdarstellerin in der Serie „Unter Verdacht“ als sensible Ermittlerin Eva Maria Prohacek. Senta Berger ist mit dem Regisseur Michael Verhoeven verheiratet, das Paar hat zwei Söhne, die ebenfalls Filmschaffende sind, und lebt in Grünwald bei München.

Frau Berger, wie werden Sie Ihren anstehenden 80. Geburtstag feiern?

Senta Berger: Wir werden sehen, was Corona erlaubt. Wenn es möglich ist, eine kleine Feier in Wien, meiner Heimatstadt, zu haben, werden wir im kleinen Kreis dort feiern. In einem kleinen Heurigen mit einem Innenhof voller Oleander. Unter einem Maulbeerbaum.

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Was wünschen Sie sich zum runden Geburtstag?

Gesundheit.

Im Film „An seiner Seite“ spielen Sie die Frau eines Dirigenten. Welche Rolle spielt Musik in Ihrem Leben?

Musik hat mich von Anfang an begleitet. Mein Vater hat am Konservatorium in Wien Musik studiert. Das wichtigste Möbel in unserer winzigen Wohnung war das Klavier. Wir haben sehr früh vierhändig gespielt, oder mein Vater hat Wiener Lieder und Operetten gespielt und ich habe gesungen. Es waren herrliche Nachmittage. Später habe ich in der Akademie für Darstellende Kunst Ballettunterricht gehabt. Zweimal in der Woche begleitete uns ein Klavierspieler dabei, zumeist ein Student der Musikakademie. Wir tanzten zu Schuberts oder Schumanns Musik, nach Melodien von Mozart oder Debussy. Ich bin mit klassischer Musik aufgewachsen und habe diese Musik geliebt – ohne zu wissen, dass klassische Musik für einen Teenie, der ich damals war, eigentlich recht ungewöhnlich war. Ohne Musik kann ich nicht sein. Das kann ich mir gar nicht vorstellen.

Ihre Figur Charlotte stand immer im Schatten ihres berühmten Mannes – eine Konstellation, die für Sie sicher unvorstellbar gewesen wäre, oder?

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Ich sehe das nicht so. Charlotte hat an der Karriere ihres Mannes großen Anteil. Eigentlich führt an ihr kein Weg vorbei. Sie organisiert das berufliche Leben ihres Mannes, das private sowieso. Mir fallen auf Anhieb drei Ehepaare ein, die diese Rollenverteilung verabredet haben: Hermann Prey, der große Opernsänger und seine Frau, Otto Schenk, der große Schauspieler und seine Frau Renée, Peter Alexander und seine Frau Hilde. Drei Frauen, die ihren Männern, von deren Talent sie mehr überzeugt waren als von ihrem eigenen, den Rücken freigehalten haben. Dies geschieht aus Liebe und aus Überzeugung. In unserem Film fühlt sich Charlotte nicht mehr wertgeschätzt, nicht mehr „gesehen“, sondern übersehen. Das schmerzt – und das würde auch mich schmerzen. Aber mein Leben nach den Notwendigkeiten meines Mannes auszurichten, habe ich oft genug getan, ohne deshalb gleich ein Schattendasein führen zu müssen.

Wie geht Ihr Mann damit um, seit vielen Jahren der Partner einer berühmten Frau zu sein?

Ich glaube, Sie vergessen, dass Michael Verhoeven ein berühmter Regisseur ist, der eine Reihe ausgezeichneter Filme gemacht hat. Darf ich an „Die Weiße Rose“ erinnern oder an „Das Schreckliche Mädchen“, an „Mutters Courage“ oder an die Kultserie „Die schnelle Gerdi“ … Ich erinnere mich an verschiedene Filmfestivals in Kanada oder den USA, bei denen ich die Begleiterin meines Mannes war und oft am Ende der Pressekonferenzen gefragt worden bin, was ich denn so beruflich machen würde: „Are you in the business too?“ (lacht).

Im Film spielt Ihr Enkel David Verhoeven eine kleine Rolle. Haben Sie schauspielerisches Talent bei ihm erkannt? Liegt das womöglich in der Familie?

David spielt einfach gerne. Er liebt die Atmosphäre am Set. Er hat sicherlich künstlerisches Talent. In welche Richtung er gehen wird, kann man jetzt noch nicht wissen. Aber es würde mich nicht überraschen, wenn er in die Richtung seines Vaters Simon gehen würde.

Sie spreche von Ihrem ältesten Sohn, der als Regisseur und Schauspieler erfolgreich ist. Wie wichtig ist Ihnen Familie?

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Ich bin sehr geborgen in einer großen Familie aufgewachsen. Meine Mutter hatte vier Geschwister, die alle Kinder hatten. Meine Cousins und Cousinen lebten alle ganz in der Nähe von uns, man kann sagen, wir lebten alle zusammen. Und nach dem Krieg haben wir auch alle zusammengehalten. Im Grunde ist diese Familie immer noch das Fundament meines Lebens. Mein Mann ist ebenfalls ein großer Familienmensch. Von Anfang an wollten wir beide Kinder haben, und als wenig später auch noch meine Familie zu uns ins Haus gezogen ist, waren wir die große Drei-Generationen-Familie, die wir immer sein wollten.

Was bedeutet Ihnen Schönheit?

Welche Schönheit? Ich bin empfänglich für Schönheit und sehe sie auch. Sei es an Menschen oder Tieren, seien es Landschaften. Schönheit ist ein Geschenk für uns. Schönheit ermutigt und tröstet.

Sie haben in jungen Jahren in Hollywood gearbeitet, zählen heute zu den wichtigsten deutschsprachigen Schauspielerinnen – sind Sie mit Ihrer Karriere rundum zufrieden, oder würden Sie heute etwas anders machen?

Sicherlich trifft man eine Menge falscher Entscheidungen, aber eben auch ein paar richtige. Sicherlich habe ich oft aus jugendlicher Ungeduld und Mangel an Erfahrungen anderen Unrecht zugefügt, das ich nicht immer wiedergutmachen konnte. Versäumnisse habe ich mir nicht vorzuwerfen, man handelt ja immer aus einer bestimmten Situation heraus und meistens aus gutem Grund, auch wenn die Gründe rückblickend oft lächerlich sind. Ich habe Schwierigkeiten, Fragen der Kategorie „Was wäre, wenn?“ zu beantworten.

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Welches waren Ihnen Ihre liebsten drei Rollen und warum?

Können’s nicht mehr sein? Also: die Magda in „Im Schatten des Giganten“ mit Kirk Douglas, die Mona in „Kir Royal“, die Gerdi in „Die schnelle Gerdi“, die Anita in „Satte Farben vor Schwarz“ mit Bruno Ganz und die Frau Dr. Eva Pohacek in „Unter Verdacht“ – und natürlich die Frau Hartmann in „Willkommen bei den Hartmanns“ von Simon Verhoeven. Weil es wunderbare Rollen waren, die mich beschäftigt und herausgefordert haben, die mich als Schauspielerin weitergebracht haben und heute herrliche Erinnerungen für mich sind.

Sie wurden als junge Schauspielerin mehrfach Opfer sexueller Belästigung. Sind Sie noch wütend auf die Kollegen, die Ihnen das angetan haben?

Nein. Das war ich eigentlich nie. Nachdem meine Aufregung abgeklungen war, meine Empörung, haben mir diese Männer eher leidgetan. Diese Unsensibilität. Diese Mühe. Diese Kraftanstrengung. Dieses Verkennen einer Situation. Wie armselig. Das habe ich gedacht, und das denke ich auch heute noch.

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