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Sabine Heinrich über Häme für Frauen im TV: „Ich kann nicht erwarten, dass alle mich mögen“

  • Endlich ins Rampen­licht: Sabine Heinrich moderiert ab sofort die ZDF-Samstagabend­show „Das große Deutschland-Quiz“.
  • Im RND-Interview spricht die 44‑Jährige über Wohlfühl­patriotismus, Hass und Häme für Frauen am Mikrofon und ihre mögliche Vorbild­funktion.
  • „Ich würde mich selbst nicht als Rolemodel bezeichnen, aber wer weiß – vielleicht bin ich es doch für die ein oder andere Kollegin“, so Heinrich.
Jan Freitag
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Bis auf einen Talk mit Jürgen von der Lippe und mehrere WDR-Shows stand Sabine Heinrich, die 2001 beim Hörfunk­sender 1 Live mit der Vormittags­sendung „1 Live mit Frau Heinrich“ begann, stets leicht abseits vom Rampen­licht. 15 Jahre lang leitete die Journalistin die Sendung, bevor sie im März 2016 ihr Ausscheiden verkündete. Heinrich moderierte in der Folge Echo­verleihungen und ESC-Vorentscheide und ist seit 2011 Außen­reporterin bei „Zimmer frei“. Ab dem heutigen Samstag bekommt die 1976 in Unna geborene Journalistin nun das denkbar größte TV‑Projekt derzeit – sie moderiert die ZDF-Samstagabend­show „Das große Deutsch­land-Quiz“. Start ist am Samstag, 10. Juli, um 19.25 Uhr. Am 7. August gibt es die erste Lang­version um 20.15 Uhr.

Warum denkt man beim „Großen Deutschland-Quiz“ so schnell an eine Weizenbierwerbung?

Tun Sie das? An welche?

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Deutschland ist schön, seine Landschaften typisch, die Bau­werke welt­berühmt – ein Reklame­klassiker, der in den Neunzigern diesen leicht bräsigen Wohlfühl­patriotismus transportierte. Droht uns auch beim „Deutschland-Quiz“ Heimat­kunde ohne Ecken und Kanten?

Puh (überlegt lange), das muss ich erst mal sacken lassen. Aber ja, wir machen eine Unterhaltungs­sendung am Samstag­abend, gucken uns dabei verschiedene Regionen in ihrer Vielfalt an, und keine Sorge: Bei uns können auch raue Ecken schön sein; das sage ich schon deshalb, weil ich aus dem Ruhr­gebiet komme, wo wenig Hoch­glanz, aber vieles ansehnlich ist.

Und was wird die Sendung davon zeigen?

Weil Schönheit Geschmacks­sache ist, kann ich das schwer sagen. Aber wenn wir beide nach Bottrop fahren auf die Halde und dann aufs Tetraeder steigen, dann haben wir einen super Blick aufs Ruhr­gebiet. Vielleicht finden Sie das furchtbar, aber mir hüpft dort vor industrie­romantischem Glück das Herz. Ob schön oder hässlich: Ich möchte den Zuschauern Dinge an Deutsch­land zeigen, die nicht jeder erwartet. Wir machen ja keinen verfilmten Reise­führer.

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Sondern?

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Vier Rate­gäste, die für jede Himmels­richtung antreten und Fragen gestellt kriegen, bei denen man zu Hause mitraten kann. Das war besonders mir als Quiz­fan, der auf dem Sofa unbedingt gewinnen will, wichtig. Es geht aber auch darum, die Menschen dazu zu inspirieren, sich ihr Land genauer anzusehen.

Auch, um in einem Land, das gespalten wirkt, wieder mehr Verständnis füreinander zu entwickeln?

Wenn das, was Sie Wohlfühl­patriotismus nennen, getrennte Menschen zusammen­bringt – das wäre ein Traum für mich! Gerade angesichts der vergangenen anderthalb Jahre, wo man zwar die eigene Region erkunden durfte, aber ansonsten nicht reisen.

Empfinden Sie sich in der neuen Show als Rolemodel, als Vorbild?

Ich würde mich selbst nicht als Rolemodel bezeichnen, aber wer weiß – vielleicht bin ich es doch für die ein oder andere Kollegin. Ich komme aus einer Zeit, als Frauen in der Primetime besten­falls den Verkehrs­funk verlesen haben. Als sie dann ans Mikro durften, haben weiter Männer die lustigen Sprüche gemacht, wir waren brav. Es bewegt sich zwar was, aber an dieser Rollen­aufteilung darf sich gern noch mehr ändern.

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Aus der Sport­bericht­erstattung hört man oft, wie viel Hass und Häme Frauen am Mikro dort ausgesetzt sind. Kennen Sie das auch?

Klar kenne ich das, aber ich will das Problem anderer mit mir nicht zu meinem Problem machen.

Sind Sie abgehärtet oder ernüchtert?

Weder noch. Aber mit 44 Jahren habe ich genügend Lebens­erfahrung, um sachliche von unsachlicher Kritik zu trennen. Ich stelle mich freiwillig auf eine so große Bühne wie die des ZDF am Samstag­abend; da kann ich nicht erwarten, dass alle mich mögen.

Warum gibt es sie eigentlich erst in der Kurz­version am Vorabend und zum Schluss erst um 20.15 Uhr – sind die ersten drei Folgen Test­ballons?

Nein, denn ich sehe 19.25 Uhr nicht als Test­ballon, sondern als sehr gute Sende­zeit. Ich empfinde die schnelle frühere Version sogar ganz charmant.

Zumal Jauch und Gottschalk auch um die Zeit begonnen haben.

Na, so was! Sehen Sie!

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