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Schauspieler Tom Beck über seine Frau: „Müssen uns nicht künstlich interessant halten füreinander”

In „Nestwochen“ bandelt Dr. Sascha Dombrowski (Tom Beck) mit der frisch getrennten Julia (Bettina Lamprecht) an.

In „Nestwochen“ bandelt Dr. Sascha Dombrowski (Tom Beck) mit der frisch getrennten Julia (Bettina Lamprecht) an.

Im Film „Nestwochen” versuchen Julia und Robert, die sich trennen, das Prinzip „Nesting”: Sie behalten das Haus und leben dort abwechselnd wochenweise mit ihren Kindern. Was halten Sie von dem Konzept?

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Ich muss mich zum Glück nicht mit der Situation befassen und werde es hoffentlich auch nicht müssen. Aber „Nesting” ist schon ein Prinzip, das mit Sicherheit Vorteile für die Kinder hat. Das muss man sich aber leisten können: Wenn man drei Wohnungen hat, ist das schon eine ordentliche Belastung. Ob das sinnvoll ist, hängt auch vom Alter der Kinder ab. Das macht man ja hauptsächlich, damit die Kinder ihr gewohntes Umfeld nicht verlassen müssen. Da müssen sie schon in einem Alter sein, in dem das auch eine Rolle spielt. Im Endeffekt kommt es doch mehr darauf an, was man als Elternteil bei einer Trennung ausstrahlt.

Was bedeutet Ihnen Familie? Sie haben auch ein kleines Kind.

Durch mein Kind hat Familie noch mal eine ganz andere Dimension für mich bekommen. Das habe ich schon durch meine Frau erfahren: Die ist Griechin, da ist Familie einfach größer und selbstverständlicher. Aber Familie ist das, was bleibt im Leben. Ich versuche, der Familie viel Raum zu geben neben dem, dass man sich auch selbst nicht vergessen und verwirklichen möchte.

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Wie schaffen Sie es, genug Zeit mit Ihrer Frau und Ihrem Kind zu verbringen? Sie sind beide als Schauspieler tätig, da ist man viel unterwegs.

Es ist viel Zeitmanagement. Gerade drehe ich fast fünf Monate in München. Da pendele ich jedes Wochenende nach Berlin. Dann geht es nicht darum, dass man sehr viel Zeit miteinander verbringt, aber ich versuche, die Zeit mit meiner Frau und meinem Sohn intensiv zu nutzen. Meine Frau kommt mit dem Kleinen manchmal auch nach München, wenn die Drehtage bei ihr so fallen, dass sie raus kann. Das geht schon. Das erste Jahr nach der Geburt war ich öfter bei unserem Sohn, weil meine Frau nach einem halben Jahr wieder gedreht hat. Da sie in einer festen Serie ist, war klar, dass sie irgendwann wieder einsteigt. Und natürlich haben wir auch eine Betreuung fürs Kind, wenn wir beide nicht können.

Also haben Sie bei der Erziehung auch keine festen Aufgabenverteilungen?

Ja, klassische Rollenverteilungen haben wir nicht. Selbst bei meinen Eltern war das nicht so. Meine Mutter hat auch gearbeitet und da hat meine Oma öfter auf mich aufgepasst. Wir leben das ganz modern, auch wenn sich das komisch anhört, weil das selbstverständlich sein sollte. Derjenige, der gerade weniger arbeitet, steckt zurück und ist beim Kind. So funktioniert das gut.

Das Paar im Film trennt sich, weil es sich auseinandergelebt und nicht mehr wirklich miteinander gesprochen hat. Wie halten Sie Ihre Beziehung lebhaft? Wie sorgt man dafür, dass man nicht nebeneinander herlebt?

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Da müssen meine Frau und ich uns noch kein Rezept ausdenken, weil noch viel zu wenig Alltag und zu viel Frische und Feuer da ist, als dass man sich künstlich interessant halten müsste für einander. Wenn man anfängt, sich über Kleinigkeiten zu streiten, und sich dann reflektiert, merkt man ja, dass das unnötig ist. Dafür sind wir beide reflektiert genug. Ich sehe da keine Gefahr, dass wir Eltern werden, die so ein Schemadenken haben.

Die beiden Hauptfiguren sind sehr unterschiedliche Typen: Julia ist eher chaotisch und probiert gern Neues aus, Robert sind Ordnung und Struktur sehr wichtig. Welchem Typen entsprechen Sie eher?

Ich bin eher der ordentliche, strukturierte Typ, weil ich das zu Hause vorgelebt bekommen habe. Aber natürlich, sonst würde ich auch den Schauspielberuf nicht machen, schlägt in mir auch dieses freiheitsliebende Künstlerherz, das Dinge ausprobieren und nicht das ganze Leben nach Schema F leben möchte. Auf der einen Seite ist es gut, dass ich ein recht gesundes Sicherheitsdenken mitbekommen habe, etwas relativ Spießbürgerliches und Kleindenkendes, auf der anderen Seite habe ich auch Träume. Das eine bewahrt mich davor, größenwahnsinnig zu werden, das andere lässt mich nicht in einer Einöde ohne Ziele vergammeln. Natürlich gibt es auch Phasen, in denen ich mich danach sehne, einen strukturierten Job zu haben, bei dem ich mir keine Sorgen zu machen brauche, was nächsten Monat ist.

Die Kinder des Film-Paares machen ein Musical zum Thema Klimawandel. Wie wichtig ist Ihnen, dass Ihr Kind in einer Welt aufwächst, die nicht vor die Hunde geht?

Es wäre komisch, wenn es mir nicht wichtig wäre. Man hat zuletzt mit den Unwettern und auch den Bränden in anderen Ländern gesehen, was an Umweltkatastrophen auf uns einprasselt. Deswegen ist Klimaschutz mir natürlich wichtig und ich versuche, meinen Teil beizutragen. Aber solange die Global Player keine einheitlichen Schritte beschließen, ist es für uns Einzelne sehr mühsam, etwas zu bewirken. Aber natürlich fängt man im Kleinen an.

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Was tun Sie im Kleinen fürs Klima?

Ich fahre mit dem Zug, wenn es geht. Aber ich wäge schon ab, wenn ich zum Beispiel am Freitag einen Nachtdreh in München habe und am Montag wieder dort sein muss, ob ich zehn Stunden im Zug sitze, um meine Familie in Berlin zu sehen, wenn ich auch fliegen kann und das schneller geht. Aber bei anderen Sachen, ob das nun die Reduktion von Plastik ist oder das Zurückgreifen auf öffentliche Verkehrsmittel, wenn es die Zeit ermöglicht, versuche ich das schon. Alleine ist es schwierig, etwas zu bewirken, aber je mehr Leute ihre privaten Bedürfnisse anpassen und achtsam mit unserer Umwelt umgehen, desto besser ist es.

Bald steht die Bundestagswahl an. Was würden Sie sich in der Richtung von der deutschen Politik wünschen?

Die deutsche Politik ist schon gut dabei und im internationalen Vergleich eine Politik, die bewusst Dinge verändern möchte. Da erwarte ich von der deutschen Politik eigentlich nicht viel mehr, als dass man nicht allein dasteht, sondern die Weltmächte mitziehen.

„Nestwochen” läuft am Donnerstag, 19. August, ab 20.15 Uhr im ZDF.

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