Rätselhafte Robinsonade: Die Amazon-Serie „The Wilds“

  • Neun junge Frauen stranden in der Amazon-Serie „The Wilds“ auf einer einsamen Insel.
  • Was wie Tom Hanks’ Robinsonade „Cast Away“ beginnt, eskaliert immer mehr Richtung „Lost“.
  • Es stellt sich heraus, dass die Insel gar nicht so einsam ist, wie es den Teenagern erschien.
Jan Freitag
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Das Ende einer Serie zu spoilern ist verpönt, aber die letzten Worte von „The Wilds“ müssen mal gesagt werden: „What the fuck!“ Im Finale des famosen Amazon-Zehnteilers bringt eine entsetzte junge Frau auf den Punkt, was ihr 500 Serienminuten zuvor widerfahren war.

Nach einem Flugzeugabsturz ist Leah mit acht Gleichaltrigen auf einer Insel gestrandet: Bitches und Bücherwürmer, Beauty-Queens und Bibeltreue, Couchpotatoes und Sportskanonen – das ganze Spektrum US-Jugendlicher. Sie kämpfen ums Überleben fern jeder Zivilisation. So wirkt es – bis eine von ihnen stirbt: Da erscheinen die jungen Frauen auf Monitoren, mit denen das Eiland überwacht wird.

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Was als Coming-of-Age-Version von Tom Hanks’ Robinsonade „Cast Away” beginnt, eskaliert mit jedem Tag ohne Handy, Make-up, Schule mehr Richtung „Lost”. Im Unterschied zur Mystery-Serie jedoch sind hier offenbar Soziologen am Werk, die das Verhalten der Gemeinschaft im Dienst von Wissenschaft (und Rendite) studieren. Auf drei Zeitachsen inklusive Vorgeschichte und anschließender Traumatherapie zeigen die Probandinnen, wie sie Probleme von Feuermachen bis Lagerkoller angehen.

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Showrunner Sarah Streicher macht aus „The Wilds” ein tiefgründiges, fesselndes, furios gespieltes Panoptikum jugendlicher Sinnsuche. „Die Welt ist ein gefährlicher Ort für geschlechtsreife Mädchen”, sagt Einzelgängerin Leah nach ihrer angeblichen Rettung, die sich als Auftakt des nächsten Absturzes erweist. Mit „What the fuck” wäre die Situation perfekt umschrieben.

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„The Wilds“”, ab 11. Dezember bei Amazon Prime, von Sarah Streicher, mit Rachel Griffiths, Sarah Pidgeon, FSK 12

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