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Kabel-Eins-Reihe mit Frank Rosin

„Rosins Restaurants“ : Köchin lobt ihre Perfektion – „dann bricht das Kartenhaus zusammen“

Daniela und Matthias betreiben in Oberreifenberg das „Punto Latino“. Das Gastronomenpaar steckt in Schwierigkeiten.

Starkoch Frank Rosin macht sich keine Illusionen: „Am Anfang sucht man mich“, weiß er. „Am zweiten Tag findet man mich scheiße, weil ich die Wahrheit sage. Am dritten Tag fängt man an zu arbeiten und denkt: ‚Hoffentlich haut der bald ab!‘ Und an Tag 5 ist man bisschen traurig, weil: Die Verlässlichkeit geht jetzt!“

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So war es auch bei Daniela und Matthias im Hochtaunus. Die beiden Kochlaien, die sich vor vielen Jahren in Danielas Heimat Argentinien kennen und lieben lernten, betreiben in Hessen ihr Restaurant „Punto Latino“ – und können sich so gar nicht erklären, warum ihre Einnahmen nicht reichen, um ihre Familie zu ernähren.

Zunächst stand auch Frank Rosin vor einem Rätsel: alles sauber, ordentlich, geradezu perfekt. In der Küche erklärte ihm Daniela: „Ich bin sehr organisiert. Ich möchte Perfektion.“ Dementsprechend entschied sie sich auch dazu, den 20 Testessern, die in einer Stunde erscheinen würden, die komplette Karte anzubieten. Ein großer Fehler!

Frank Rosin im Auge des Orkans: „So noch nicht erlebt“

Obwohl Tochter Milena (16) zur Unterstützung herbeieilte, brach in der sonst so perfekten Küche von Daniela innerhalb von Minuten das totales Chaos aus. „Es war ein Fehler, Tapas anzubieten“, stöhnte die Köchin, der alles zu entgleiten schien. „Sie wiederholt 20 Mal, ob alles drauf ist“, stellte Beobachter Rosin mit Schrecken fest. Nicht verwunderlich also, dass die Testesser allein anderthalb Stunden auf ihre Vorspeisen warten mussten.

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Irgendwann hatte der Sternekoch die Faxen dicke: „Ich helf‘ euch jetzt mal, sonst kriegt ihr alle ‘nen Herzinfarkt!“ Sein Zwischenfazit: „Der Realismus ist auch in dieser Küche angekommen!“ Eine Spitze in Richtung Daniela konnte er sich nicht verkneifen: „Das ist jetzt die Ordnung, die du heute so propagiert hast?“ Die sah sich um und stellte fest: „Es ist eine Bombe explodiert!“ Allerdings. „Das war heute wirklich eine Achterbahnfahrt“, konstatierte Rosin. „So noch nicht erlebt, oder kann mich nicht erinnern.“

Hatte es sich wenigstens gelohnt? Leider nein! Die Gäste waren unzufrieden: zu lange Wartezeit, „fast schon lieblos“ angerichtet, „Der Kick fehlt“. Hinzu kam: Matthias. „Der Gastgeber wirkt auf mich nervös, gestresst“, stellte eine Kundin fest. Zudem dauerten seine Cocktails viel zu lange und waren dementsprechend verwässert.

Doch das war leider nicht alles, wie Frank besorgt feststellte: „Matthias ist in einer schlechten körperlichen Konstitution.“ Ist der 58-Jährige dieser Belastung überhaupt gewachsen? Das alles musste der Fernsehkoch noch klären. Zunächst wollte er sich aber einen Probecocktail schmecken lassen: „Wenn ich den jetzt austrinke, hab ich einen in den Socken ... Vielleicht gar nicht so schlecht in der Situation!“

„Ihr seid Amateure!“

An Tag zwei nahm sich Frank Rosin die „Punto Latino“-Betreiber zur Brust: „Ihr seid Amateure!“ Dann zu Daniela: „Du hast gar nichts im Griff! Ich hätte beinahe Glückstränen geheult bei deiner Guacamole“, lobte er. „Aber dann kommen die Gäste und dann bricht das Kartenhaus zusammen.“ 3,5 Sterne gab es immerhin. Doch: „Wenn man gesehen hätte, wie sie die Speisen zubereitet hat, dann hättet ihr nur einen oder zwei Sterne bekommen.“

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Und Matthias? Der gab zu, dass er Luftprobleme hat. Lange Jahre war er starker Raucher. Unter den Folgen hat er noch immer zu leiden. Doch er will nicht aufgeben, sondern weiter kämpfen. Ebenso wie seine Frau Daniela: „Ich habe sehr viel Lust, alles wie ein Schwamm aufzunehmen“, freute die sich auf das Kochcoaching mit dem Profi.

„Wer hat das empfohlen? Der Schornsteinfeger?“

Und dabei gab es wie gewohnt ein paar Sprüche gratis dazu: „Du hast für die Tomatenwürfel so lange gebraucht wie Tomaten bei mir im Garten wachsen“, spornte der Dorstener seine Kochschülerin an. Und bemerkte zum Testessen vom Vortag: „Das Fleisch sah aus wie die Landkarte von Australien.“ Daniela versuchte, sich zu verteidigen: „Das wurde mir so empfohlen, damit man sieht, dass es hausgemacht ist.“ Stirnrunzeln beim Sprücheklopfer: „Wer hat das empfohlen? Der Schornsteinfeger?“ Zur idealen Resteverwertung gab es vom Profi zahlreiche geniale Rezeptideen: Das ist die „Küche aus Rumfort – alles, was rumliegt und fortmuss“.

Doch Frank Rosin sorgte auch in dieser Folge wieder für feuchte Augen, weil er halt – wie eingangs erwähnt – schonungslos ehrlich ist: „Du bist eine sehr gute Köchin“, redete er Daniela ins Gewissen, „aber du kannst weniger, als du glaubst.“ Die suchte Trost bei ihrem Mann: „Das ist sehr emotional jetzt für mich. Ich bin sehr sensibel, obwohl ich eine Kruste habe als Wonder Woman.“

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Nachdem Ausstatter Flo die Küche und Profibartender Markus seinen Kollegen Matthias auf Vordermann gebracht hatten, konnte der Finaltag kommen: 4,5 Sterne waren der Lohn für kurze Wartezeiten, besseren Geschmack, moderne Anrichtung sowie relaxtere Gastgeber.

RND/Teleschau

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