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  • Sat.1: „Die Herzblut-Aufgabe – Promis in der Pflege“: Wayne Carpendale, Jenny Elvers und Jorge González machen Pflegepraktikum

Sat.1-Promis machen Pflegepraktikum: „Das Krasseste, was ich je gesehen habe“

  • Nur zwei Tage Vorbereitung, dann geht es für die beteiligten Prominenten auch schon los.
  • In der ersten Folge von „Die Herzblut-Aufgabe – Promis in der Pflege“ (Sat.1) stellen die Praktikantinnen und Praktikanten bereits fest, dass sie hier mitanpacken müssen.
  • Wayne Carpendale, Jenny Elvers und Jorge González werden gebraucht.
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In diesem Praktikum ist nicht nur Kaffee kochen angesagt, sondern anpacken: Sechs glaubhaft motivierte Promis absolvieren in der Sat.1-Reportagereihe „Die Herzblut Aufgabe – Promis in der Pflege“ ein vierwöchiges Praktikum in einer Berliner Klinik.

Schauspieler Wayne Carpendale (Unfallchirurgie), Schauspielerin Jenny Elvers (Geburtshilfe), Schlagerstar Patrick Lindner (HNO/Adipositas), Model und Ex-„GNTM“-Juror Jorge González (Pädiatrie), Lilly Becker (ab Folge drei in der Geriatrie) und Comedian Faisal Kawusi (Geriatrie/Onkologie) stellen sich der Herausforderung. Zwei Tage Crashkurs samt Abschlussprüfung, das muss reichen. Bereits in Folge eins schmeißen sich die Promis ins Pflegeoutfit und legen selbst Hand an. „Das war das Krasseste, was ich in meinem Leben gesehen habe“, blickt Jenny Elvers auf die Zeit zurück.

Bei Pro Sieben Sat.1 scheint man sich nach dem bahnbrechenden Erfolg von „Joko & Klaas live“ zum Thema Pflegenotstand Gedanken gemacht zu haben, wie man das Thema, welches durch die Corona-Pandemie noch deutlicher als zuvor zutage getreten ist, weiter bedienen könnte. Ist „Die Herzblut-Aufgabe“ die ernsthafte Chance, mehr über den harten Pflegeberuf zu erfahren? Oder doch nur die Möglichkeit, mit einem Reizthema auf Quotenjagd zu gehen und dabei Prominenten die Chance zur Selbstinszenierung zu geben?

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„Was wir uns alle erhoffen, ist noch mehr die Aufmerksamkeit auf die Situation der Pflegekräfte zu lenken“, erklärt Wayne Carpendale die Beweggründe. Doch was sagen die Pflegekräfte dazu? „Ich verspreche mir von dem Projekt, dass die Leute da draußen erkennen, wie facettenreich und verantwortungsvoll unser Beruf ist“, erklärt Pflegerin Nadja (24), die den mehr als doppelt so alten Schlagersänger Patrick Lindner unter ihre Fittiche nimmt. „Die Idee eines Praktikums von einem Prominenten finde ich sehr gut“, ergänzt Wayne Carpendales Mentorin Vanessa. Die 30-Jährige ist der Meinung, man hätte als „Schwester XY“ im Fernsehen doch nicht die gleiche Reichweite.

„Im normalen Krankenhausalltag geht das oft unter“

Ankunft an der Klinik: Patrick Lindner gefällt das neue Arbeitsumfeld ausgesprochen gut. „Für mich sieht das alles nach Psychiatrie aus“, ist die Reaktion von Faisal Kawusi auf seinen neuen Arbeitsplatz. Im Inneren ist das Helios-Klinikum Berlin-Buch allerdings ein hochmoderner Gesundheits­betrieb. Die Helios-Kliniken-Gruppe ist einer der größten Anbieter stationärer wie ambulanter Patientenversorgung und gehört zum Fresenius-Konzern. Wohlmeinende Publicity kann die Klinik gebrauchen – erst im Juni dieses Jahres wurde der Entschluss, ärztliche Stellen zu streichen, kritisiert.

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Die befristeten Pflegerinnen und Pfleger werden allesamt in ihren Stationen herzlich aufgenommen: Die Mentorinnen erweisen sich als hilfsbereit, die sonstigen Kolleginnen und Kollegen als nett und die Patientinnen und Patienten als umgänglich. Dann geht’s auch schon direkt los – die Promis werden ins kalte Wasser geworfen. „Vor heute dachte ich, dass das höchste der Gefühle sein könnte, vielleicht in zwei Wochen was zu machen“, gesteht Wayne Carpendale. Von wegen! Der 44-Jährige muss ran und zieht bereits am ersten Tag seine erste Drainage. Mentorin Vanessa weiß, wie viel da schiefgehen kann, aber eben auch: „Man lernt durchs Machen.“

Vergleicht man die Atmosphäre mit dem hektischen Treiben, welches bei „Joko & Klaas live“ vermittelt wurde, geht hier alles etwas entspannter zu. Es bleibt Zeit, sich auch etwas ausführlicher mit den Kranken und Verletzten auseinander­zusetzen. Mehr Zeit, als wenn keine Kameras dabei wären? „Im normalen Krankenhausalltag geht das oft unter“, gesteht zumindest Carpendales Mentorin in Bezug auf dessen Umgang mit Patientinnen und Patienten.

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Ausnahmesituation für Jorge González: Blutabnehmen am Kopf

Jedenfalls ist auch Zeit für längere Gespräche, und Faisal Kawusi beweist ein offenes Ohr. Der Austausch mit einer älteren Dame, die 1945 als Kind aus ihrer Heimat fliehen musste, ist ihm im Gedächtnis geblieben. „Die hat den Zweiten Weltkrieg miterlebt“, stellt er fest. Der Comedian hat Wurzeln in Afghanistan, seiner Familie blieb nur die Flucht. „Irgendwie sind ja meine Geschichte und ihre Geschichte ein bisschen verflochten, weil wir beide einen Flüchtlings­hintergrund haben“, so der 30-Jährige. Als Pfleger ist es seine Aufgabe, die betagte Frau zu füttern und ihr die Zähne zu putzen. Kein Problem, schließlich kommt Faisal aus einer Zahnarztfamilie.

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Vorgänge, die für die alteingesessenen Pflegerinnen und Pfleger längst Routine sind, erweisen sich für die Promis natürlich immer noch als Ausnahme­situationen. So ergeht es etwa Jorge González, als er auf der Pädiatrie mitansehen muss, wie einem Säugling aus dem Kopf Blut abgenommen wird. „Für Außenstehende und die Eltern sieht das wirklich brutal aus“, weiß auch seine Mentorin Nadja.

Für die 44-Jährige ist das nichts Ungewöhnliches. „Jorge fand das, glaube ich, erst mal erschreckend – macht aber mit“, stellt sie zufrieden fest. Tatsächlich beobachtet das Model die Szenerie kopfschüttelnd am Rande. Seine FFP2-Maske verdeckt zwar einen beachtlichen Teil seines Gesichts, aber seine Augen sprechen Bände.

Die Krankenschwester spielen „hat null mit der Realität zu tun“

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Auch wenn es nur der Beginn ihres Praktikums war: Am Ende ihrer ersten Schicht ist den Promis eine gewisse Erleichterung anzumerken. „Ich habe schon gemerkt, dass das für mich unglaublich anstrengend war“, stellt Patrick Lindner fest. Jenny Elvers hingegen glaubt, sie hätte am ersten Tag „noch ein bisschen Welpenschutz“ genossen. Faisal Kawusi zieht ein positives Fazit zu seinem ersten Tag auf der Geriatrie. Und auch seine Mentorin zeigt sich zufrieden. Zwar gäbe es noch Luft nach oben, aber eine Bewertung von sechs von zehn Punkten kann sich für den Anfang durchaus sehen lassen.

Dass ein gelungener Start nicht gleichbedeutend mit einem souveränen Arbeitsalltag ist, stellt der stets etwas aufgeregt wirkende Jorge González direkt zu Beginn des zweiten Tages fest. Kaum hat der ehemalige „Germany’s Next Topmodel“-Juror eine Nadel ausgepackt, steckt selbige auch schon in González’ Finger. „Ruhig, Jorge“, versucht er sich selbst zu beruhigen. Glück im Unglück: Kinderkranken­schwester Nadja weiß, dass der Fauxpas bei einer sterilen Nadel abgesehen von einem Pflaster folgenlos bleibt. Hätte selbige allerdings zuvor in einem Patienten gesteckt oder wäre anderweitig kontaminiert gewesen, hätte die ungeschickte Aktion durchaus gefährlich werden können.

Die Motivation der Promis wurde jedenfalls nicht gebremst. „Ich möchte, wenn es geht, zu dem Level kommen, dass ich eine Bereicherung bin und nicht ein Hindernis“, steckt sich Jenny Elvers ein Ziel für die kommenden Wochen. Elvers, die bereits mehrfach in Produktionen die Krankenschwester – nach eigener Aussage mit auffällig kurzem Rock – mimte, zieht einen Vergleich: „Das hat ja null, aber wirklich null mit der Realität zu tun.“ Für die Schauspielerin offenbar eine erwähnenswerte Erkenntnis. Den Pflegerinnen und Pflegern ist zu wünschen, dass dies nicht die einzige Referenzgröße bleibt.

RND/Teleschau

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