Rundfunkbeitrag soll ab 2021 steigen – vermutlich um 86 Cent

  • Der Rundfunkbeitrag, den jeder Haushalt in Deutschland entrichten muss, ist seit Jahren nicht gestiegen.
  • Sachverständige bringen jetzt ein deutliches Plus ins Spiel – am Donnerstag geben sie offiziell ihre Empfehlung ab.
  • Erwartet wird, dass sie der Politik eine Erhöhung um 86 Cent vorschlagen.
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Deutsche Haushalte müssen sich aller Voraussicht nach auf höhere Rundfunkgebühren einstellen: Am 20. Februar wird die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) ihren Bericht zur künftigen Finanzausstattung der Rundfunkanstalten vorstellen – und erwartet wird, dass die KEF auch eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 86 Cent auf 18,36 Euro pro Monat vorschlagen wird. Diese Erhöhung war bereits in einem vorläufigen Entwurf der KEF im Herbst genannt geworden.

Derzeit sind pro Haushalt monatlich 17,50 Euro fällig. Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist der Rundfunkbeitrag die Haupteinnahmequelle. Die 86 Cent wären die erste spürbare Erhöhung, seit die Rundfunkgebühr (die zuvor pro Gerät galt) im Jahre 2009 auf einen Rundfunkbeitrag pro Haushalt umgestellt wurde. Im April 2015 sank die Höhe von 17,98 Euro auf 17,50 Euro. Bisher wird alle vier Jahre neu entschieden. Die nächste Beitragsperiode dauert von 2021 bis 2024.

“Eigentlich nur ein Aufschlag von einem Cent”

In der Vergangenheit waren bereits Stimmen laut geworden, die einen höheren Beitrag fordern. ZDF-Intendant Thomas Bellut etwa hatte betont, dass die 17,50 Euro ohnehin nicht dem Betrag entsprächen, mit dem die Sender arbeiten. Weil diese eine Rücklage einsetzen dürften, betrage der Beitrag real bereits 18,35 Euro. Ähnlich äußerte sich WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow: Eigentlich wäre das nur ein Aufschlag von einem Cent, sagte er. De facto liege der Beitrag für die Sender schon heute bei 18,35 Euro. Auch er verwies auf Rücklagen, die die Sender aufbrauchen würden.

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Widerstand gegen eine weitere Erhöhung kommt jedoch auch aus der Politik. So sammelt die sächsische AfD derzeit mit der Initiative “Genug GEZahlt” Unterschriften für einen Volksentscheid, berichtet die “Leipziger Volkszeitung”.

Das letzte Wort haben die Bundesländer, die über die künftige Höhe des Rundfunkbeitrags für ARD, ZDF und Deutschlandradio entscheiden. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass sie der Empfehlung der Expertenkommission folgen werden.

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RND/seb mit dpa

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