Schachmatt für die Dame: So ist der Netflix-Erfolg „Queen’s Gambit“

  • „Damen Gambit“ ist die erfolgreichste Miniserie von Netflix – innerhalb von 28 Tagen wurden die sieben Teile mehr als 62 Millionen Mal angeschaut.
  • Doch kann man das auch als Schachlaie gucken? Und worin liegt die Faszination?
  • Wir haben das mal aufgeschrieben.
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Ein junges Mädchen erobert die von Männern dominierte Schachwelt. Was für eine Serie nach einer spitzen Zielgruppe klingt, ist das Gegenteil: „Queen’s Gambit“ (Das Damengambit) begeistert die Streamingfans und wurde für Netflix zum absoluten Überraschungserfolg. Innerhalb der ersten 28 Tage wurde die siebenteilige Serie mehr als 62 Millionen Mal angeschaut, seit Wochen ist „Queen’s Gambit“ in den Top 10 der beliebtesten Serien. Doch worum geht’s eigentlich in dem aktuell größten Erfolg des Streaminganbieters?

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Zunächst einmal: Ja, es geht wirklich größtenteils um Schach. Um die Serie zu mögen, kann es sicherlich nicht schaden, wenn man weiß, was eine sizilianische oder eine skandinavische Eröffnung ist – nötig ist es aber keinesfalls. Die Serie lebt von einer brillanten Hauptdarstellerin, ihrer Faszination für das Brett mit den 32 Figuren und einem mitreißenden Plot. Und diese Faszination scheint sich im übrigen auch ins echte Leben zu übertragen: Onlineplattformen für Schachspieler verzeichnen fünf Mal so viele Neuregistrierungen wie sonst.

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Elizabeth „Beth“ Harmon (gespielt von Anya Taylor-Joy) wächst in den 50er Jahren in einem Waisenhaus in Kentucky auf. Dort werden die Kinder mit wenig Liebe großgezogen, dafür mit Medikamenten und Drogen ruhig gestellt. Als Beth eines Tages im Keller des Waisenhauses Hausmeister Mister Shaibel beim Schachspielen beobachtet, überredet ihn das Mädchen, es ihr auch beizubringen. Die anfängliche Abneigung und Skepsis des Hausmeister legen sich schnell. Nämlich dann, als Mister Shaibel Beth‘ großes Talent entdeckt. Fortan besucht das Mädchen Shaibel regelmäßig heimlich im Keller des Waisenhauses – und es dauert nicht lange, bis Beth den routinierten Spieler das erste Mal schlägt. Dann nimmt ihre Karriere an Fahrt auf: Neben der Schule tritt sie erst gegen lokale Größen an, reist dann später nach ihrer Adoption samt Adoptivmutter auch zu internationalen Turnieren – bis sie dem amtierenden russischen Weltmeister gegenübersitzt.

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Der Kampf für Erfolg – und gegen den Absturz

Doch „Queen’s Gambit“, das auf dem gleichnamigen Buch von Walter Tevis basiert, ist keine reine Erfolgsgeschichte. So richtig losgekommen von den Drogen, die ihr im Heim verabreicht wurden, ist Beth nämlich nie – ebenso wenig von den Erinnerungen an den Autounfall, bei dem sich ihre Mutter das Leben nahm und Beth nur durch Zufall überlebte. Das Schachtalent kämpft nicht nur um Anerkennung und Zuneigung, sondern auch gegen die Sucht und einen daraus folgenden Absturz. So ist es am Ende eben nicht nur was für Fans des Brettsports – sondern auch für all die, die Geschichten von Erfolg, vom Scheitern – und möglicherweise auch mit Happy End mögen.


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