Regisseurin Lehrenkrauss gibt Filmpreis für „Lovemobil“ zurück

  • Elke Lehrenkrauss gibt den Deutschen Dokumentarfilmpreis für ihren Film „Lovemobil“ zurück.
  • Die Regisseurin hatte zugegeben, in weiten Teilen Filmszenen nachgestellt oder inszeniert zu haben.
  • Der NDR als Mitproduzent distanzierte sich bereits vor Kurzem von dem Film.
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Baden-Baden, Hamburg. Die Regisseurin Elke Lehrenkrauss gibt den Deutschen Dokumentarfilmpreis für ihren Film „Lovemobil“ zurück. Lehrenkrauss bereue schwerwiegende Fehler und entschuldige sich, teilte der Südwestrundfunk am Mittwoch in Baden-Baden mit. Sie ziehe damit die Konsequenz aus nicht gekennzeichneten Passagen, in denen sie Darstellerinnen und Darsteller in nachgestellten Aufnahmen gezeigt hatte.

Die Leiterin des SWR Doku Festivals, Irene Klünder, sagte, sie sei erleichtert über die Rückgabe des Preises. Da die Auszeichnung geteilt worden war, stehe nun das zurückgegebene hälftige Preisgeld von 10.000 Euro vollständig Feras Fayyad zu, dem Regisseur des anderen ausgezeichneten Films „The Cave - Eine Klinik im Untergrund“.

„Ich entschuldige mich bei allen Beteiligten“

Der Sender zitiert Elke Lehrenkrauss in seiner Mitteilung, dass ihr das Ausmaß ihrer Fehler „gerade selbst erst klar“ geworden sei. Die Teilnahme ihres Films an dem Wettbewerb ohne entsprechende Kennzeichnung und Offenlegung seiner Machart stelle eine Wettbewerbsverzerrung dar. „Ich entschuldige mich in aller Form bei allen Beteiligten“, teilte die Regisseurin mit. Die Rückgabe des Preises sei ihr „erster Schritt, aus diesem Fehler zu lernen“.

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte sich am Montag von dem Dokumentarfilm distanziert, den den Sender mitproduziert hatte, und mitgeteilt, dieser zeige „in weiten Strecken Szenen, die nicht authentisch sind“. Recherchen der NDR-Redaktion STRG_F hatten nach Angaben des Senders zu Nachfragen bei der Autorin Lehrenkrauss geführt. Zahlreiche Situationen seien nachgestellt oder inszeniert. Im Interview bei STRG_F habe Lehrenkrauss eingeräumt, sie habe es versäumt, den NDR über die Inszenierungen zu informieren.

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Der Film zeigt das Leben von Prostituierten, die unter entwürdigenden Umständen in Wohnmobilen am Rand von Bundesstraßen in Niedersachsen arbeiten. Er ist weltweit auf Festivals gelaufen und lief im vergangenen Jahr auch kurz in den Kinos.

epd/RND

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